Thorp () ist ein gemeindefreies Gebiet und census-designated place (CDP) im Kittitas County im US-Bundesstaat Washington. Zum United States Census 2010 hatte Thorp 240 Einwohner. Die Umgebung (im gleichen Postleitzahlgebiet; Thorpite genannt) hatte zur selben Zeit 695 Einwohner. Die Einwohner werden Thorpianer (engl.: Thorpian) genannt.

Der Ort Thorp liegt 159,9 km östlich von Seattle, 14,95 km nordwestlich von Ellensburg und 24,48 km südöstlich von Cle Elum. Thorp liegt nahe am Westende des Kittitas Valley, wo die hochgelegenen Wälder der Kaskadenkette Raum für Viehzuchtbetriebe und Heuwiesen sowie Felder für Luzerne, Gemüse und Obst geben.

Thorp ist nach Fielden Mortimer Thorp benannt, der als erster ständiger weißer Siedler im Kittitas Valley gilt. Er gründete 1868 eine Hofstatt am Zugang zum Taneum Canyon () nahe der heutigen Ortschaft Thorp. Klála (aus dem Sahaptin), ein Indianerdorf und zur Zeit der Ankunft der Weißen größte Siedlung der Indigenen im Kittitas Valley, lag etwa eine Meile (1,6 km) oberhalb der heutigen Siedlung.

Geographie links|mini|hochkant=0.7|Der Canyon des Yakima River nahe der Ortschaft Thorp

Nach dem United States Census Bureau hat der CDP eine Gesamtfläche von 3,2 Quadratkilometern, worunter keine Wasserflächen sind.

Die Ortschaft Thorp liegt oberhalb der Flussaue des oberen Yakima River auf einer Höhe von 499 mUnited States Geography, Altervista. nahe dem Westufer direkt gegenüber dem Gebiet des Hayward-Hill-Bergsturzes und der Clark Flats, nahe dem südöstlichen Übergang des Yakima River Canyon am Fuß der Thorp-Prärie. Südwestlich der Stadt befindet sich der Taneum Canyon, westlich von ihr Elk Heights, der Morrison Canyon und Sunlight Waters, eine durch Grundstücksteilung entstandene private Wohnanlage. Ellensburg, der County Seat, liegt südöstlich von Thorp.

Nordwestlich der Ortslage am Abzweig von Washington State Route 10 und Thorp Highway, tritt der Yakima River aus dem Canyon in ein Basalt-Bett, dessen oberste Lagen auf ein Alter von 10,5 Millionen Jahren geschätzt werden. Die Thorp Prairie liegt auf den Basaltlagen auf und endete an einem tiefen Canyon miozäner Basaltsäulen, die vom Swauk Creek freigelegt wurden; dessen Quellgebiet liegt nördlich am Blewett Pass am U.S. Highway 97. Die Ablagerungen der Thorp Prairie entstanden während der Thorp-Vereisung.

Topographie Nördlich und nordöstlich der Ortslage entlang des Flusslaufs des Yakima River liegt die Geländestufe der Thorp Drift, ein starker Anstieg der Höhe aufgrund der Endmoräne, welche den weitesten Vorstoß der Thorp-Vereisung markiert. Hier treten die Thorp-Kiese, benannt nach der Ortschaft Thorp und der Thorp-Vereisung, entlang des alten Flussbettes als „Rutschung“ zutage. Die Kiesbetten wurden am Ende des Thorp-Gletschers vor etwa 600.000 Jahren geformt.Richard B. Waitt, Jr., Late Cenozoic Deposits, Landforms, Stratigraphy, and Techtonism in the Kittitas Valley, Washington, U.S. Geological Survey, Professional Paper 1127, Washington DC: Government Printing Office (1979), S. 9.Eric S. Cheney, Regional Tertiary Sequence Stratigraphy and Regional Structure on the Eastern Flank of the Central Cascade Range, Washington, Vol. 4, Geological Society of America, (GSA Field Guides, 2003), S. 177–199.

Für die Thorp-Kiese selbst wird ein Alter von drei bis vier Millionen Jahren angenommen. Die gesamte Struktur besteht aus einzeln abgelagerten Bändern von Kies und Sand, die nicht stark miteinander verbunden sind; ständig der Witterung ausgesetzt sind sie bei durchschnittlich 30 Grad Hangneigung anfällig für fortschreitende Erosion und Bergstürze. Das Gebiet ist reich an wilden Tieren wie Weißkopfseeadlern und Fischadlern, die entlang des Flusses nach Beute jagen. Es ist auch ein Wechsel für Hirsche und Wapitis, die während der Morgen- und Abenddämmerung oft den Fluss als Wasserstelle aufsuchen.Jana Jones Mabry, Field Trip Guidebook to the Natural History of Kittitas County, Ellensburg, Washington: Central Washington University, S. 44.

