mini|Morris B. Abram Morris Berthold Abram (geb. 19. Juni 1918 in Fitzgerald, Georgia; gest. 16. März 2000 in Genf) war ein US-amerikanischer Jurist und Anwalt für Bürger- und Menschenrechte.
Abram führte einen 14-jährigen Kampf gegen eine Wahlregel des US-Bundesstaates Georgia, die den überwiegend weißen Wählern auf dem Land ein größeres Stimmgewicht als den städtischen, meist schwarzen Wählern gab. Die richtungsweisende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1963, dass die Regel verfassungswidrig sei, war ein Rückschlag für die Rassentrennung und bestätigte das Prinzip der Wahlgleichheit.
1993 gründete er zusammen mit Edgar Miles Bronfman die Organisation UN Watch, einer dem Jüdischen Weltkongress angegliederten Organisation, deren Vorsitz er bis zu seinem Tode innehatte.
Leben Abram schloss 1938 sein Studium mit summa cum laude an der University of Georgia ab und wurde als Rhodes-Stipendiat ausgewählt, doch seine Pläne, die Universität Oxford zu besuchen, wurden vorübergehend durch den Eintritt Großbritanniens in den Zweiten Weltkrieg gestoppt. Stattdessen schrieb er sich an der University of Chicago Law School ein, die er 1940 abschloss. Nach dem Militärdienst besuchte Abram Oxford und erwarb den Bachelor- (1948) und Master-Abschluss (1953).
1949 begann Abram seinen Kampf gegen die georgische Wahlordnung und fiel ihr selbst zum Opfer, als er 1953 im Fünften Wahlbezirk die Nominierung als Demokrat für den Kongress anstrebte. Er setzte sich für die Aufhebung der Rassentrennung an Schulen ein und hatte das bevölkerungsreiche Fulton County hinter sich, zu dem auch Atlanta gehört. Er büßte jedoch zwei kleinere Landkreise ein, die ein unverhältnismäßig hohes Stimmgewicht hatten, und verlor die Wahl.
1961 wurde Abram von US-Präsident John F. Kennedy zum Chefjuristen des Friedenscorps ernannt und er diente in verschiedenen Kommissionen und Gremien unter vier weiteren Präsidenten. Er war nationaler Präsident des American Jewish Committee (1963–68), Vorsitzender des United Negro College Fund (1970–79), Vorsitzender der National Conference on Soviet Jewry (1983–88) und Vorsitzender der Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations (1986–88).
1983 wurde er von Präsident Ronald Reagan für die US-Kommission für Bürgerrechte nominiert. Seine Nominierung stieß bei einigen prominenten Afroamerikanern auf Widerstand, die ihn als „nicht dem Prinzip der Chancengleichheit verpflichtet“ ansahen.
Von 1963 bis 1983 war Abram Partner der New Yorker Anwaltskanzlei Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison, der er viele Jahre als Partner angehörte, mit Ausnahme der Jahre 1968 bis 1970, in denen er als Präsident der Brandeis University in Waltham, Massachusetts tätig war, wo er auf Gründungspräsident Abram L. Sachar folgte. 1993 wurde er Berater dieser Anwaltskanzlei.
Zum Zeitpunkt seines Todes lebte Abram in Genf und war Vorsitzender der pro-Israel Lobbyorganisation UN Watch, einer dem Jüdischen Weltkongress angegliederten Organisation, die er 1993 gemeinsam mit Edgar Miles Bronfman gegründet hatte. Er galt als prominente Persönlichkeit der jüdischen Gemeinde mit Verbindungen zur israelischen radikalen Rechten.Un Watch, che cos’è l’ong filo-israeliana che ha diffuso il video manomesso di Francesca Albanese, Il Fatto Quotidiano, 12. Februar 2026
Literatur Morris B. Abram: The Day Is Short, 1982 (Autobiographie)
Einzelnachweise
Kategorie:Bürgerrechtler (Vereinigte Staaten) Kategorie:Universitätspräsident Kategorie:Rechtsanwalt (Vereinigte Staaten) Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1918 Kategorie:Gestorben 2000 Kategorie:Mann