Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht (kurz: EBS) ist eine Privatuniversität in Oestrich-Winkel. Sie verfügt mit der EBS Business School, der EBS Law School und der EBS Executive School über drei Schools. Gesellschafter sind gemeinsam der EBS Alumni e. V., als Ehemaligenvereinigung der Universität, und die SRH Holding, Deutschlands größte gemeinnützige Stiftung gemessen an den Ausgaben. Präsident der Universität ist der ehemalige EU-Kommissar Günther Oettinger, der sie gemeinsam mit Dorothée Hofer leitet.

Geschichte

Vorgängerinstitution Die Vorgängerinstitution wurde 1971 von Klaus Evard als Fachhochschule für Wirtschaft in Offenbach am Main unter dem Namen European Business School gegründet. Das ursprüngliche Konzept sah eine europäisch geprägte Ausbildung von Führungskräften mit drei Standorten in Frankreich, England und Deutschland vor. Kennzeichnend für das Studienprogramm der EBS sind bis heute mehrere praktische Studienzeiten im In- und Ausland, integrierte Auslandssemester sowie ein verschulter Aufbau des Studiums. 1980 zog die EBS in das Schloss Reichartshausen in Oestrich-Winkel im Rheingau. 1985 kam ein zweites Hochschulgebäude (die „Burg“) in Oestrich-Winkel hinzu.

Anerkennung als wissenschaftliche Hochschule 1989 wurde die EBS vom Land Hessen als wissenschaftliche Hochschule anerkannt. 1992 erhielt sie die endgültige Anerkennung als wissenschaftliche Hochschule durch den hessischen Wissenschaftsminister. Mit diesem Schritt folgte die Trennung der EBS Schloss Reichartshausen vom internationalen Verbund der European Business Schools, der sich in den 80er Jahren als Netzwerk entwickelt hatte. Seitdem kooperiert die EBS weltweit mit unabhängigen Universitäten. 1993 erhielt sie das Promotions- und 1998 das Habilitationsrecht für die Betriebswirtschaftslehre. In dieser Zeit war Walther Leisler Kiep (CDU) Präsident der EBS, Namensgeber des nunmehr dritten Campus-Teil Kiep Center.

Gründung der EBS Law School 2010 wurde die EBS Law School als zweite Fakultät neben der EBS Business School gegründet. Am 1. September 2011 verlieh das hessische Wissenschaftsministerium der EBS vollen Universitätsstatus und den Titel Universität für Wirtschaft und Recht. Seit 2017 dürfen rechtswissenschaftliche Promotionen an der EBS Universität abgelegt werden.https://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/2224-12.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Übernahme durch SRH Am 28. Juli 2016 übernahm die SRH Higher Education GmbH, eine Tochtergesellschaft des deutschen Bildungs- und Gesundheitskonzerns SRH, mehrheitlich die EBS Universität für Wirtschaft und Recht von der privaten Stiftung zur Förderung der EBS Universität. Die SRH ist Mitglied des Diakonischen Werks der Evangelischen Landeskirche in Baden§ 1 Pkt. 3 Satzung der SRH Holding. Stand: 15. Dezember 2015 ( [PDF; 839 kB; abgerufen am 16. Juli 2020]). und hat mit rund 1,2 Milliarden Euro das größte Jahresbudget aller privaten Stiftungen in Deutschland.Wirtschaftsdaten 2020 nach Unternehmensbereichen Zweiter Gesellschafter der EBS ist der Ehemaligenverein. Er hat heute nach eigenen Angaben weltweit über 10.000 Mitglieder.

Im Dezember 2018 wurde die dritte Fakultät EBS Executive School gegründet.

Campus

Business School Die EBS Business School sitzt seit 1980 in Oestrich-Winkel im Rheingau und unterteilt sich in die Campus Schloss und Burg. Schloss ist der Hauptcampus und liegt an der Grenze zu Hattenheim. Die seit 2002 als Weltkulturerbe der UNESCO ausgezeichnete Landschaft bildet die Umgebung der Universitätsteile. Die Landschaft ist mehrheitlich vom Weinbau geprägt, so auch große Teile der Liegenschaften der EBS selbst. In Oestrich-Winkel wohnen rund 11.000 Einwohner, die nächstgelegenen Städte sind Mainz und Wiesbaden. Die Entfernung zu Frankfurt am Main beträgt etwa 1 Stunde. Die Studenten wohnen mehrheitlich in den umliegenden Orten des Campus Schloss.

