Die Weserstraße ist die Hauptstraße im Bremerhavener Stadtteil Wulsdorf. Sie führt in Nord-Süd-Richtung von der Georgstraße zur Stadtgrenze weiter in Richtung Bremen. Sie gliedert sich in die Teilbereiche Georgstraße bis Lindenallee (Zentrum) und Lindenallee bis Stadtgrenze.
Die Querstraßen wurden benannt als Hoebelstraße, Gärtnerstraße, Kosebrokenstraße, Heidacker, Nordernfeldstraße, Südernfeldstraße (alle als Flurbezeichnung), Memeler Straße, Radellstraße, Ringstraße, Reithstraße, Bielefelder Straße, Ahnthöhe, Osnabrücker Straße, Rohrstraße nach einem Bach, Sandfahrel und Grodenstraße beide als Flurbezeichnungen, Thunstraße, Lindenallee nach dem Baum, Kreuzackerstraße, Sandbredenstraße und Hackfahrel als Flurbezeichnungen, Am Jedutenberg nach dem Ortsteil und einem künstlich aufgeworfenen Hügel als Jedutenhügel, Steinacker (Flurbezeichnung)., Bremer Straße, Deichhämme, Tränkestraße, Nückeler Weg, Loxstedter Weg, Bohmsiel; ansonsten siehe beim Link zu den Straßen.
Geschichte Die Weserstraße wurde nach dem parallel führenden Strom Weser benannt. Zuvor wurde sie schlicht Chaussee genannt.
Entwicklung Das 1139 erstmals erwähnt Dorf Wulsdorf wurde 1840 zur Landgemeinde. Eine Wegeverbindung, später Chaussee, von Bremen nach Geestendorf bestand schon im Mittelalter. Um 1850 entstand die Landstraße nach Beverstedt. An ihrer Einmündung, der Lindenstraße zur Weserstraße (zumeist auch Chaussee genannt), entwickelte sich ein neues Zentrum des Ortes. Durch die Hafenentwicklung in Geestemünde und Bremerhaven und dem Fischereihafen erfuhr auch Wulsdorf einen kräftigen Auftrieb. Die rund 3,8 Kilometer lange Chaussee musste im 19. Jahrhundert ausgebaut werden und wurde zum Rückgrat von Wulsdorf. 1891 wurde die Schule an der Weserstraße erstellt; heute Altbau der um 1932 so benannten Fichteschule. Der Wulsdorfer Friedhof entstand seit 1870.
1896 wurde die Wulsdorfer Chaussee über eine neue Bahnbrücke (Rampe) nach Geestemünde zur Georgstraße geführt. 1908 kam das Straßenbahndepot und 1916 das Postamt. 1913 standen die ersten Gaslaternen. Begehrtes Ausflugsziel war das Café Simon an der Chaussee.
Seit 1920 war Wulsdorf (4930 Einwohner) Ortsteil von Geestemünde und ist seit 1971 Stadtteil von Bremerhaven (2001: 11.220 Einwohner).
Die Reichsstraße 6, später Bundesstraße 6, zu der die Weserstraße gehört (e) führt seit 1934 von Wesermünde bis Breslau und seit 1937 von Wesermünde über Langen nach Cuxhaven. Ende der 1970er Jahre, nach Eröffnung der Bundesautobahn 27, wurde Teile der B 6 durch die A 27 ersetzt.
Im Zweiten Weltkrieg war die Straße von den Luftangriffen auf Wesermünde weitgehend verschont geblieben.
Verkehr mini|hochkant|VGB-Gleislage (31. Dezember 1952)Seit 1881 gab es eine Pferdestraßenbahn in Bremerhaven, die ab 1891 zur Schweizer Halle am Pferdebahndepot Wulsdorfer Chaussee (nördliches Ende Wulsdorfs) führte. Von 1898 bis 1949 wurde sie zu einem elektrischen Straßenbahnbetrieb mit sechs Linien umgebaut.
1908 konnte das Straßenbahndepot an der Weserstraße in Betrieb genommen werden. Von 1908 bis 1960 führte eine elektrische Straßenbahnlinie als Linie 3 durch Wulsdorf, die die Verbindung mit Geestemünde und der heutigen Stadtmitte herstellte (siehe auch Gleisplan von 1952). 1911 wurde sie zum Kleinbahnhof (heutige ÖPNV-Haltestelle Deichhämme) der Niederweserbahn an der Weserstraße verlängert. Diese Kleinbahn verband Bremen-Vegesack via Sandstedt mit Wulsdorf. In den letzten Jahren ihres Betriebs fuhr sie noch bis 1964 von Sandstedt nach Wulsdorf und weiter zum Bremerhavener Hauptbahnhof.
