Die Einwohner zählende Gemeinde Dötlingen liegt im niedersächsischen Landkreis Oldenburg.
Geografie Lage Die Gemeinde Dötlingen liegt im Gebiet des Naturparkes Wildeshauser Geest. Der Tieflandbach Glure durchfließt das Kirchdorf Dötlingen von Nordost nach Südwest. Im Südwesten bildet die Hunte die Gemeindegrenze zu Wildeshausen und Großenkneten. Größere Orte innerhalb der Gemeinde sind Aschenstedt, Brettorf, Dötlingen und Neerstedt. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Neerstedt.
Gemeindegliederung Die 19 Ortsteile der Gemeinde Dötlingen sind: Altona (21), Aschenstedt (641), Barel (95), Brettorf (931), Busch (130), Dötlingen (1.593), Geveshausen (94), Grad (39), Haidhäuser (32), Hockensberg (525), Iserloy (29), Klattenhof (125), Neerstedt (1.671), Nuttel (101), Ohe (40), Ostrittrum (273), Rhade (99), Uhlhorn (42) und Wehe (83).
(Einwohnerzahlen in Klammern am 1. August 2022)
Abweichend davon ist die Gemeinde Dötlingen in 15 Bauerschaften gegliedert, die jeweils ein Bezirksvorsteher leitet. Diese Bezirke sind Barel, Brettorf I, Brettorf II, Dötlingen I, Dötlingen II, Grad, Hockensberg, Iserloy, Klattenhof, Neerstedt I, Neerstedt II, Nuttel, Ostrittrum, Rhade und Wehe.
Nachbargemeinden Die Gemeinde hat fünf Nachbargemeinden. Im Nordosten grenzt Dötlingen an die Gemeinde Ganderkesee, im Südosten an die Gemeinde Prinzhöfte, im Süden und Südwesten an die Stadt Wildeshausen, im Westen an die Gemeinde Großenkneten und im Nordwesten an die Gemeinde Hatten.
Flächennutzung Die Gemeinde ist 10.184 ha groß, davon sind 2.185 ha Waldfläche, 6.642 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, 100 ha Wasserfläche, 24 ha Ödland, 725 ha Betriebs- und Gebäudefläche, 425 ha Straßen- und Wegefläche, 76 ha Erholungsfläche und 7 ha sonstige Flächen.
Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete
Das Gemeindegebiet von Dötlingen liegt hydrologisch im Flusssystem der Weser / Untereinheit Hunte.
Die Hunte ist ein bedeutender Fluss der Region, der direkt am westlichen und südwestlichen Rand von Dötlingen an der Grenze zu Großenkneten und Wildeshausen entlang fließt. Die Hunte das Landschaftsschutzgebiet Huntetal (LSG OL 00008).
Der Altonaer Mühlbach ist ein etwa 11 km langer Bach mit Quelle bei Brettorf, fließt südlich durch Dötlingen und weiter zur Hunte. Der Rittrumer Mühlbach ist ein rund 9 km langer Bach, der bei Feldhake entspringt und bei Ostrittrum in die Hunte mündet. Die Kimmer Bäke ist ein ca. 12 km langer Bach, dessen Oberlauf im Norden von Dötlingen liegt und fließt Richtung Berne. Die Riede ist ein kleiner Bach (ca. 4 km), der zwischen Dötlingen und Neerstedt entsteht und in den Altonaer Mühlbach mündet.
Das Naturschutz- und FFH-Gebiet Poggenpohlsmoor (NSG WE 215, FFH-Gebiet 051) ist das bedeutendste Moorgebiet in der Gemeinde Dötlingen und eines der größeren, naturnahen Feuchtgebiete im Landkreis Oldenburg mit langfristigen Schutzmaßnahmen. Es liegt nordwestlich von Dötlingen, östlich der Hunte. Es ist ein Kalkflachmoor und feuchte Auenlandschaft mit Quellaustritten und hoher Grundwasserprägung mit feuchten, moorigen Bereiche mit Moorfrosch-Lebensraum und seltenen Pflanzenarten. Übergänge von Moor-Vegetation zu Erlen und Birkenbruchwald mit kleineren Gewässern, Quellmoore und strukturreiche Feuchtbiotope.
Ein Teil des Gemeindegebiets liegt im Naturschutzgebiet Mittlere Hunte (NSW WE 319), das der ökologischen Durchgängigkeit, der Retention und dem Hochwasserschutz dient.
Weitere Feuchtgebiete und Moorreste sind das Kleine Kuhlenmoor. Es ist ein Gelände kartierter Moor bzw. feuchter Bereich im Gemeindegebiet sowie Schlatt und Teichbereiche. Neben Mooren zählen auch Schlatts (kleine Feuchtmulden) und Feuchtwiesen zum ökologisch wertvollen Feuchtgebietstyp.
