mini|Christian Schule (Stecher): Christian Nicolaus Carstens zum 50. Amtsjubiläum 1809 Christian Nicolaus Carstens, auch Christian Nikolaus Carstens (* 15. Februar 1736 in Lübeck; † 15. Dezember 1819 ebenda) war ein deutscher Jurist und Experte im Lübischen Recht.
Leben Christian Nicolaus Carstens entstammte einer Lübecker Theologen- und Juristenfamilie. Er war ein Sohn von Meno Nicolaus Carstens, Prediger am Dom zu Lübeck und seiner Frau Catharina geb. Tesdorpf. Der Senior Johann Heinrich Carstens (1738–1829) war sein jüngerer Bruder. Bis 1755 besuchte er das Katharineum zu Lübeck, zusammen mit Adolph Friedrich Trendelenburg, der für den Abschlussjahrgang eine lateinische Gratulationsschrift verfasste.Adolph Friedrich Trendelenburg: Quatuor viris iuvenibus ornatissimis eleganterque doctis Christ. Nicol. Carstens, Guil. Christ. Balemann, Anton. Henr. Buchholtz, Paul. Detl. Zietz Lubecenibus musis patriis valedicentibus paucis praemissis de Graecarum litterarum nexu cum theologia atque iurisprudentia solidiori civitatem academicam gratulantur quidam primi ordinis in gymnasio Lubecensi cives. Lubecae: Green 1755 Als Stipendiat der Paulischen Familienstiftung studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Jena. 1758 wurde er hier unter Vorsitz von Christian Gottlieb Buder zum Lizentiaten (Lic. jur.) promoviert.Facultatis Iuridicae Prodecanus Christianus Gottl. Buder, D Candidati Praenobilissimi Christiani Nicolai Carstens Lubecensis Solennia Inauguralia Indicit Ad D. XX. Septembris A. S. MDCCLVIII Pauca Praefatus De Vicariatu Imperiali Cumprimis Lubecensi In Persequendis Et Puniendis Violatoribus Pacis Publica. Jena: Litteris Schillianis 1758 (Digitalisat, SLUB Dresden)
Er kehrte in seine Heimatstadt zurück und wurde am 17. Februar 1759 zum Prokurator am Niedergericht berufen. Am 28. Februar 1794 ernannte ihn der Rat zum Fiskal. 1809 konnte er sein 50-jähriges Amtsjubiläum feiern.Dem funfzigjährigen Amts-Jubiläum des Herrn Christian Nicolaus Carstens, beider Rechte Licentiat … gewidmet : Lübeck, den 17. Februar 1809. Lübeck 1809
Carstens verfasste eine große Zahl an Gutachten und Aufsätzen zum Lübischen Recht, insbesondere zu seinen Besonderheiten des Ehe- und Erbrechts.
1768 stellte er in einem Manuskript eine Vollständige Sammlung aller Recesse und Concordaten zwischen Rat und Bürgerschaft der Stadt Lübeck zusammen.Vollständige Sammlung aller Recesse und Concordaten zwischen... Rat und … Bürgerschaft der Stadt Lübeck. 1768 Digitalisat, Stadtbibliothek (Lübeck) Ms. Lub. 4° 202 a 1803 aktualisierte er die 1776 von Carl Henrich Dreyer zusammengestellte Bibliographie zum Lübschen Recht.Siehe dazu Ernst Deecke: Beiträge zur Lübeckischen Geschichtskunde. Band 1, Lübeck: von Rohden 1835, S. 3
Seit 1774 befand sich das Grundstück Breite Straße MMQ 818 (heutige Hausnr. 42) in seinem Eigentum.Ilsabe von Bülow: Joseph Christian Lillie (1760–1827). Deutscher Kunstverlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-422-06610-6, S. 198
Er war verheiratet mit Magdalena Margareta, geb. Wilcken. Der Wette-Aktuar Nicolaus Carstens (1773–1834) und der Arzt Christian Joachim Carstens (1781–1814) waren Söhne des Paares.
Werke Vindiciarvm Adversvs Obtrectatores Ivramenti Religionis Specimen. Jena: Tennemann 1757. Commentatio iuris publici de praescriptione inter gentes locum non habente. Jena: Marggraf 1758. Dissertatio inauguralis, florum sparsionem ad potiora privilegiorum Lubecensium capita exhibens. Jena 1758. Beytrag zum deutschen Rechte durch einen Versuch einer Erklärung des Art. 10. Tit. I. Lib. 3. des Lübeckischen Stadt-Rechts : besonders vom Bergen und Dachdings auftragen.Siehe dazu Thomas Fuchs: Sich-Bergen und Dachdings-Auftragen: „verwelckte Hülsen eines captirten alten Wörter Krams“, de legibus-Blogeintrag vom 18. Juli 2010, abgerufen am 20. April 2018 Lübeck: Bohn 1796 (Digitalisat, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt) Beyträge zur Erläuterung des Lübeckschen Rechts. Erste Sammlung, Lübeck: Bohn 1801 (Digitalisat, Staatsbibliothek Berlin) Zweite Sammlung, Lübeck: Bohn 1814. Accessiones ad bibliothecam juris Lubecensis. Lübeck 1803. Auch ein Wort über die Theorie der ehelichen Gütergemeinschaft nach Lübischem Rechte. Lübeck 1811. Zweiter Beytrag zu der Lehre von der continuirten Gütergemeinschaft zwischen Altern und Kindern nach Lübischem Recht. Lübeck 1819.
Literatur Carstens (Christian N.), in: Johann Georg Meusel: Das gelehrte Teutschland oder Lexicon der jetztlebenden teutschen Schriftsteller. Band 11, Lemgo: Meyer 1805, S. 133 Wilhelm Ebel: Jurisprudencia Lubecensis: Bibliographie des lübischen Rechts. (= Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck 5) Lübeck: Schmidt-Römhild 1980, ISBN 978-3-7950-0441-5, S. 22 f., Nr. 203–228. Angela Kulenkampff: Das Paulische Familienstipendium in Lübeck: Ein Beitrag zur hansestädtischen Stiftungsgeschichte mit einer Liste der Stipendiaten von 1732–1923. In: Zeitschrift für Lübeckische Geschichte 73 (1993), S. 185–246.
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