Horst-Günther Max Krainick (* 28. November 1908 in Steglitz bei BerlinGeburtsregister Standesamt Steglitz, Nr. 1068/1908; † März 1968 nahe Huế, Vietnam) war ein deutscher Mediziner und Hochschullehrer.

Leben Horst-Günther Krainick ging 1961 als Leiter eines Bildungshilfeprogramms der deutschen Bundesregierung an die kurz zuvor gegründete Medizinische Fakultät der Universität der südvietnamesischen Stadt Huế.Simon Reuter: Die Vietnam-Mission der Medizinischen Fakultät Freiburg (1961 - 1968) - Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 2011 Im ersten Semester 1961 schrieben sich 46 Studenten und zwei Studentinnen ein. Neben Krainick unterrichteten anfangs Dr. Erich Wulff, Dr. Ruprecht Zwirner und Dr. Kurt Weil. Die Laboratorien wurden mit Unterstützung der Freiburger Universität ausgebaut. Der Aufbau der Fakultät war das erste Entwicklungshilfeprojekt der Bundesrepublik Deutschland im damaligen Südvietnam, anfangs organisiert vom Auswärtigen Amt – das BMZ wurde später gegründet. Nicolaus Schmidt, Viet Duc – Deutsch-vietnamesische Biographien als Spiegel der Geschichte, Bielefeld 2017, S. 93f.

Während der Tet-Offensive des Vietcong und der Eroberung der Stadt wurde Krainick um den 5. Februar 1968 zusammen mit Raimund Discher, dem Arzt Alois Alteköster und seiner Frau Elisabeth Krainick entführt. Alle Bemühungen, unter anderem des Caritas-Präsidenten Georg Hüssler, um die Vermissten blieben erfolglos. Am 3. April 1968 teilte die Deutsche Botschaft in Saigon mit, die Leichen der vier Deutschen seien in einem Massengrab gefunden worden. Als Todesursache wurden Genick- und Kopfschüsse angegeben. Am 18. April 1968 wurde das Ehepaar Krainick in Freiburg beigesetzt. Ihr Schicksal wird in mehreren wissenschaftlichen Büchern zur Geschichte der Tet-Offensive dargelegt.

Nachwirkung Die medizinische Fakultät ist heute eine eigenständige medizinisch-pharmakologische Universität mit 12.600 Studenten – eingebunden in den Universitätsverbund in Huế. Das Engagement der Freiburger Ärzte hat sich als nachhaltig erwiesen. Nicolaus Schmidt, Viet Duc – Deutsch-vietnamesische Biographien als Spiegel der Geschichte, Bielefeld 2017, S. 97

Ehrungen 1968: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. (Der Orden wurde postum – als Reaktion auf die Ermordung – verliehen und den Angehörigen bei der Trauerfeier überreicht.)Simon Reuter: Die Vietnam-Mission der Medizinischen Fakultät Freiburg (1961 - 1968) - Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 2011, S. 164

Literatur Simon Reuter: Die Vietnam-Mission der Medizinischen Fakultät Freiburg (1961–1968) – Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 2011 Nicolaus Schmidt, Viet Duc – Deutsch-vietnamesische Biografien als Spiegel der Geschichte, Bielefeld 2017 ISBN 978-3-7356-0484-2 Andreas Margara: Geteiltes Land, geteiltes Leid. Geschichte der deutsch-vietnamesischen Beziehungen von 1945 bis zur Gegenwart, Berlin 2022, ISBN 978-3-947729-62-3, S. 86ff.

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Person (Freiburg im Breisgau) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1968 Kategorie:Mann