Etwa sieben Meilen (11,2 km) westlich von Thorp sind die ersten flüchtigen Anzeichen des Columbia River Plateau zu sehen, wo der Yakima River die westlichste Grenze des Basalt-Plateaus durchschneidet. Der Basalt des Columbia Plateau entstand, als im ganzen heutigen Ost-Washington während des Miozäns (vor 17 bis 20 Millionen Jahren) Lava aus Spalten im Untergrund austrat. Die Eruptionen setzten sich periodisch über einen Zeitraum von mehr als zehn Millionen Jahren fort. Viele Basaltschichten flossen sukzessive übereinander, auch rückwärts, solange das Gelände eben war.Charles D. Lenfesty and Thomas F. Reedy, Soil Survey of Yakima County Area, Washington, Soil Conservation Service (1985). Die Vulkane der Kaskadenkette verbreiteten auf die miozänen Lavaflüsse folgend Aschen, Schlacken, Bimsstein und Geröll und Schlamm über die gesamte Region, was schließlich zur Verzahnung mit den alternierenden Basaltschichten führte.Mac McCulloch, Gateway to Time: Mile by Mile Guide to the Yakima Canyon, Yakima, Washington: Shields Printing (1990).

Die Interstate 90 durchstößt die Thorp Drift, welche den ältesten und weitesten bekannten Gletscher-Vorstoß im Kittitas Valley markiert. Der Wechsel in der Vegetation tritt in der Region stärker zutage. Diese Wechsel sind das Ergebnis eines Höhengefälles um etwa 430 m (1.400 ft) vom Scheitelpunkt des Snoqualmie Pass bis Thorp, und einem signifikanten Rückgang des durchschnittlichen Jahres-Niederschlags von 2.718 mm am Snoqualmie Pass auf 1.090 mm in Thorp.Stephen P. Reidel, Vernon G. Johnson and Frank A. Spane, Natural Gas Storage in Basalt Aquifers of the Columbia Basin: A Guide to Site Characterization, Richland, Washington: Pacific Northwest Laboratory (2002), S. 44.

Am Fuß der Thorp-Drift-Moräne öffnet sich der Blick ins Kittitas Valley, welches tief unter Kiesschichten des vorgeschichtlichen Yakima River vergraben ist. Dieses Tal ist eine Synklinale, welche das Ellensburg Basin formt, gelegen zwischen der Mission Ridge im Norden und der Manastash Ridge im Süden. Das Ellensburg Basin, eigentlich die Ellensburg-Formation, besteht aus fast 1.200 m Fels, Sand und Kies, die über einen Zeitraum von zwei bis zehn Millionen Jahren während des Miozäns und unteren Pliozäns abgelagert wurden.Richard B. Waitt, Jr., Shorter Contributions to Stratigraphy and Structural Geology, U.S. Geological Survey, Professional Paper 1126-A-J, Washington DC: Government Printing Office (1979), S. H–54.

Klima Das Klima in Thorp zeigt mäßige Temperaturen (um 20 °C) im Sommer und tiefe Temperaturen (bis −10 °C) im Winter. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen von 25 °C und durchschnittlichen Tiefsttemperaturen von 11 °C. Der kälteste Monat des Jahres ist der Januar mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen −9 °C und 1 °C. Die Temperaturunterschiede zwischen Nacht und Tag sind im Sommer eher hoch und können um die 15 K betragen, während sie im Winter gering ausfallen und tags bis zum Gefrierpunkt oder kurz darunter steigen, um nachts deutlich unter Null abzufallen.

Die Temperaturen fallen im Oktober spürbar, während die Regenfälle von weniger als 12 mm auf mehr als 120 mm im Monatsmittel ansteigen. Dieser Trend setzt sich durch den Spätherbst und Winter fort, wobei die Niederschläge im April drastisch zurückgehen, einhergehend mit einem schrittweisen Temperaturanstieg im späten Frühling und Sommer.

Es gibt signifikante Wechsel in den Niederschlägen während des Jahres, wo im Dezember und Januar 230 mm bzw. 202 mm Regen und Schnee fallen. Die Regenfälle im Sommer betragen im Durchschnitt weniger als 12 mm, wobei im Juli die geringsten Niederschläge mit durchschnittlich 1,8 mm fallen.

Umgebende Ortschaften

Demographie Nach der Volkszählung von 2000 gab es in Thorp 273 Einwohner, 103 Haushalte und 74 Familien. Die Bevölkerungsdichte betrug 85,7 pro km². Es gab 107 Wohneinheiten bei einer mittleren Dichte von 33,6 pro km².

