mini|Das Dolphin Badge (deutsch: „Delfin-Abzeichen“) wird allen britischen U-Boot-Fahrern nach erfolgreich absolvierter Ausbildung verliehen.
Der Royal Navy Submarine Service (deutsch: „U-Boot-Flotte der Königlichen Marine“) ist einer der fünf Truppengattungen der Kriegsmarine des Vereinigten Königreichs (neben Surface Fleet, Fleet Air Arm, den Royal Marines und der Royal Fleet Auxiliary). Aufgrund der zumeist verdeckt unter Wasser operierenden U-Boote, ist er auch als Silent Service (wörtlich „stiller Dienst“) bekannt. Sein Motto lautet: Stay hidden, see everything (deutsch: „Bleib verborgen, sieh alles“).Submarine service. royalnavy.mod.uk (englisch); abgerufen am 14. März 2018.
Auftrag Seine Hauptaufgaben bestehen in der Konfliktprävention () sowie der Sicherung der Seewege () mit dem Zweck, die Stabilität, die Versorgung und den Wohlstand des Landes und seiner Verbündeten zu garantieren. Dazu kommen humanitäre Hilfeleistungen, wie im Fall von Naturkatastrophen ().The fighting arms. royalnavy.mod.uk (englisch), abgerufen am 14. März 2018.
Geschichte mini|links|Holland 1 war 1901 das erste U-Boot der britischen Marine. Es kann heute im Royal Navy Submarine Museum besichtigt werden (Foto von 1991). Die britische Flottenführung stand dem U-Boot zunächst eher zurückhaltend gegenüber, so erklärte noch am 13. Mai 1900 Marineminister George Goschen im Unterhaus, dass die Admiralität das U-Boot als eine Waffe für schwächere Flotten ansehe und hinsichtlich des Baus von U-Booten nicht die Initiative zu ergreifen gedenke.Erminio Bagnasco: Uboote im Zweiten Weltkrieg. Technik – Klassen – Typen. Eine umfassende Enzyklopädie. 3. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 1994, S. 16. Zugleich wies Goschen aber auch darauf hin, dass sich Großbritannien darüber bewusst sein müsse, dass wenn das U-Boot als Waffe eine entsprechende Einsatzreife erlangen sollte, dass dann Großbritannien als führende Seemacht sich einer größeren Bedrohungslage als andere Nationen ausgesetzt sehen würde.Erminio Bagnasco: Uboote im Zweiten Weltkrieg. S. 16. Dennoch blieben Teile der Politik und der Admiralität skeptisch und bezeichneten das U-Boot auch als eine „verdammt unenglische Waffe“.Richard Compton-Hall: Submarines at War 1939–1945. Periscope Publishing, Penzance 2004, S. 10.
Einer der wenigen, aber zugleich wichtigsten Proponenten des U-Bootes zu dieser Zeit war Admiral John Fisher,Richard Compton-Hall: Submarines at War. S. 11. seit 1902 zunächst Zweiter, dann ab 1904 Erster Seelord, der seit 1902 beständig auf die Möglichkeiten des U-Bootes hingewiesen und der dessen generellem Konzept die Befähigung zu einer revolutionären Umwälzung des Seekriegswesens zugesprochen hatte. Fisher vertrat den Standpunkt, dass die Entwicklung einer U-Boot-Waffe unvermeidlich sei und dass die Notwendigkeit bestehe, eine starke U-Boot-Flotte aufzubauen.
Um indessen keinen zu großen Abstand zu anderen Nationen hinsichtlich des technologischen Wissensstandes entstehend zu lassen, bestellte die Royal Navy im Jahr 1901 bei Vickers fünf kleine U-Boote vom Holland-Typ; als erstes britisches U-Boot wurde die Holland 1 noch im gleichen Jahr in Dienst gestellt. Ebenso in diesem Jahr wurden die ersten sechs Offiziere unter dem Kommando von Reginald Bacon zum neugegründeten Submarine Service abgestellt. In den folgenden Jahren schritt der Ausbau der britischen U-Boot-Waffe rapide voran, was vor allem den Bemühungen von Admiral Fisher zu verdanken war. Zwischen 1904 und 1910 wurden insgesamt 49 U-Boote gebaut – elf vom Typ BInnes McCartney: British Submarines of World War I. Osprey Publishing, Oxford / New York 2008, S. 5. und 38 vom Typ C.Innes McCartney: British Submarines of World War I. S. 6. Beide Klassen, die Boote waren etwas über 300 ts groß, verfügten allerdings noch über brandanfällige Benzinmotoren – bei Explosionen und Bränden an Bord der ersten britischen Boote gab es zwischen 1903 und 1909 mindestens zehn Tote und 25 VerletztePaul Akermann: Encyclopedia of British Submarines 1901–1955. Periscope Publishing, Penzance 2002, S. 69. – und überalterten rasch. Darüber hinaus begann aber ab 1912 der Bau der U-Boot-Klassen D und E, die bereits über Dieselmaschinen verfügten. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs zählte der Royal Navy Submarine Service bereits 62 U-Boote sowie 168 Offiziere und 1.250 Mannschaften, weitere 28 U-Boote befanden sich im August 1914 im Bau.
