mini|Schloss Loburg mini|Luftbild (2014) mini|hochkant|Die Erbauer der Loburg: Josef Marsil Wilhelm Xaver von Nagel zur Loburg mini|hochkant|Seine Frau Maria Anna von Nagel vom Haus Herl mini|Schloss Loburg Frontansicht (2018) Das Schloss Loburg ist ein Wasserschloss in der Nähe von Ostbevern im Münsterland. Schloss Loburg wurde 1294 erstmals urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert erfuhr es eine Erweiterung um eine Teilbefestigung und im Jahr 1760 wurde es nach den Plänen von Johann Conrad Schlaun zum barocken Lustschloss umgebaut. Heute beherbergt das nach einem Brand im Jahre 1900 im neobarocken Stil wiederaufgebaute Schloss eine Schule mit zugehörigem Internat. Das Schloss ist umgeben vom Loburger Park mit seiner Rhododendronanlage, durch den angrenzenden Wald führt der Loburger Kreuzweg.

Geschichte Schulzenhof Loburg

Auf der ältesten erhaltenen Urkunde steht das Datum 19. Juli 1294. Sie erwähnte ein „Lohaus“. Es war im Besitz der Schulzen von „Lohove“. Ritter Gerlach von Bevern und sein Sohn Hermann beschenkten eine von ihnen gestiftete Vikarie mit Renten.

Ritterburg Loburg Sie kam um 1400 durch die Hand der Erbtochter Kunigunde von Bevern an ihren Ehemann Dietrich Stael. Ab 1412 tauchte ein „Lohoff castrum Johannes de Bevern“ auf. Da zum ersten Mal von einer Burg gesprochen wurde, wird man ihre Entstehung um das Jahr 1400 vermuten können. Die noch 1828 vorhandenen Gräften legen ein stattliches Ausmaß dar. In der 1984 wiedergefundenen Beschreibung heißt es:

Droste zur Loburg 1517 heiratete die Erbtochter Anna Stael zu Loburg Heinrich von Münster, doch blieb die Ehe kinderlos. Als Anna Stael um 1559 starb, kam es zu einer Erbteilung.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen (vgl. Tat.Lob.64) Die eine Hälfte der Höfe sowie eine Entschädigung von 3.500 Talern ging an die Geschwister Heinrich, Johann und Lenecke Korff, die andere Hälfte der Höfe und das Haus Loburg an die Familie Droste zu Senden. Nachdem aus der Ehe von Joachim Droste zur Loburg und seiner Frau Elisabeth von Chalon kein männlicher Erbe entsprungen war, gelangte die Burg schließlich an die Tochter Elisabeth Anna Droste zur Loburg, die das Gut am 14. April 1649 in die Ehe mit Adolf von Nagel mit einbrachte.

Von Nagel zur Loburg 1651 wurde Adolf von Nagel zu Ittlingen als Besitzer genannt und begründete damit die 134-jährige Dynastie derer von Nagel auf der Loburg. Deren erster Sohn Georg Joachim heiratete Magaretha Adelheid Dorothea von Eerde († 1724). Deren Sohn Johann Caspar Friedrich von Nagel zu Loburg heiratete 1716 Elisabeth Bernhardina Theodora von Valcke, zuvor Kanonisse zu Stift Nottuln. Der jüngere Sohn Heidenreich Adolf, Domherr zu Münster und Osnabrück, Propst zu St. Mauritz und münsterischer Hofkammerpräsident, erbte Schloss Loburg nach dem Tod seines Bruders Johann Caspar 1732. Mit ihm starb der ältere Zweig von Nagel zu Loburg 1748 aus. Adolfs zweiter Sohn Wilhelm Franz von Nagel zu Loburg heiratete am 25. August 1695 Catharina Charlotte von Köth zu Wanscheid (Tochter des Johann Wilhelm Köth von Wanscheid und der Clara Elisabeth von Cronberg). Mit der benachbarten Familie Schenckinck auf Haus Bevern gab es mehrere Konflikte um Gerichtsbarkeiten. Der andauernde Konflikt zwischen den beiden Familien fand in zwei Streitfällen Niederschlag.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen (C.Tat.Lob.23 u. C.Tat.Lob.31) Zu allem Überfluss lieh sich Wilhelm Franz von Nagel auch noch Geld von Johann Eberhard Droste zu Nienburg und zahlte nicht zurück. Der Gläubiger pfändete daraufhin das Haus Keuschenburg. Zwar konnte von Nagel dies mit Hilfe eines Verwandten in Münster, Dietrich Hermann von Nagel, der Generalwachtmeister des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen war, zunächst abwenden. Sein Widersacher wurde am 26. April 1675 verhaftet und am 7. August 1675 wurde auf Befehl des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen durch die Soldaten des Dietrich Hermann von Nagel die Nienburg zerstört. Doch dieser hatte bereits am Reichskammergericht in Speyer die Reversion beantragt. 1685 wurde Johann Eberhard Droste die Keuschenburg und die Nienburg als Eigentümer wieder zugeschrieben. Zwar konnte ein Verwandter von Wilhelm Franz von Nagel, Christoph Bernhard von Nagel die Nienburg erwerben, doch die Keuschenburg war für Wilhelm Franz von Nagel verloren und seine Schulden waren nicht weniger, sondern mehr geworden. Von Nagel beantragte die Landtagsfähigkeit, die ihm zugesprochen wurde und ihm eine beschränkte Mitbeteiligung im Fürstbistum sicherte. 1742 gelang es seinem Sohn Josef Marsil Wilhelm Xaver von Nagel zur Loburg, fußend auf den alten Lehnsansprüchen, für die Keuschenburg das Nießbrauch für seine Familie zu erringen. Die Burg Loburg war in einem schlechten Zustand, sodass sich Josef Marsil Wilhelm und seine Ehefrau Maria trotz der finanziell prekären Situation mit der Neuplanung eines Barockschlosses befassten.

