mini|Logo bis August 2024 Die Vaterländische Union (VU) ist neben der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) eine der beiden großen Parteien im Fürstentum Liechtenstein. Sie war ursprünglich sozialliberal ausgerichtet, näherte sich programmatisch im Laufe der Zeit aber der bürgerlichen FBP an, mit der sie traditionell koaliert.Die Parteien – Liechtenstein 300px|mini|Das Wilhelm-Beck-Haus in Vaduz

Geschichte Die Wurzeln der VU gehen auf die im Februar 1918 gegründete, christlich-sozial ausgerichtete Volkspartei (VP) zurück. Diese schloss sich am 5. Januar 1936 mit dem nur zwei Jahre existierenden kleinen, zunehmend deutschnational und autoritär ausgerichteten Liechtensteiner Heimatdienst zur heutigen Vaterländischen Union zusammen.Gründungsversammlung war unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Basil Vogt aus Balzers im Gasthaus Adler in Vaduz. Mitbegründer der christlichsozialen Volkspartei war Wilhelm Beck. Die Partei war der Motor für grundlegende politische und soziale Reformen in Liechtenstein im frühen 20. Jahrhundert und verstand sich als Arbeiterpartei, die sich für mehr demokratische Volksrechte, soziale Sicherheit, Solidarität in der Gesellschaft und auch eine starke, differenzierte Wirtschaft einsetzte und einsetzt.

Ihre aktuellen Zielsetzungen hat sie in den im Mai 2004 verabschiedeten «Wertvorstellungen» formuliert, wobei sie sich den Grundsätzen von Freiheit, Nachhaltigkeit und Solidarität verpflichtet sieht.

Die VU verfügte 1970–1974, 1978–1993, 1993–2001 über die absolute Mehrheit der Mandate im Landtag, dem liechtensteinischen Parlament. Nach der Landtagswahl 2005, die ihr ein historisches Tief an Stimmen einbrachte, stellte die VU 10 der 25 Abgeordneten und war mit dem stellvertretenden Regierungschef Klaus Tschütscher und Hugo Quaderer in der fünfköpfigen Regierung vertreten. Aus der Landtagswahl 2009 ging die VU als klare Wahlsiegerin hervor und besaß für die Legislaturperiode 2009–2013 mit 13 Sitzen die absolute Mehrheit im Landtag und stellte in der Koalitionsregierung mit der FBP mit Klaus Tschütscher den neuen Regierungschef und mit Hugo Quaderer und Renate Müssner zwei Regierungsräte. Die Vaterländische Union verlor bei der Landtagswahl 2013 fünf Sitze im Landtag und war danach mit acht Sitzen vertreten und stellte zwei der vier momentanen Regierungsräte. Bei der Landtagswahl 2017 konnte die Vaterländische Union ihren Stimmenanteil um 0,2 Prozent leicht ausbauen, verblieb aber weiterhin bei 8 von 25 Abgeordneten des Landtags.

Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die VU 10 von 25 Mandaten und verzeichnete ein Stimmenplus von 2,1 % im Vergleich zu den Landtagswahlen 2017. Sie stellt mit Daniel Risch den Regierungschef und mit Dominique Hasler und Graziella Marok-Wachter zwei Regierungsrätinnen. Bei den Landtagswahlen 2025 stellte die VU mit Brigitte Haas erstmals eine Frau als Regierungschefkandidatin auf. Als Regierungskandidaten waren Emanuel Schädler und Hubert Büchel nominiert. Die Union baute den Vorsprung aus (+10,8 % auf die FBP) und holte abermals 10 Mandate.

Parteipräsidenten Amtszeit Name Anmerkung 1936–1965 Otto Schaedler 1965–1974 Franz Nägele 1974–1992 Otto Hasler 1992–2001 Oswald Kranz 2001–2005 Heinz Frommelt 2005–2011 Adolf Heeb 2011–2015 Jakob Büchel 2015–2021 Günther Fritz gewählt am 13. November 2015; Chefredakteur der Parteizeitung Liechtensteiner Vaterlandseit 2021 Thomas Zwiefelhofer gewählt am 22. März 2021; Präsident im Ehrenamt

Landtagspräsidenten AmtszeitNameAnmerkung1922–1927Wilhelm Beck1954; 1956Alois Ritter1970–1974Karlheinz Ritter1978–1993Karlheinz Ritter1993–1994Paul Kindle1996–1997Paul Kindle1997–2001Peter Wolff2009–2013Arthur Brunhart

Landtagsvizepräsidenten AmtszeitNameAnmerkung1928–1930Gustav Ospelt1936–1945Otto Schaedler1945–1953; 1955; 1957Alois Ritter1957Johann Georg Hasler1958–1962Alois Vogt1962–1965Otto Schaedler1965–1970Franz Nägele1993; 1995Paul Kindle2001–2005Peter Wolff2005–2009Ivo Klein2013–2017Violanda Lanter-Kollerheisst heute Violanda Lanter2017–2025Gunilla Marxer-Kranz

Zeitung Der Vaterländischen Union steht die Zeitung Liechtensteiner Vaterland nahe, welche im Januar 1936 aus den Zeitungen Liechtensteiner NachrichtenDie Liechtensteiner Nachrichten (1924–1935) sind aus den Oberrheinischen Nachrichten (1914–1924) hervorgegangen und beide Zeitungen standen bereits zuvor der christlich-sozialen Bewegung/Partei nahe. und Liechtensteiner Heimatdienst entstanden ist. Die Zeitung habe sich von einem „parteipolitischen Kampfblatt“ zu einer „modernen Forumszeitung“ gewandelt.So der Chefredakteur Günther Fritz vom Liechtensteiner Vaterland in der Beilage Hundertjahrenews vom 25. April 2014. Seit dem 1. Februar 2023 schützt ein Redaktionsstatut die Redaktion des Medienhauses vor Einflussnahme politischer, ökonomischer, religiöser oder ideologischer Art.

Literatur Rupert Quaderer, Arthur Brunhart: Die Schlossabmachungen vom September 1920.

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