Erster Weltkrieg mini|Das U-Boot E8, welches 1915 den deutschen Panzerkreuzer Prinz Adalbert versenkte. Bei Kriegsbeginn im Spätsommer 1914 bestand der überwiegende Teil der britischen U-Boot-Waffe aus den obig genannten kleineren und bereits veraltetenInnes McCartney: British Submarines of World War I. S. 4. Booten der Typen B und C. Diese Boote kamen dennoch im Krieg zum Einsatz, vor allem in der Ostsee und vor den Dardanellen. Die zahlenmäßig stärkste Klasse von U-Booten im Ersten Weltkrieg war die Klasse E (807 tn.l. maximale Verdrängung, vier beziehungsweise später fünf Torpedorohre vom Kaliber 450 mm), von welcher bis 1916 insgesamt 58 Exemplare von Stapel liefen. Der standardmäßig genutzte Torpedo der britischen U-Boot-Waffe im Ersten Weltkrieg war der 1913 entwickelte und ab 1914 eingeführte Torpedo des Modells Mark VIII. Dieser gasgetriebene 450-mm-Torpedo wog 1.736 Kilogramm und besaß einen Sprengkopf von 145 Kilogramm; er konnte entweder 2.300 Meter (bei 35 kn Laufgeschwindigkeit) oder 3.650 Meter (bei 29 kn) zurücklegen.
Die britischen U-Boot-Streitkräfte waren im August 1914 in neun Flottillen (Submarine Flotillas) organisiert, die in Devonport (1. und 10. Flottille), Portsmouth (2. Flottille), Dover (4. Flottille), Sheerness (5. Flottille), Kingston upon Hull (6. Flottille), Leith (7. Flottille), Harwich (8. Flottille) und Ardrossan (9. Flottille) stationiert waren, darüber hinaus befanden sich jeweils drei U-Boote auf Malta und in Gibraltar. Befehlshaber des Submarine Service bei Kriegsbeginn war Commodore Roger Keyes.
Der erste Erfolg der britischen U-Boot-Waffe gegen ein größeres Kriegsschiff (und der erste erfolgreiche Torpedoangriff eines britischen U-Bootes gegen ein Schiff auf hoher See überhaupt) gelang am 13. September 1914 – acht Tage nach der Versenkung des britischen Kreuzers Pathfinder durch ein deutsches U-Boot und knapp fünf Wochen nach Kriegsbeginn –, als das U-Boot E9 unter dem Kommando von Max Horton den deutschen Kleinen Kreuzer Hela (2.000 ts) südlich von Helgoland torpedierte und versenkte.Harald Fock: Flottenchronik. Die an beiden Weltkriegen beteiligten aktiven Kriegsschiffe und ihr Verbleib. Koehlers Verlagsgesellschaft. Hamburg 2000, S. 32. Als Horton von dieser Feindfahrt nach Harwich zurückkehrte, führte E9 einen Jolly Roger am Periskop, um damit beim Einlaufen in den Hafen einen erfolgreichen Angriff auf ein gegnerisches Schiff während der Patrouille beziehungsweise eine erfolgreiche Feindfahrt abzubilden.Richard Compton-Hall: Submarines at War. S. 62. Obgleich sich Horton einiger Kritik hierüber ausgesetzt sah, entwickelte es sich spätestens im Zweiten Weltkrieg zu einer Art von Tradition, dass britische U-Boote, die von einer erfolgreichen Patrouille zurückkehrten, den Jolly Roger führten.
