High Life ist ein Science-Fiction-Abenteuerfilm von Claire Denis. Im Film wird eine Gruppe zu dem der Erde am nächsten gelegenen Schwarzen Loch entsandt, um nach alternativen Energiequellen zu suchen. Der Film kam am 5. April 2019 in die US-Kinos und am 10. Mai 2019 in die Kinos im Vereinigten Königreich. Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 30. Mai 2019.

Handlung Weit jenseits unseres Sonnensystems ist ein Raumschiff unterwegs. Es ist ein einfacher Kubus und trägt die Nummer 7. Die einzigen menschlichen Passagiere sind Monte und seine kleine Tochter Willow. Monte ist der letzte Überlebende der ursprünglich neunköpfigen Besatzung. Diese bestand aus ehemaligen Häftlingen, die der Todesstrafe oder einer lebenslangen Zeit hinter Gittern entgehen konnten, indem sie sich bereit erklärten, sich auf eine Reise zu dem der Erde am nächsten gelegenen Schwarzen Loch zu begeben, um nach alternativen Energiequellen zu suchen. Ziel der Mission war es, dessen Rotationsenergie zu gewinnen, die nach der Theorie des Physikers Roger Penrose in der Nähe eines Schwarzen Lochs gewonnen werden kann, und so die Menschen auf der Erde mit fast unbegrenzten Ressourcen zu versorgen. Einige Wissenschaftler auf der Erde zweifelten daran, ob die Mission die Probleme auf der Erde wirklich lösen kann.

Monte erstattet dem Bordcomputer täglich Bericht über die ihm zugewiesenen oder erledigten Aufgaben, woraufhin ihm 24 Stunden durch das Lebenserhaltungssystem zugestanden werden. Bei nahezu Lichtgeschwindigkeit ist es Jahre nach dem Start nicht sicher, ob ein Kontakt mit der Erde weiterhin besteht. Die Tage an Bord vergehen viel langsamer als auf der Erde, und alle Menschen, die Monte kannte, sind möglicherweise bereits tot. Monte muss nunmehr alle an Bord notwendigen Arbeiten alleine verrichten. Für seine Tochter Willow hat er improvisierte Spielsachen gebastelt und bereitet den Babybrei für sie aus dem Obst und Gemüse, das er im Garten des Schiffes anbaut. Wenn er sich für Einsätze außerhalb des Schiffes befindet, überwacht er Willow mithilfe der Bordkommunikation. In der Kühlkammer befinden sich die Körper seiner verstorbenen Missionskollegen, die er in ihre Raumanzüge steckt und durch die Luftschleuse entsorgt. Wenn Willow schreit, raubt ihm das fast den Nerv, doch nicht nur ihretwegen ist Monte die ganze Zeit standhaft geblieben. Er weiß, dass eine Rückkehr zur Erde nur sehr unwahrscheinlich ist und man sie hierüber belogen hat.

In Rückblenden erfährt der Zuschauer die Vorgeschichte. Die Bordärztin Dr. Dibs, die ihren Ehemann und ihre beiden Kinder umgebracht hat, ließ die männlichen Missionsmitglieder regelmäßig Sperma spenden und befruchtete damit die Frauen an Bord, in der Hoffnung, in der endlosen Leere des Weltalls Leben zu schaffen. Aufgrund der kosmischen Strahlung verloren die Frauen ihre Kinder entweder bereits vor der Geburt oder kurz danach. Während die restlichen Bordmitglieder regelmäßig in der „Fuck Box“, einem abschließbaren Raum, alleine ihre sexuelle Erfüllung suchten, entschied sich Monte für die Abstinenz. Daher gelangte Dr. Dibs zunächst nicht an sein Sperma. Ettore wird nach einer versuchten Vergewaltigung Boyses getötet.

Nachdem Dr. Dibs die Besatzung in einen tiefen Schlaf versetzt, Monte ohne dessen Konsens vergewaltigt, sein Sperma genommen und damit die ebenfalls schlafende Boyse befruchtet hatte, brachte diese ein gesundes Mädchen zur Welt. Zufrieden, in dieser lebensfeindlichen Umgebung ein perfektes Kind geschaffen zu haben, tötete sich Dr. Dibs selbst, indem sie ohne Raumanzug durch die Luftschleuse das Raumschiff verließ. Zuvor teilte sie Monte mit, dass er Willows Vater sei.