Der Schlaunbau mini|Originalentwurf Schlauns mini|hochkant|Grundriss des Schlaunbaus 1760 wurde die reparaturbedürftige Burg abgerissen. Nach Plänen von Johann Conrad Schlaun entstand 1766 ein kleines Barockschloss mit ovalem Hofraum und breiten Gräften, über die drei Zugbrücken führten. Das Schloss selbst wurde zweistöckig mit Mansarddach, einer Flügeltreppe vor der Mittelfront und einem dreiseitig vorspringenden Mittelrisalit errichtet. 1785 musste Clemens August Theodor Josef von Nagel zur Loburg, der Sohn des Erbauers, das Schloss Loburg aus finanziellen Gründen zwangsversteigern lassen. Auch der Schlossbau hatte zum Ruin der Familie mit beigetragen. Am 7. Juni 1785 wurde es mit etwa 500 Morgen Grund in einer Zwangsversteigerung dem Meistbietenden zugeschlagen.Eugen Kotte: Ostbevern, Aufsätze zur Dorfgeschichte, Ostbevern 1987, S. 35.Sven Solterbeck: Blaues Blut und rote Zahlen. Westfälischer Adel im Konkurs 1700–1815. Waxmann, Münster 2018, S. 223–236. Die verarmte Familie Nagel war schon zuvor in das Haus Keuschenburg umgezogen, dass ihnen zwar nicht mehr gehörte, wo sie aber noch ein Nießbrauch hatten.