Ein wesentlicher ökologischer Schwerpunkt der Gemeinde Dötlingen liegt im Erhalt und in der Renaturierung der Moorlandschaften im Umfeld der Hunte und ihrer Nebengewässer. Historische Entwässerungsmaßnahmen, Torfabbau und landwirtschaftliche Meliorationen haben in der Vergangenheit zu starken Eingriffen in den natürlichen Wasserhaushalt geführt. Dies verursachte nicht nur den Verlust moortypischer Lebensräume, sondern auch eine Freisetzung von Treibhausgasen sowie eine Abnahme der Biodiversität. Aktuelle Naturschutzstrategien zielen daher auf Wiedervernässung, extensivere Bewirtschaftung und langfristige Stabilisierung der Wasserstände ab. Ergriffene Maßnahmen werden im Umfeld des Managementplans gemeinsam mit dem Landkreis Oldenburg, Naturschutzverbänden und Ehrenamtlichen umgesetzt; ein Monitoring ist vorgesehen, um Erfolge zu kontrollieren.
Die Hunte und ihre Nebenbäche prägen das hydrologische System Dötlingens. Frühere Gewässerbegradigungen, Uferbefestigungen und Stauanlagen haben die natürliche Gewässerdynamik und ökologische Durchgängigkeit vieler Abschnitte beeinträchtigt. Dies wirkt sich negativ auf Fischwanderungen, Sedimenttransport und aquatische Lebensgemeinschaften aus. Renaturierungsprojekte, der Rückbau von Querbauwerken sowie die naturnahe Umgestaltung von Bachläufen gelten als zentrale Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands.
Untergrundverhältnisse Dötlingen liegt im Bereich der Wildeshauser Geest im Norddeutschen Tiefland.
Der geologische Untergrund ist überwiegend durch quartäre Lockersedimente geprägt, die während der Elster-, Saale- und Weichsel-Kaltzeit abgelagert wurden. Diese bestehen vor allem aus Sanden, Kiesen, Geschiebelehm und Geschiebemergel.
Die oberflächennahen Schichten werden überwiegend von glazifluvialen Sanden und Kiesen gebildet, die lokal von gering durchlässigen lehmigen Deckschichten überlagert werden. Darunter folgen mächtige sandige bis kiesige Sedimentpakete, die als bedeutende regionale Grundwasserleiter fungieren. In größerer Tiefe stehen tertiäre Tone und Sande an, die eine hydraulische Trennung zu tieferen Grundwasserstockwerken bewirken.https://www.lwl.org/wmfn-download/Geologie_und_Palaeontologie_in_Westfalen/GuP_Heft_82_Seite_5-146.pdf
Hydrogeologisch gehört Dötlingen zum norddeutschen Lockergesteinsgebiet mit einem mehrstöckigen Grundwassersystem. Charakteristisch sind ein oberflächennaher, freier Grundwasserleiter sowie ein tiefer liegender Hauptgrundwasserleiter.
Der oberflächennahe Grundwasserleiter befindet sich überwiegend in quartären Sanden und liegt in Dötlingen typischerweise in einer Tiefe von etwa 1 bis 4 Metern unter Geländeoberkante (GOK). Die Mächtigkeit beträgt meist wenige Meter. Dieser Aquifer wird direkt durch Niederschläge gespeist und reagiert entsprechend stark auf jahreszeitliche Schwankungen.
Der wichtigste regionale Aquifer (Hauptgrundwasserleiter) befindet sich in tiefer liegenden Sand- und Kiesschichten und liegt in einer Tiefe von etwa 20 bis 40 Metern unter GOK. Dieser zweite Grundwasserleiter ist deutlich ergiebiger, besser vor oberflächennahen Einträgen geschützt und stellt die Hauptressource für die Trinkwasserversorgung dar. Die hydraulische Trennung erfolgt durch zwischengelagerte gering durchlässige Ton- und Lehmschichten. In noch größeren Tiefen folgen weitere, teilweise salinare Grundwasserstockwerke, die für die Trinkwassernutzung keine Bedeutung besitzen.
Geschichte mini|hochkant|Erste urkundliche Erwähnung Dötlingens als Thutelinge um 1203 (Der Name erscheint in der 5. Zeile, etwa Mitte)
Vorgeschichte In der Umgebung von Dötlingen finden sich über 30 Großsteingräber, die Zeugen einer frühen Besiedlung des Gebietes sind. Diese Steinsetzungen wurden im Neolithikum zwischen 3500 und 2800 v. Chr. als Megalithanlagen der Trichterbecherkultur (TBK) errichtet. In diesem Zusammenhang wird dieser Teil der Wildeshauser Geest – also der Bereich zwischen Dötlingen, Wildeshausen, Visbek und Großenkneten – auch als „Klassische Quadratmeile der deutschen Vorgeschichte“ bezeichnet.Hermann Gerdsen: Großsteingräber in der Umgebung von Wildeshausen auf alten Photographien und Postkarten. Isensee Verlag, 2001, ISBN 3-89598-780-8. Die Großsteingräber wie z. B. das Großsteingrab Gerichtsstätte oder die Glaner Braut wurden durch jungsteinzeitliche Bauern als Gräber erbaut. Viele der in den Großsteingräbern gefundenen Grabbeigaben befinden sich im Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg.