Durch die Straße verkehren die Buslinien 502, 504/505/506, ML, NL und S der Bremerhavener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (BVV).BVV-Fahrplanbuch 2022 Ein Anruf-Linientaxi (ALT) ergänzt das Angebot.
Gebäude und Anlagen An der Straße befinden sich sehr uneinheitlich ein- bis fünfgeschossige Wohn- und Wohn- und Geschäftshäuser sowie zwei Hochhäuser.
Baudenkmale mini|Dionysiuskirche mini|Villa Busse Nr. 169: Bremerhavener Friedhof in Wulsdorf, 93.660 m² groß, entstand ab 1870/71 nach Plänen des Gartenarchitekten Wilhelm Benque als Parkfriedhofs. 1888 wurde nach dem Entwurf vom Stadtbaumeister Luis Löschner die Kapelle im neuromanischen Stil errichtet. Die Einfriedungsmauer kam 1914. Ein Wohnhaus für den Gärtner von 1920 am Haupteingang nach Plänen von Julius Hagedorn übernahm auch die Funktion einer Wartehalle. 1930 wurde ein Krematorium im Untergeschoss der Friedhofskapelle integriert.Denkmaldatenbank des LfD: Nr. 237: 2- bis 3-gesch. historisierende Villa Busse von 1895 nach Plänen von Georg Fäsenfeldt im Schweizerhausstil bzw. dem der Neorenaissance für den Reeder Friedrich Busse; 1920 erwarb der Maschinenbauer Conrad Schlotterhose die Villa.Denkmaldatenbank des LfD: Am Jedutenberg 2/Bremer Straße: Dionysiuskirche (Wulsdorf), 1313 urkundlich erwähnt, romanische Feldsteinkirche vom 11. Jahrhundert mit Westturm und freistehendem Glockenturm; 1949 erfolgte die Wiederherstellung des Altaranbaus.Denkmaldatenbank des LfD:
Erwähnenswerte Gebäude Nr. 16: 2-gesch. Wohnhaus Nr. 40: 3-gesch. Wohnhaus aus der Jahrhundertwende Nr. 56: Standort von 1952 bis 1961 des früheren Kinos Kurbel bzw. Kamera-Filmtheater, das 230 Plätze hatte.Filmtheater Bremen in Filmtheater Square bzw. Hans Happel: Kinos in Bremerhaven. Nr. 57: 2-gesch. Wohnhaus aus der Jahrhundertwende Nr. 77: Früher war hier das begehrte Ausflugsziel Café Simon, heute ein maßstabsprengendes 11-geschossihe Hochhaus mit Vorplatz Lindenallee 1: 1- bis 2-gesch. Filiale der Volksbank Bremerhaven-Cuxland Lindenallee 2–4: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus mit Läden und Praxen Nr. 83: 2-gesch. Wohnhaus aus der Jahrhundertwende ´ Nr. 85: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus Nr. 86: 2-gesch. Gaststätte Nr. 89: 2-gesch. Wohnhaus mit kleinem Türmchen Nr. 90: Einkaufszentrum Nr. 94a: 2-gesch. Bürohaus mit der Filiale der Sparkasse Bremerhaven Nr. 98: 2-gesch. Wohnhaus Nr. 152: 3-gesch. Wohnhaus aus der Jahrhundertwende Nr. 152/160: Brücke über die Bahnlinie der ehem. Niederweserbahn zum Fischereihafen Nr. 169: Wulsdorfer Friedhof, siehe oben Nr. 237: Villa Busse, siehe oben
Denkmale mini|130px|Wulsdorfer Gefallenendenkmal Wulsdorfer Gefallenendenkmal des Ersten Weltkriegs zwischen Weserstraße und Dionysiuskirche Liste der Stolpersteine in Bremerhaven
Literatur Harry Gabcke, Renate Gabcke, Herbert Körtge, Manfred Ernst: Bremerhaven in zwei Jahrhunderten; Band I bis III von 1827 bis 1991. Nordwestdeutsche Verlagsgesellschaft, Bremerhaven 1989/1991, ISBN 3-927857-00-9, ISBN 3-927857-37-8, ISBN 3-927857-22-X. Wolfgang Brönner: Bremerhaven. Baudenkmäler einer Hafenstadt, Bremen 1976. Werner Kirschstein: Seestadt Bremerhaven. Historische Bauwerke einer Hafenstadt, Bremerhaven 2001
Einzelnachweise
Kategorie:Innerortsstraße in Bremerhaven Kategorie:Altstraße Kategorie:Wulsdorf