6.750 Erdentage nach Missionsbeginn ist Willow erwachsen geworden. Ihre Periode hat eingesetzt, und alles, was sie über die Menschheit weiß, ist das, was sie aus den Aufzeichnungen im Computer kennt. Ihr Kubus nähert sich mehr und mehr ihrem Ziel, als plötzlich ein anderes Raumschiff auftaucht. Es handelt sich um Kubus Nummer 6. Monte dockt an das andere Raumschiff an, geht an Bord, findet dort aber ausschließlich Hunde vor. Gerne würde Willow einen der Welpen behalten, doch Monte überzeugt sie, dass das nicht geht. Willow und ihr Vater besteigen eine kleine Raumfähre und steuern diese in Richtung Schwarzes Loch.

Produktion Entstehungsgeschichte mini|Der französische Astrophysiker Aurélien Barrau fungierte als wissenschaftlicher Berater Regie führte Claire Denis. Es handelt sich um den ersten Film in englischer Sprache, den die französische Regisseurin drehte. High Life ist eine Produktion von Pandora Film, Alcatraz Films (Frankreich), The Apocalypse Company (Vereinigtes Königreich), Madants (Polen) mit Andrew Lauren Productions (USA), in Koproduktion mit Arte France Cinema, ZDF/Arte in Zusammenarbeit mit Canal+ und Ciné+.Drehschluss für „High Life“ In: filmstiftung.de, 17. November 2018.

Der Film erhielt eine Förderung in Höhe von 1,25 Millionen Euro von der Film- und Medienstiftung NRW, 675.000 Euro vom Deutschen Filmförderfonds und einen Zuschuss vom British Film Institute. Des Weiteren wurde die Produktion mit 319.000 Euro von der Deutsch-Französischen Förderkommission, mit 250.000 vom Medienboard Berlin-BrandenburgFörderentscheidungen 2016 In: medienboard.de. Abgerufen am 5. April 2018. (PDF; 157 KB) und mit 1,5 Millionen Złoty vom Polnischen Filminstitut gefördert.

Die Regisseurin schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Jean-Pol Fargeau und Geoff Cox. Denis hatte das Drehbuch nach eigenen Aussagen zuerst in Französisch geschrieben, bevor es übersetzt wurde. In ihrem Entwurf habe es einen Ort gegeben, den sie die „Love Machine“ (engl. für „Liebesmaschine“) genannt hatte und wo Menschen ihre eigenen sexuellen Fantasien haben konnten. Nachdem ihr ein Kollege erklärt hatte, dass es sich bei Love Machine auch um ein Lied handelt, wurde der Ort in „Fuck Box“ umbenannt.Nick Newman: Claire Denis on the Emotional Journey of 'High Life' and How Filmmaking is Like Murder. In: The Film Stage, 28. April 2018. Im Film ist diese im Grunde eine schalldichte Masturbationskammer, die mit Bondage-Rollen und einem silbernen Dildo auf einem Ledersitz ausgestattet ist.Jordan Mintzer: 'High Life': Film Review. In: The Hollywood Reporter: 10. September 2018.

Der französische Philosoph und Astrophysiker Aurélien Barrau war als wissenschaftlicher Experte an dem Projekt beteiligt.Scott Roxborough: Why Robert Pattinson Was the Perfect Actor for Claire Denis' Sci-Fi Movie. In: The Hollywood Reporter, 4. November 2017. Barrau habilitierte über schwarze Löcher in der Frühphase des Universums, und für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Hochenergie-Astrophysik und der Kosmologie wurde ihm im Dezember 2006 der Bogoljubow-Preis verliehen, eine Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der theoretischen Physik.http://www2.cnrs.fr/presse/journal/3150.htm Denis erklärte in einem Interview mit The Hollywood Reporter, sie habe über die im Film angesprochenen wissenschaftlichen Themen nicht mehr gewusst als durchschnittliche Menschen, die Zeitung lesen. Ein Freund habe ihr während des Schreibens des Drehbuchs empfohlen, Barrau zu kontaktieren. Bei einem Treffen mit dem Astrophysiker sei ihr der enorme wissenschaftliche Fortschritt in der Weltraumforschung in den vergangenen zehn Jahren bewusst geworden, und später besuchte sie einige seiner Kurse. Als weiterer Berater beim Schreiben des Drehbuchs fungierte der irische Schriftsteller Nick Laird.High Life. In: britishcouncil.org. Abgerufen am 26. Mai 2018.https://www.unitedagents.co.uk/cv/10784/film_tv_theatre