Urkundliche Datierung Die erste urkundliche Datierung von Dötlingen als Thutelingen stammt aus dem Jahr 1203. Dötlingen lag an der alten Friesischen Heerstraße, die alle größeren Orte zwischen Wildeshausen und Jever verband. In Wildeshausen befand sich der Anschluss an die Flämische Straße zwischen Flandern und Lübeck.
Herkunft des Ortsnamens Der Ortsname geht zurück auf den Personennamen Dodilo, Tutilo und den Namensbestandteil „-ing-“. Der Name bedeutet also „Siedlung des Dodilo, Tutilo“.
Zugehörigkeit Dötlingens Dötlingen war lange Zeit im Herrschaftsbereich der Oldenburger Grafenlinie, des Erzbischofs von Bremen, des Bischofs von Münster und des Königs von Dänemark. Damit verbunden waren Brandschatzungen wegen der außenpolitischen Verwicklungen in der Dänenzeit durch französische, schwedische und lüneburgische Truppen. Dötlingen gehörte 20 Jahre lang zu Kurhannover und unter Katharina II. vier Tage zu Russland. Unter Napoléon Bonaparte war Dötlingen während der Oldenburgischen Franzosenzeit von 1811–1813 als Mairie de Dötlingen im Département des Bouches-du-Weser (dt. Departement Wesermündung) Teil des Französischen Kaiserreichs.
Nationalsozialistische Zeit In ihrer jetzigen Form existiert die Gemeinde Dötlingen seit 1933. In der Zeit des Nationalsozialismus ernannten die Nationalsozialisten Dötlingen 1936 zum „Reichsmusterdorf“., abgerufen am 1. Mai 2011. Dötlingen wurde zum viel besuchten Ziel von in- und ausländischen Delegationen. Ein großer Findling mit Hakenkreuzsymbol wurde auf dem nahegelegenen Hügel „Gierenberg“ platziert. Heute ist der Stein umgestürzt. (auf der Seite des Bürger- und Heimatvereins) Der Tabkenhof wurde kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch Bombenwurf zerstört, das alte Fachwerkhaus brannte nieder. Es wurde aber nach dem Krieg wieder aufgebaut.
Am 14. April 1945, zwei Tage bevor britische Truppen den Ort erreichten, wurde der Bauer Willi Rogge durch Angehörige der Organisation Werwolf ermordet. Rogge wollte sich aus Sicht der Nationalsozialisten „nicht einfügen“ und galt ihnen als „Störenfried, ein Makel für die Volksgemeinschaft, und das im Reichsmusterdorf, dem einzigen in Deutschland“.Jürgen Hinrichs: Ein Mord, der nicht vergeht. In: Weser-Kurier. 19. April 2014. 2009 wurde in Dötlingen ein Mahnmal eingeweiht, das „zuerst an Willi Rogge ... dann jedoch an alle zivilen Opfer des dritten Reiches erinnert“. Die Initiative ging vom Bürger- und Heimatverein Dötlingen aus. Der Fall Willi Rogge wurde im April 2014 durch einen Bericht im Spiegel wieder einer größeren Öffentlichkeit bekannt.
Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Die Ortschaft Dötlingen errang mehrfach gute Bewertungen im Rahmen des Bundeswettbewerbs Unser Dorf hat Zukunft. 2011 gewann sie die Goldmedaille für das Jahr 2010. Daraufhin bewarb man sich beim europäischen Wettbewerb Entente Florale Europe und wurde als deutscher Teilnehmer für den Wettbewerb nominiert. Am 14. Juli 2012 besuchte eine international besetzte Jury Dötlingen zur Bewertung.Experten aus zwölf Ländern bewerteten Dötlingen in Niedersachsen, abgerufen am 28. August 2012. Die Entscheidung wurde am 14. September 2012 in Venlo in den Niederlanden getroffen, Dötlingen gewann die Silbermedaille.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Dötlingen besteht aus 18 Personen. Das ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 6.001 und 7.000 Einwohnern. Die 18 Ratsmitglieder werden in einer Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026. Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der Bürgermeister.
Die vergangenen Gemeinderatswahlen ergaben folgende Sitzverteilungen: