Diese Liste enthält die Amtsträger des Klosters Herwardeshude vor und des Klosters St. Johannis nach der Reformation.
Kloster Herwardeshude vor der Reformation Das Kloster Herwardeshude wurde vor der Reformation durch die Äbtissin geleitet, die einzig dem Erzbischof von Hamburg-Bremen unterstand.Liste der Äbtissinnen bei S. Urbanski: Geschichte des Klosters Harvestehude, S. 224 f. Ihre Stellvertreterin war die Priorin.Liste der Priorinnen bei S. Urbanski: Geschichte des Klosters Harvestehude, S. 225 f. An der Verwaltung der Klostergüter beteiligt war der Propst.Liste der Pröpste bei S. Urbanski: Geschichte des Klosters Harvestehude, S. 226–229 Er wurde vom Konvent gewählt und unterstand der Äbtissin. Der Propst sollte die Geschäfte erledigen, die der Äbtissin als Frau nicht erlaubt waren. Außerdem war er Pfarrer und Beichtvater der Nonnen und geistlicher Richter.
1307 wurde innerhalb des Klosters ein Hospital sowie zu dessen Unterstützung eine Stiftung gegründet. Später diente sie zur Unterstützung des Klosters allgemein. Als Vorsteher („provisores“) des Krankenhauses und der Stiftung wurden zwei von vier Hamburger Bürgermeistern eingesetzt. Es sind nur die ersten beiden Vorsteher überliefert. S. Urbanski: Geschichte des Klosters Harvestehude, S. 229 Sie können als Vorgänger der Patrone nach der Reformation gelten. Ab 1482 wurden nach einer gescheiterten Reform zwei Klosterbürger als Prokuratoren für die Geschäftsführung eingesetzt. Sie wurden von der Äbtissin ausgewählt. Es handelte sich um Hamburger Bürger und Ratsherren.S. Urbanski: Geschichte des Klosters Harvestehude, S. 229 f.
Eine besondere Beziehung zur Stadt Hamburg unterhielten die monitores daselbst. Sie vertraten das Kloster bei der Abwicklung von Rentengeschäften.
Die Äbtissinnen
Jahr(e) Name Bemerkungen 1246 Heilwig Gründerin des Klosters. Es ist nicht zu belegen, nur zu vermuten, dass sie Äbtissin war. 15. August 1258 N. N. 23. März 1282 N. N. 1296, 1307 Mechthilde 1310, 1315 Margareta 1317, 1331 Mechthilde 1332, 1333 Margaretha 1348 Elisabeth vielleicht die 1346 erwähnte Nonne Elisabeth von Stendal 1348 Gertrud die einzige bekannte Gertrud zu der Zeit war Gertrud Stacius 1359, 1383 Reymburge Tochter der hamburgischen Bürgerin Margareta Ryben 1387 Gertrud Stapel auch: Gertrud Stapels 1410 Katharina Wraak † 1415 1412, 1432 Wommele Wulfhagen vermutlich Tochter des Ratsmannes Ludolf Wulfhagen 1436 Margaretha Merlow 1450, 1453 Beke Buxtehude 1458, 1461 Elisabeth † 1468; vermutlich identisch mit Beke von der Hove, die Lappenberg für 1463 aufführt; auch: Beke Hune 1465 – 19. 12. 1482 Margaretha Vermersen auch: Grete Vermersen 1483, 1486 Anna Kalen 1506, 1509, 1520 Anna von Tzeven 1526 – 1542 Caecilia von Oldessem 1522 Nonne, ab 1531 Jungfer Domina des Konventualinnenstifts
Die Priorinnen
Jahr(e) Name Bemerkungen 1310 Elisabeth 1333 Gertrud 1348 Elisabeth vielleicht die 1348 vorkommende Äbtissin desselben Namens 1361 Justina 1363, 1383 Thiburga auch: Thidburg 1412 Catherina 1415 Mette 1418 Losseke 1421, 1432 Lucia Bretlinges auch: Luske Bretling, Tochter des Ratsherren Albert Bretling; eventuell identisch mit der vorgenannten? 1436, 1458 Alheid Gripswold 1461, 1468, 1474 Gertrud Tolner 1480, 1486 Windele Bernstede auch: Wenke Bernstede 1509 Gesche Kretel 1518, 1520 Anna Wesselhovede nach 1520 Barteke von Tzeven
Die Pröpste
Jahr(e) Name Bemerkungen 1295, 1313 Johannes Nortorp, Nortorf, Nordorf zugleich Kaplan von Gerhard II. von Holstein und Schauenburg 1314 Johannes 1313, 1315 Alardus von Schiltsen Pfarrer zu Wedel 1315, 1317 Conrad 1319, 1355 Willekin 1356 Johannes Lowe 1361, 1366 Jacobus 1366, 1370 Hinrich von Wiggersen Bruder des Hamburger Bürgermeisters Werner van Wiggersen 1. September 1370, 1371 Nicolaus van Ultzen 1375, 1378 Bertram von Koldenkerken früher Pfarrer in Barmstedt 1379 Hinrich Pikart März 1381, 1385 Bertram von Barmstede 20. Dezember 1387, 1393 Johann Husbalke 1397 Domherr 1394, 1402 Hermann Pressentin vicarius perpetuus zu St. Petri 1403, 1412 Hinrich Knakerügge war im Umkreis des Grafen Nicolaus von Holstein und Schauenburg tätig 1415, 1416 Hermann Rotermund 1418, 1421 H. Busser 6 Jahre im Amt, vermutlich 1416 – 1422 1421, 1430 Georg Soltwedel 1431 Eggehard Cluver 3 Jahre im Amt (– 1434?) 1434 Georg † 1436 1436 Johann Riphen † 1452 1452, 1455 A. Sueverling nach Gaedechens: Sneverding 1455, 1483 Johann Screyge Sohn des Dieterich, Enkel des Ratsherrn Albert Schreye 30. Januar 1493 Luder von Hadelen vorher Sekretär des Rats, 1477 vicarius perpetuus beim Domkapitel 1500 Johann Garve, Gerwer † 25. Februar 1500. Er erscheint 1477 – 1490 als Vikar am Dom. 1507, 1510 Ludolf Garve, Gerwer Wenn er der 1544 verstorbene Ludolf Garve ist, hat er resigniert. 1508 hatte er eine Vikarie am Dom. ca. 1510 – 1523 Luder Wittekop 1523; 30. Dezember 1524 Conrad Zyll
Die Vorsteher (provisores)
Jahr(e) Name Bemerkungen 1307 Johann Miles Bürgermeister 1300 – 1329 1307 Johann vom Berge (de Monte) Ratsherr ab 1275, Bürgermeister 1325 – 1328
Die Klosterbürger
Jahr(e) Name Bemerkungen 1490, 1492 Johan Huge Bürgermeister 1478 – 1499. Wird „provisor“ des Klosters genannt. 1491 Johann Gherwer gemeinsam mit Huge. Wurde im liber memorandorum „provisor und vorweser des Klosters to Hervesteshude“ genannt. 1516 Gerd von Hutlem Ratmann
+ Kirchspielbürger, die die Zerstörung des Klosters 1530 im Auftrag des Rats überwachten Name Bemerkungen Hans von Bergen Oberalter zu St. Jacobi 1528 – 1549 Hans Drewes Asmus von Minden 1537 Jurat von St. Petri Mattheus Moers Verhandelt wie auch Warnecken am 5. Juni 1529 mit dem Domkapitel Michael Panning Oberalter zu St. Jacobi 1529 – 1547 Heinrich Rademacher Oberalter zu St. Petri 1531 – 1532, dann Ratsherr Hans Rentzel Oberalter zu St. Petri 1532 – 1533, 1534 Ratsherr Warnecke Warnecken 1531 Jurat von St. Nicolai, 1540 – 1555 Oberalter daselbst
Rechtsvertreter (monitores) des Klosters in der Stadt Hamburg
Jahr(e) Name Bemerkungen 1308 Heinrich Biscop 1465 Johann Unrouwe war auch Kaplan 1474 Otto vam Meere Ratsherr, Wandschneider 1474 – 1482 Oldmann Louwen zugleich Vorsteher des Heilig-Geist-Hospitals 1502 – 1514 Clawes 1514 – 1522 Hans Segelke 1522 – 1524 Thomas Wilde Pächter des Ratsweinkellers 1524 – 1530 Henning Schele
Kloster St. Johannis nach der Reformation Das Kloster St. Johannis wurde nach der Reformation durch die beiden ersten Bürgermeister Hamburgs (als Patrone)Liste der Patrone bei Gaedechens et al.: Das St. Johannis Kloster in Hamburg, S. 210–212, zwei Klosterbürger (als Vorsteher)Liste der Vorsteher bei Gaedechens et al.: Das St. Johannis Kloster in Hamburg, S. 213–215 und die Jungfer DominaListe der Jungfrauen Dominae bei Gaedechens et al.: Das St. Johannis Kloster in Hamburg, S. 216 verwaltet, die gemeinsam den Großen Konvent bildeten. Ihnen standen unterstützend, aber nicht stimmberechtigt, je ein KlosterschreiberListe der Klosterschreiber bei Gaedechens et al.: Das St. Johannis Kloster in Hamburg, S. 217 und ein KlostervogtListe der Klostervögte bei Gaedechens et al.: Das St. Johannis Kloster in Hamburg, S. 218 zur Seite.
Nach dem Wegfallen des Propstes, dem auch weltliche Geschäfte zustanden, trat an die Stelle der Prokuratoren der Klosterschreiber. Er hatte auch das Protokoll, die Rechnungen und Hypothekenbücher des Klosters zu führen, zweimal jährlich mit dem Klostervogt eine Grenzbegehung vorzunehmen und darüber hinaus Aufträge für das Kloster zu erledigen, die ihm von der Leitung erteilt wurden. Seine Stelle kaufte er seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts für eine bedeutende Summe, leistete außerdem 10.000 Mark Kaution. Seine Einkünfte bestanden aus: freier Dienstwohnung im Kloster, verschiedenen festen Einnahmen und aus Gebühren. Sie musste er, wie der Klostervogt, als eine Art von Leibrente ansehen, die er durch den Kauf der Stelle erwarbLappenberg: Von der Cistercienserinnen-Abtei, S. 569.
Aufgaben des Klostervogtes waren seit dem Ende des 16. Jahrhunderts: die Grenzen des Klostergebietes zu überwachen, den Zustand von Ländereien, Holzungen und Jagdwesen zu kontrollieren, die Land- und Wasserwege instand halten zu lassen. Er hatte auch Polizeigewalt und musste von den Bauern die ausstehenden Abgaben eintreiben. Die Stelle kaufte er ebenfalls seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts. Seine Wohnung hatte er in Eppendorf oder Eimsbüttel zu wählen. Seine Einnahme bestand aus Geld, festen Naturalleistungen und zufälligen EinkünftenLappenberg: Von der Cistercienserinnen-Abtei, S. 571.
Alle Amtsträger übten ihre Funktion in der Regel auf Lebenszeit aus. Das Ende der Amtszeit ist also das Sterbedatum, außer bei E = Ende der regulären Amtszeit als Bürgermeister P = Pensionierung R = Rücktritt (i. d. R. aus Alters- und Gesundheitsgründen) S = Suspendierung Ratsherr = Die Vorsteher legten ab 1621 ihr Amt nieder, wenn sie in den Rat gewählt wurden # = Grund unbekannt
Das Kloster St. Johannis übte die Hoheitsrechte über zahlreiche Dörfer aus, die 1830 der Landherrenschaft der Geestlande und damit der direkten Hamburger Hoheit unterstellt wurden. Die späteren Amtsträger sind dafür ohne Belang. Sie werden hier jedoch noch bis zum Stand von 1884 genannt, dem Jahr, in dem sie bei Gaedechens et al. veröffentlicht wurden.
Die Patrone 1539 – 6. April 1546 Dirik Hohusen 1546 – 17. Januar 1547 Johann Rodenburg 1547 – 6. April 1557 Jürgen Plate 1558 – 4. Oktober 1579 Albert Hackmann 1579 – 1581 vakant? 1581 – 1. Februar 1588 Eberhard Moller 1588 – 2. August 1594 Joachim vam Kampe 1594 – 1597 vakant? 1597 – 30. März 1613 Erich von der Fechte 1613 – 30. März 1621 Vincent Moller 1621 – 24. Oktober 1623 Sebastian von Bergen 1624 – 16. Februar 1632 Joachim Claen 1632 – 4. Mai 1653 Albert von Eitzen 1653 – 2. August 1678 Nicolaus Jarre 1678 – 19. Januar 1680 Broderus Pauli 1680 – 15. August 1684 Johann Schröder 1684 – 25. Oktober 1687 Diedrich Moller 1687 – 14. Juli 1690 Hinrich Meurer 1690 – 28. März 1704 Joachim Lemmermaun 1704 – 18. November 1709 Peter von Lengerke 1709 – 28. Januar 1723 Gerhard Schröder 1723 – 1. Februar 1728 Hinrich Diedrich Wiese 1728 – 5. November 1729 Hans Jacob Faber 1730 – 3. Mai 1743 Johann Andersen 1743 – 9. November 1759 (R) Cornelius Poppe († 24. Februar 1768) 1759 – 9. Januar 1765 Lucas Corthum 1765 – 28. Juli 1783 Nicolaus Schuback 1783 – 22. August 1784 Franz Doormann 1784 – 22. August 1800 Jacob Albrecht von Sienen 1800 – 13. November 1801 Franz Anton Wagner 1801 – 5. Juni 1816 Daniel Lienau 1816 – 21. Juni 1831 Wilhelm Amsinck 1831 – 1. Februar 1850 Johann Heinrich Bartels 1850 – 31. Dezember 1860 (E) Heinrich Kellinghusen († 20. April 1879) 1861 – 14. Mai 1869 (R) Friedrich Sieveking († 25. Dezember 1872) 1870 – Senator Gustav Heinrich Kirchenpauer