Besetzung und Dreharbeiten Robert Pattinson übernahm im Film die Rolle von Monte, Jessie Ross spielt seine Tochter Willow, Mia Goth deren Mutter Boyse. Die französische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche übernahm die Rolle der Bordärztin Dibs, der deutsche Schauspieler Lars Eidinger die Rolle von Chandra. André Benjamin aka André 3000 des Hip-Hop-Duos OutKast spielt Tcherny.Andre 3000 Stars Alongside Robert Pattinson in Upcoming Film 'High Life'. In: billboard.com, 16. Januar 2019.

mini|Von dem dänisch-isländischen Künstler Ólafur Elíasson stammt der Entwurf für das Raumschiff Die Dreharbeiten fanden zwischen 21. August und 17. November 2017 in den Kölner Medienparks NRW Studios statt. Zusätzliche Aufnahmen entstanden im Studio Olafur Eliasson in Berlin sowie im polnischen Bialystok. Als Kameraleute fungierten Yorick Le Saux und Tomasz Naumiuk.

Der dänisch-isländische Künstler Ólafur Elíasson, der sich vornehmlich mit physikalischen Phänomenen in der Natur, wie Licht und Wasser, Bewegung und Reflexion, beschäftigt, entwarf das Raumschiff für den Film.Nick Newman: Claire Denis’ Robert Pattinson-Led 'High Life' Will Feature Unwanted Insemination and Black Holes. In: The Film Stage, 8. Februar 2016.https://www.moviepilot.de/news/berlinale-2017-die-mitglieder-der-jury-unter-der-lupe-184220/seite-5 Die APA beschreibt das Ergebnis als gar nicht allzu weit entfernt von unserer Gegenwart, da Denis keine futuristische Zukunft zeichne: „Das Raumschiff ist in Beige- und Braun-Tönen gehalten und sieht von außen ungefähr so spacig aus wie eine Schuhschachtel. Die Computer versprühen eine charmante Commodore-64-Optik. Kein Holodeck, kein HAL 9000, keine Aliens, nur Menschen, ihre Körper und Körperflüssigkeiten, ihre Schuld und ihr Begehren, und das ausweglose Gefühl des existenziellen Betrugs.“56. Viennale: „High Life“ - Verratene Körper im Nirgendwo. In: Tiroler Tageszeitung Online, 27. Oktober 2018.

Filmmusik

Die Filmmusik komponierte Stuart A. Staples. Der Soundtrack, der insgesamt 18 Musikstücke umfasst, wurde am 5. April 2019 von Milan Records als Download veröffentlicht und soll am 12. April 2019 auch in physischer Form erscheinen. Der Soundtrack enthält auch den Filmsong Willow, geschrieben von Staples und performed von den Tindersticks gemeinsam mit Hauptdarsteller Robert Pattinson, der bereits vorab veröffentlicht wurde.Soundtrack Album for Claire Denis’ 'High Life' Announced. In: filmmusicreporter.com, 28. Februar 2019.

Marketing und Veröffentlichung mini|hochkant=0.8|Robert Pattinson im Februar 2018 auf der Berlinale Im Rahmen der Filmfestspiele in Berlin im Februar 2018 wurde erstes Filmmaterial mit Robert Pattinson vorgestellt.Alex Ritman: Berlin First Look: Robert Pattinson in Claire Denis' 'High Life'. In: The Hollywood Reporter, 14. Februar 2018. Nachdem eine Vorstellung in Cannes geplant war, wurde im April 2018 bekannt, dass der Film noch nicht fertig ist.Michael Nordine: Claire Denis Reveals Why 'High Life', Her Sci-Fi Thriller Starring Robert Pattinson, Isn’t at Cannes. In: indiewire.com, 15. April 2018. Seine Weltpremiere feierte der Film am 9. September 2018 beim Toronto International Film Festival. Ebenfalls im September 2018 wurde er im Rahmen des Festivals Internacional de Cine de San Sebastián gezeigtAndreas Köhnemann: San Sebastián mit ersten Programmpunkten. In: kino-zeit.de, 13. Juli 2018.Charles Barfield: Claire Denis’ 'High Life' Starring Robert Pattinson To Compete At 66th San Sebastian Film Festival. In: theplaylist.net, 13. Juli 2018. und hiernach beim Zurich Film Festival.High Life. In: zff.com. Abgerufen am 28. Mai 2019. Im Oktober 2018 erfolgte eine Vorstellung beim New York Film Festival.Jordan Raup: 56th New York Film Festival Main Slate Announced. In: filmlinc.org, 7. August 2018.