Während des Krieges gelangen britischen U-Booten weitere Erfolge gegen größere Kriegsschiffe der Mittelmächte beziehungsweise des Osmanischen Reiches, beispielsweise die Versenkung des deutschen Panzerkreuzers Prinz Adalbert (am 23. Oktober 1915, versenkt durch das U-Boot E8Harald Fock: Flottenchronik. S. 35.), des deutschen Kleinen Kreuzers Undine (am 7. November 1915, versenkt durch das U-Boot E19) oder des osmanischen Linienschiffes Barbaros Hayreddin (am 8. August 1915, versenkt durch das U-Boot E11Harald Fock: Flottenchronik. S. 54.). Die britischen U-Boote zeichneten ferner verantwortlich für die Versenkung von mindestens 16 deutschen U-Booten (davon sieben alleine im Jahr 1917).Harald Bendert: U-Boote im Duell. E. S. Mittler & Sohn, Hamburg 1996, S. 153. Ein weiterer, in der Historie des Seekrieges bemerkenswerter Erfolg gelang am 5. November 1916 dem U-Boot J1, als dieses vor der dänischen Westküste mit einem einzigen Torpedofächer die beiden deutschen Schlachtschiffe Kronprinz und Großer Kurfürst torpedieren konnte.Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970. Verlag J. F. Lehmanns, München 1970, S. 294 ff. Es war dies, so weit bekannt, der einzige Fall in der Kriegsgeschichte, wo es einem U-Boot gelang mit einem Torpedofächer zwei Schlachtschiffe zu treffen; die beiden deutschen Schiffe erlitten allerdings nur geringfügige Beschädigungen und waren innerhalb von vier bis acht Wochen wieder einsatzbereit.
+ Versenkungserfolge britischer U-Boote gegen große Kriegsschiffe im Ersten Weltkrieg Kleiner Kreuzer Hela Deutsches Reich am 13.09.1914 versenkt von E9 Linienschiff Mesudiye Osmanisches Reich am 13.12.1914 versenkt von B11 Linienschiff Barbaros Hayreddin Osmanisches Reich am 08.08.1915 versenkt von E11 Panzerkreuzer Prinz Adalbert Deutsches Reich am 23.10.1915 versenkt von E8 Kleiner Kreuzer Undine Deutsches Reich am 07.11.1915 versenkt von E19 Darüber hinaus wurden britische U-Boote auch verstärkt zur Jagd auf deutsche U-Boote herangezogen und patrouillierten vor den Ausmarschwegen von diesen. Kleinere und ältere britische U-Boote wurden ferner auch in der Kombination mit U-Boot-Fallen eingesetzt, wobei das U-Boot – im Sinne eines Schleppzugs – von der U-Boot-Falle geschleppt wurde und dann ein auftauchendes gegnerisches U-Boot attackieren sollte. Das erste dieser Gespanne lief im Mai 1915 aus;Harald Bendert: U-Boote im Duell. S. 10. die erste Versenkung eines deutschen U-Bootes unter Anwendung dieser Kriegslist geschah am 23. Juni 1915, als das U-Boot U 40 von dem britischen U-Boot C24, das von der U-Boot-Falle Taranaki geschleppt worden war, torpediert und versenkt wurde. mini|Der turbinengetriebene U-Kreuzer K5 (man beachte die beiden Schornsteine), er ging aus ungeklärten Gründen 1921 im Atlantik mit der gesamten Besatzung verloren.Roger Branfill-Cook: X.1 – The Royal Navy’s Mystery Submarine. Seaforth Publishing, Barnsley 2012, S. 13.
Speziell zur Jagd auf U-Boote entwickelte die britische Marine ferner einen Jagd-U-Boot-Typ, die Klasse R. Diese sehr fortschrittlichen U-Boote erreichten eine für die damalige Zeit beeindruckende Unterwassergeschwindigkeit von 14 kn (26 km/h), indessen wurde die erste Einheit erst im Juni 1918 in Dienst genommen und die Boote sahen bis zum Kriegsende im November 1918 nur wenige Einsätze; Erfolge wurden keine erzielt. Darüber hinaus baute die britische Marine auch große U-Kreuzer, darunter die dampfturbinengetriebene und über 2.500 ts große Klasse K, die ab September 1916 der Flotte zulief. Diese großen und stark bewaffneten Boote – insgesamt wurden 18 Einheiten gebaut – sollten zusammen mit den Überwasserstreitkräften operieren und besaßen deswegen eine sehr hohe Überwassergeschwindigkeit von 24 kn. Gleichwohl bewährte sich dieser Typ nicht und wies konstruktive Schwächen auf, so eine komplizierte Turbinensteuerung (woraus lange Abtauchzeiten resultierten) und Trimmungsprobleme;Erminio Bagnasco: Uboote im Zweiten Weltkrieg. S. 24. mehrere dieser Boote waren auch in schwere Unfälle verwickelt (siehe Schlacht bei der Insel May). In der Endphase des Ersten Weltkriegs wurden ferner die ersten Exemplare eines verbesserten Typs E, die J-Klasse, in Dienst genommen. Von diesen leistungsstarken Hochsee-U-Booten wurden bis 1918 allerdings nur sieben Einheiten fertiggestellt.