2021 wurde in den Innenhof des Schlosses das Forum gebaut, das im Rahmen eines ersten Bauabschnittes neue Räumlichkeiten schafft. Die Muttergesellschaft SRH will in weitere Umbaumaßnahmen insgesamt 15 Millionen Euro zwecks Sanierung der Altbauten und Umbau der bestehenden Gebäudeteile investieren. Hierzu gehört auch eine neue Mensa mit 120 Sitzplätzen. Die Baumaßnahmen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2025 abgeschlossen sein. Im Rahmen des Umbaus auf dem Gelände des Schlosses Reichartshausen wurde auch die Monopollage des Weinguts Balthasar Ress neu mit Reben bepflanzt.

Law School Die EBS Law School saß seit Unterrichtsstart im Jahr 2011 in Wiesbaden und mietete dort Nähe Hauptbahnhof den Campus Atrium von der Stadt Wiesbaden an. Seit Beginn 2025 ist Oestrich-Winkel auch der Sitz der EBS Law School.

Studium

Business School Die Studenten der EBS Business School können wahlweise einen Bachelor of Science in Business Studies absolvieren, aber auch ein Bachelor of Arts in Law, Politics and Economics ist möglich. Graduierten Studiengänge sind unter anderem der Master in Finance (M.Sc.), Master in Business, oder Master of Business Administration. Partneruniversitäten für ein Austauschsemester in allen Studiengängen sind unter anderem die Ivy-League Universität Cornell University, sowie die George Washington University, Pennsylvania State University, Fundação Getulio Vargas, Hong Kong University of Science and Technology, Fudan-Universität und weitere. Insgesamt stehen mehr als 200 Universitäten zur Auswahl.

Die Studenten der EBS Executive School können unter anderem Zertifikate im Bereich Systemisches Coaching, Finanzökonomie, Testamentsvollstreckung, Private Equity, oder ESG Performance Management erwerben. Es wird auch der Titel Immobilienökonom:in (EBS) und Private Real Estate Manager:in (EBS) verliehen.

Die Studiengebühren liegt beim Bachelorstudium in Business Studies bei rund 8340 Euro pro Semester. Der Bachelor in LPE beläuft sich auf 7340 Euro pro Semester, ein Semester in einem Masterstudiengang liegt zwischen 7950 und 11925 Euro.

Law School Die Studenten der EBS Law School haben im Jahr 2021/22 zu 60 % ein Prädikatsexamen (ab 9 Punkten) erhalten, nach eigenen Angaben ein Bestwert in Deutschland. Der Notendurchschnitt im 1. Staatsexamen der Absolventen 2017/18 betrug 9,51 Punkte mit 12 Punkten im universitären Teil. Seit Gründung der Law School stellte die EBS bereits vier Mal den besten Jura-Absolventen in Hessen. Sie kooperieren im Studium direkt mit den Partnern der Universität wie Clifford Chance, Linklaters oder Gleiss Lutz. Die Studenten absolvieren heute bis zur Ersten Juristischen Prüfung wahlweise parallel noch einen Master in Business.

Im Jahr 2022 wurde die Diversity and Refugee Law Clinic gegründet.

Im Juli 2022 wurde das BRYTER Center for Digitalization & Law eröffnet, welches zu Themen der Rechts und der Digitalisierung forscht und lehrt.

Im September 2023 beschäftigt die juristische Fakultät 18 Professoren und Dozenten. Darüber hinaus lehren 29 externe Dozenten an der juristischen Fakultät, darunter Professoren einiger der angesehensten Universitäten Deutschlands, Richter, Forscher und Anwälte einiger der führenden Anwaltskanzleien des Landes.

Die Studiengebühren des Jurastudiums liegen bei rund 7.630 Euro pro Semester.

