Marcillac-Saint-Quentin (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Sarlat-Périgord Noir. Die Einwohner werden Marcillaquois und Marcillaquoises genannt.
Geografie
Marcillac-Saint-Quentin liegt etwa 47 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa sieben Kilometer nördlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 59 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord noir, im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Grande Beune, die es im Nordwesten begrenzt, sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Marcillac-Saint-Quentin liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.
Marcillac-Saint-Quentin erstreckt sich über eine vergleichsweise bewaldete Hügellandschaft, die durch das Tal der Grande Beune begrenzt wird, deren Erhebungen nach Südosten zunehmen und Höhen von über erreichen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit im äußersten Norden in der Nähe des Lieu-dit la Croix de Saint-Quentin nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Proissans. Der tiefste Punkt mit ist im Nordwesten beim Austritt der Grande Beune aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum der Gemeinde befindet sich auf etwa Höhe.
Rund 54 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, in erster Linie heterogen, genutzt, rund 46 % sind bewaldet (Stand: 2018).
Marcillac-Saint-Quentin wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
Klima Die klimatischen Bedingungen in Marcillac-Saint-Quentin werden als warm und gemäßigt eingestuft. In Marcillac-Saint-Quentin kommt es das ganze Jahr über zu erheblichen Niederschlägen. Selbst im trockensten Monat Juli fallen noch große Niederschlagsmengen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Marcillac-Saint-Quentin beträgt 12,8 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5 °C, die höchste im Juli mit 21 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 947 mm.
Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Marcillac-Saint-Quentin Naturrisiken manifestieren sich in Marcillac-Saint-Quentin als Waldbrände Bodenbewegungen
Marcillac-Saint-Quentin ist der starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, ist Marcillac-Saint-Quentin von keiner Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Marcillac-Saint-Quentin besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die das Gemeindegebiet von Nord nach Süd durchquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.
Etymologie und Geschichte Die beiden Gemeinden Marcillac und Saint-Quentin waren bereits sehr alt, als sie 1827 fusionierten. Der Name von Marcillac ist in der Mitte des 11. Jahrhunderts erstmals in einer Liste der Besitztümer der Abtei von Sarlat latinisierten Form Marciliaco belegt (1053). Die folgenden, immer noch latinisierten Schreibweisen waren Marcilhacum (1348) und Marsilhacum (1411), bei denen -ilha- als -ilia- ausgesprochen wird. Der Name steht für einen gallorömischen Personennamen, Marcilius oder Marcellius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde, wobei ersterer ein Männername in der römischen Zeit war. Andere Orte, wie Marcilhac oder Marcillac, gibt es im Okzitanischen in den Départements Aveyron, Corrèze und Lot.
Saint-Quentin ist in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts in der latinisierten Form Sanctus Quintinus belegt. Der heilige Quintinus ist als Prediger nach Gallien gekommen und um das Jahr 300 als Märtyrer gestorben. Der Name ist in Frankreich sehr verbreitet.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 209–210
Archäologische Funde belegen keine menschliche Besiedlung vor dem Mittelalter. Die Dörfer Marcillac und Saint-Quentin entstanden vermutlich mit der Gründung von Pfarreien, die der Abtei Sarlat unterstanden. Die beiden Dörfer gruppieren sich um ihre jeweiligen Pfarrkirchen. Marcillac bildet einen kleinen Weiler mit Häusern in der Nähe seiner Kirche Saint-Laurent. Die imposante Kirche Saint-Quentin ist das Herzstück des gleichnamigen alten Dorfes.
Einwohnerentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Laurent in Marcillac mit romanischem Chor aus dem 16. Jahrhundert Kirche Saint-Quentin Schloss Lasserre mit Ursprüngen aus dem 14. Jahrhundert Schloss Le Barry mit Ursprüngen aus dem 16. Jahrhundert
Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) mit 104 Schülerinnen und Schülern in fünf Klassen (2025).
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 414 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Marcillac-Saint-Quentin erwerbstätig, entsprechend 80,8 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (85,5 %) sehr viel höher war als bei den Frauen (76,4 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 42 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (45). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 11,4 % (2016) auf 10,2 % (2022). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 30,0 % auf 16,1 %.
Branchen und Betriebe Das 2012 in Marcillac-Saint-Quentin gegründete Unternehmen Doursat ist auf die Konstruktion und Montage von Metallkonstruktionen spezialisiert. Es beschäftigt 35 bis 40 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 7,5 Millionen Euro.
Im Jahr 2025 verfügt der Abfallwirtschaftsverband des Départements Dordogne (SMD3) über zwei Abfallsortieranlagen, eine in Coulounieix-Chamiers und die andere in Marcillac-Saint-Quentin. Seit Herbst 2024 wird neben dem ersten Standort eine größere, modernere und leistungsfähigere Anlage errichtet, die die beiden älteren Anlagen voraussichtlich 2026 ersetzen wird.
73 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Marcillac-Saint-Quentin wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien56,8 %Baugewerbe1520,5 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1824,7 %Information und Kommunikation22,7 %Finanzen und Versicherungen22,7 %Immobilien56,8 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1520,5 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln79,6 %Andere Dienstleistungen45,5 %Gesamt73
Landwirtschaft Marcillac-Saint-Quentin liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 44 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 42 im Jahr 2000, auf 29 im Jahr 2010 und auf 16 im Jahr 2020, ein Rückgang von 63,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 692 Hektar im Jahre 1988 auf 711 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 15,7 Hektar auf 44,5 Hektar.
Verkehr Die zur Departementsstraße D 704 herabgestufte ehemalige Route nationale 704, die von Limoges im Norden nach Sarlat-la-Canéda im Süden führt, verläuft parallel zur östlichen Gemeindegrenze. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Marcillac-Saint-Quentin mit Périgueux und über Sarlat-la-Canéda mit Souillac im Département Lot.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Quintinus (Heiliger) als Namensgeber Kategorie:Ersterwähnung 1053