Elverfeldt genannt von Beverfoerde zu Werries Der Ersteigerer war Friedrich Clemens von Elverfeldt zu Dahlhausen und Steinhausen, der es zum Stammsitz derer von Elverfeld genannt Beverförde-Werries machte.Obwohl die Besitzverhältnisse unverändert blieben, wurden nach den Akten des Archives von 1870 bis 1908 Felix von Lilien und seine Nachkommen und danach Maximilian Graf Berghe von Trips (* 29. Juni 1850; † 6. September 1921) von 1908 bis 1912 Eigentümer der Loburg. Mit diesem führte er noch zahlreiche Rechtsstreitigkeiten, wie etwa über den Kattmanns Kamp, in dessen Besitz er schließlich gelangte. 1789 erkannte Kaiser Joseph II. den Doppeltitel dem Freiherrn zu, der heute noch Bestandteil des Namens ist.siehe Siegfried Schmieder: Ostbevern – Beiträge zur Geschichte und Kultur, Geschichte der Loburg. Warendorf 1988, S. 570. Am 24. April 1792 heiratete er in Telgte Maria Anna Wilhelmine von und zu Westerholt-Gysenberg, einer Schülerin und möglichen Jugendliebe von Beethoven. 1802, noch vor dem Reichsdeputationshauptschluss, übernahm er das in seiner Familie erbliche Amt des Drosten im Amt Bocholt des Hochstifts Münster, und noch vor der Etablierung des Département de l’Ems-Supérieur war er von 1810 bis Februar 1814 Maire des Kantons Ostbevern. Geschickt konnte er die französische Landesherrschaft für seinen Aufstieg nutzen. Bei dieser Karriere kam ihm zugute, dass die preußische Besitzergreifung 1802/1803 zu einem Zerwürfnis innerhalb des alteingesessenen Adels geführt hatte. Er kollaborierte mit der Besatzungsmacht, wurde französischer Beamter und überrundete mit dem Titel Juge de Paix die Droste zu Vischerings, die als Herrn von Bevern die Rechtsprechung in Ostbevern als Drost bis 1809 ausgeübt hatten. Dabei nahm er eine führende, nicht uneigennützige Rolle bei der Säkularisation, der Aufhebung und der Verteilung der Klostergüter des Klosters Rengering und des Klosters Vinnenberg ein. Noch heute kann ein Kamin des Klosters Vinnenberg auf dem Schloss Loburg besichtigt werden. Auch als der Bau des Teilabschnittes der N3 die 1811 durch Napoleon als „routes imperiales“ oder Napoleonchaussee (Paris–Lüttich–Wesel–Hamburg, heute ein Teil der Bundesstraße 51 und der Hauptstraße Ostbeverns) angeordnet wurde, ließ er in Ostbevern und Umgebung bis zu 300 Arbeiter (insgesamt hatte Ostbevern 2221 Einwohner 1811, das fast gleich große Ladbergen Stand 1811 mit 2179 Einwohnern hatte dagegen nur 150 Arbeiter zu stellen) und 15 zweispännige Wagen dafür zwangsrekrutieren. Dabei wurde die Postroute von Münster nach Osnabrück, die seit 1688 über Ladbergen und Lengerich verlief, aus militärischen Gründen über Telgte, Ostbevern, Glandorf, Iburg geführt. In Ostbevern wurde als Relaisstation die Sachsenrast gebaut. Nach dem Ende Napoleon Bonaparte wechselte er wieder die Seiten. Doch brachten ihm die französischen Ämter in der Restauration sowohl bei den Deutschnationalen, wie etwa Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein, als auch bei den Konservativen, wie etwa Ludwig von Vincke, lebenslange Anfeindungen ein. Auch der preußische König Friedrich Wilhelm III. zeigte ihm die kalte Schulter. Erst nach seinem Tod wurde seinem Sohn Carl Adolf von Elverfeldt genannt von Beverfoerde zu Werries am 19. Dezember 1844 von Friedrich Wilhelm IV. rehabilitiert, indem er dessen Freiherrenstand anerkannte.

Der Schlossbrand mini|Grundriss der neuen Loburg 1899 fiel das Schloss einem verheerenden Brand zum Opfer. Das Unglück wurde durch einen lokalen Spökenkieker prophezeit.

Durch zwei Blitzschläge geriet das Schloss am 22. Juli 1899 in Brand und wurde bis auf die Grundmauern zerstört.

Die verschollene Beethovensonate Bei dem Brand ging auch eine unveröffentlichte handgeschriebene Sonate Beethovens – weil sie in einem Tresor lag, hatte man keine Kopie angefertigt – unwiederbringlich verloren. Beethoven hatte sie im Sommer 1791 Maria Anna Wilhelmine von und zu Westerholt-Gysenberg gewidmet. Sie war seine Schülerin auf Schloss Westerholt und in Münster und galt als vorzügliche Pianistin. Am 24. April 1792 heiratete sie Baron Friedrich Clemens von Elversfeldt genannt Beverförde-Werries. Aus der Ehe gingen vier Söhne und eine Tochter hervor. Maria Anna Wilhelmine blieb bis zu ihrem Tod in Ostbevern und wurde in der nach ihr benannten Anna-Kapelle an der Seite ihres Ehemanns bestattet.

Der Schaedtlerbau Schon ein Jahr nach dem Brand (1900–1901) wurde das Schloss – der Stammsitz derer von Beverförde zu Werries – durch einen neobarocken Bau des Architekten Hermann Schaedtler aus Hannover in erweiterter Form (im Ausmaß fast doppelt so groß) wiedererrichtet. Der Neubau ähnelt dem alten Schloss, was man dem Architekten zur Auflage gemacht hatte. Die Namenspatrone der Erbauer, Karl Borromäus und Kaiserin Adelheid, sind in den Fenstern der heutigen Hubertuskapelle dargestellt. Das Allianzwappen des Erbauers sowie sein Wahlspruch „DEUS ADIUTOR ET PROTECTOR MEUS“ (dt.: Gott mein Helfer und Schützer) sind im Mittelrisalit des Giebels angebracht. 1903 wurde der Loburger Park angelegt.