Executive School Die Executive Education an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht geht auf Weiterbildungsangebote zurück, die seit 1987 von Professorinnen und Professoren der Universität entwickelt wurden. Sie entstanden vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage von Unternehmen nach Qualifizierungsangeboten für Fach- und Führungskräfte. Zunächst waren die Programme in mehreren spezialisierten Akademien organisiert, unter anderem in den Bereichen Immobilien, Finanzwesen und General Management.

Im Jahr 2018 wurden die bestehenden Weiterbildungsangebote in der heutigen Executive School der EBS Universität gebündelt. Die Einrichtung hat ihren Sitz in Oestrich-Winkel und richtet sich mit berufsbegleitenden Weiterbildungsprogrammen, Zertifikatsprogrammen und Firmenprogrammen an Fach- und Führungskräfte. Das Angebot umfasst unter anderem die Themenfelder Coaching und Leadership, Digitalisierung und KI-Strategien, Finance und Wealth Management, General Management, Real Estate Management, Recht, Sustainability and Business sowie Transformation und Restrukturierung.

Nach Angaben der Universität verbinden die Programme wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnaher Expertise. Seit 2026 ist zudem das IfUS-Institut an der Executive School angesiedelt, das sich mit Forschung, Weiterbildung und Praxistransfer in den Bereichen Restrukturierung, Transformation und Sanierung befasst.

Positionierung und Akkreditierung Rankings Die EBS Business School ist Teil verschiedener nationaler und internationaler Rankings. Im Jahr 2023 wurde die Studiengänge an der EBS im Centrum für Hochschulentwicklung Ranking fast ausschließlich der Spitzengruppe zugeordnet.

Rankings der Business School 2023 war die EBS im Financial Times Ranking für ihren Master in Finance auf Platz 2 in Deutschland und Platz 25 der Welt zu finden. 2023 wurde die EBS im Financial Times Ranking für ihren Master in Management auf Platz 7 in Deutschland und Platz 58 der Welt geranked. 2023 war die EBS auf Platz 7 des Wirtschaftswoche Rankings der Top 10 deutschen Universitäten im Bereich Betriebswirtschaftslehre zu finden.

2022 war die EBS im Eduniversal Masters Ranking deutschlandweit auf Platz 2 für ihren MBA, und Platz 1 für den Master in Finance. Bis zum Jahr 2016 war die EBS im Financial Times European Business School Ranking auf Platz 12 in Europa, und Platz 3 in Deutschland. 2016 belegte sie Platz 54 über alle Studiengänge im Financial Times European Business Schools Ranking.

Rankings der Law School

Die juristische Fakultät der EBS belegt ebenfalls die Spitzengruppe in mehreren Rankings:

Im Jahr 2020 dem 2. und im Jahr 2023 dem 5. Platz des Centrum für Hochschulentwicklung-Rankings 3. Platz des Legal Tribune Online Rankings.

Akkreditierungen Die Universität führt mehrere Akkreditierungen. AACSB: Die EBS Business School, die betriebswirtschaftliche Fakultät der Universität, ist von der Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB) akkreditiert. FIBAA: Alle Studiengänge der EBS sind durch die Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) akkreditiert. Darüber hinaus tragen der Masterstudiengang „M.Sc. Automotive Management“ der EBS Business School sowie der Bachelorstudiengang „LL.B. Rechtswissenschaft“ und der „Rechtswissenschaftliche Studiengang zur Vorbereitung auf die Erste Prüfung“ der EBS Law School das FIBAA-Premiumsiegel. Wissenschaftsrat: 2012 erhielt die EBS die Institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat mit Gültigkeit für zehn Jahre. Mit der Akkreditierung bestätigt der Wissenschaftsrat sowie unabhängige externe Sachverständige, dass eine nichtstaatliche Hochschuleinrichtung Leistungen in Lehre und Forschung erbringt, die staatlich anerkannten wissenschaftlichen Maßstäben entsprechen. 2022 wurde die Akkreditierung 5 Jahre verlängert.

Bis 2016 war sie durch die European Quality Improvement System (EQUIS) akkreditiert, seither jedoch nicht mehr.

Finanzen