Die Bevölkerung bestand zu 93,41 % aus Weißen, zu 1,1 % aus Indianern, zu 1,83 % aus anderen „Rassen“ und zu 3,66 % aus zwei oder mehr „Rassen“. Hispanics oder Latinos „jeglicher Rasse“ bildeten 2,2 % der Bevölkerung.

Von den 103 Haushalten beherbergten 44,7 % Kinder unter 18 Jahren, 56,3 % wurden von zusammenlebenden verheirateten Paaren, 14,6 % von alleinerziehenden Müttern geführt; 27,2 % waren Nicht-Familien. 24,3 % der Haushalte waren Singles und 6,8 % waren alleinstehende über 65-jährige Personen. Die durchschnittliche Haushaltsgröße betrug 2,65 und die durchschnittliche Familiengröße 3,17 Personen.

Der Median des Alters in der Stadt betrug 36 Jahre. 33 % der Einwohner waren unter 18, 4,8 % zwischen 18 und 24, 27,1 % zwischen 25 und 44, 26 % zwischen 45 und 64 und 9,2 % 65 Jahre oder älter. Auf 100 Frauen kamen 113,3 Männer, bei den über 18-Jährigen waren es 96,8 Männer auf 100 Frauen.

Alle Angaben zum mittleren Einkommen beziehen sich auf den Median. Das mittlere Haushaltseinkommen betrug 33.125 US$, in den Familien waren es 45.625 US$. Männer hatten ein mittleres Einkommen von 31.250 US$ gegenüber 22.500 US$ bei Frauen. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 17.772 US$. Etwa 5,6 % der Familien und 5,9 % der Gesamtbevölkerung lebte unterhalb der Armutsgrenze; das betraf 5,2 % der unter 18-Jährigen und 19,2 % der über 65-Jährigen.

Geschichte Indianer Das Kittitas Valley wurde von den Kittitas (Sahaptin (Ichishkíin Sɨ́nwit): Ki-tatash)Patricia Roberts Clark, Tribal Names of the Americas – Spelling Variants and Alternative Forms, Cross-Referenced, Jefferson, N.C. and London: McFarland & Company, Inc., Publishers (1948), S. 110. oder Upper Yakama besetzt, auch jagende und Nahrung sammelnde Gruppen von Cayuse und Nez Percé durchstreiften das Tal. Die Region war reich an Beeren, Fisch und Wild, und benachbarte Stämme trafen jedes Jahr im April oder Mai zusammen, um Indianer-Zwiebeln (Allium spp.), Indianer-Kartoffeln (Claytonia lanceolata) und Brotwurzeln (Lomatium canbyi) zu sammeln.Deward E. Walker, William C. Sturtevant and Deward E. Walker, Jr., Handbook of North American Indians, Plateau, Vol. 12. Washington DC: Government Printing Office (1998), S. 333. Die verschiedenen Stämme handelten mit den frühen britischen und US-amerikanischen Pelz-Händlern als Gegenpart mit Pferden und pflegten schon vorher friedliche Beziehungen zu den als Missionare der katholischen Kirche tätigen Jesuiten.Carol Welch, Ph.D. and Roger Miller, Kittitas County Profile, 2010-01. Abgerufen am 19. September 2011.

In den 1840er Jahren begannen weiße Siedler, in das Oregon-Territorium (später in das Washington-Territorium) zu strömen; sie brachten Masern und andere für die indigenen Völker tödliche Krankheiten mit sich. Dies, gepaart mit kulturellen Differenzen wie dem Landbau, der durch Pflügen des Bodens den Geist der Erde entweihte, führte zu Konfrontationen zwischen Indianern und weißen Siedlern.

Die größte indigene Siedlung im Kittitas Valley bei Ankunft der weißen Siedler war Klála, ein Dorf mit etwa 500 Bewohnern, etwa eine Meile (1,6 km) oberhalb des heutigen Thorp am Yakima River gegenüber der Mündung des Taneum Creek. Weiter flussaufwärts, etwa sechs Meilen (9,6 km) nordwestlich des heutigen Thorp, gab es das Dorf Tátxanixsha, und vier Meilen (6,4 km) unterhalb von Thorp ein Yumi’sh genanntes Dorf mit etwa 400 Bewohnern.Deward E. Walker, William C. Sturtevant and Deward E. Walker, Jr., Handbook of North American Indians, Plateau, Vol. 12. Washington DC: Government Printing Office (1998), S. 327.Charles M. Hodges, Christian Miss and Johonna Shea, Cultural Resources Survey for the Desert Claim Wind Power Project, NWAA Report Number WA03-39, Seattle: Northwest Archaeological Associates (2003), S. 15.