Der Sevilla Fútbol Club, im deutschen Sprachraum als FC Sevilla bezeichnet, ist ein spanischer Fußballverein aus der andalusischen Stadt Sevilla, der in der Primera División spielt. Mit sieben Titeln ist der FC Sevilla Rekordgewinner des UEFA-Pokals bzw. der UEFA Europa League und international einer der erfolgreichsten spanischen Vereine.

Die Mannschaft trägt bei Heimspielen weiße und bei Auswärtsspielen normalerweise rote Trikots. Die Fans des Sevilla FC werden Sevillistas genannt. Als „Erzfeind“ des Klubs gilt der Stadtrivale Betis Sevilla; ihr direktes Aufeinandertreffen wird als Derbi sevillano bezeichnet.

Im Jahr 1958 eröffnete der Verein das Stadion Ramón Sánchez Pizjuán, das aktuell 43.833 Zuschauern Platz bietet. Das vereinseigene Stadion war Spielort der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien – damals noch mit einer Kapazität von 70.000 Plätzen, weil es mehr Stehränge gab. Es liegt unweit des östlichen Stadtrands Sevillas in Laufentfernung zum Hauptbahnhof Santa Justa.

Der Verein betreibt eine eigene Radiostation, Sevilla FC Radio, den Fernsehsender Sevilla FC Televisión und gibt die Zeitung Sevilla FC Periódico heraus.

Die zweite Mannschaft des Vereins spielt seit der Saison 2007/08 wieder unter ihrem traditionellen Namen Sevilla Atlético (zuvor Sevilla FC B).

Geschichte Die Anfänge mini|Leistungen des FC Sevilla in der Liga 1929-heute Der Klub wurde am 25. Januar 1890 gegründet und stieg 1934 in die Primera División auf. Nachdem 1940 und 1943 jeweils der 2. Platz erreicht worden war, wurde der Sevilla FC 1946 spanischer Meister. Der Klub wurde in den folgenden Jahren noch zweimal Vizemeister (1951 und 1957). Den spanischen Pokalwettbewerb, der damals noch unter dem Namen Copa del Generalísimo geführt wurde, gewann der Sevilla FC bis inklusive 1950 dreimal in den Jahren 1935, 1939 und 1948.

Vizemeisterschaften und erste europäische Spielzeit (1950–1958) In der Spielzeit 1950/51 wurde der FC Sevilla Vizemeister hinter Atlético Madrid, was die beste Platzierung seit dem Meistertitel 1946 darstellte.

1955 erreichte man zum vierten Mal das Finale des nationalen Pokals. Dieses ging mit 0:1 gegen Atlético Bilbao verloren.

Im Spieljahr 1956/57 wurde Sevilla nach 1951 einmal mehr Vizemeister, dieses Mal hinter Real Madrid. Da Real Madrid am Ende der Spielzeit sowohl den Europapokal der Landesmeister als auch die Meisterschaft gewann, qualifizierte Sevilla sich für die folgende Ausgabe des Landesmeisterpokals. In der Saison 1957/58 wurde Sevilla dann der erste Klub aus Andalusien, der im Europapokal der Landesmeister spielte. Nach einem Sieg über Aarhus GF in der 1. Runde zog Sevilla ins Viertelfinale ein, wo es auf Titelverteidiger Real Madrid traf. Das Viertelfinale gegen die Königlichen wurde das erste Aufeinandertreffen zweier Vereine aus der gleichen Liga in einem europäischen Wettbewerb. Das Hinspiel in Madrid verloren die Andalusier mit 0:8 und das Rückspiel beendeten sie 2:2, worauf sie mit einem Gesamtergebnis von 2:10 ausschieden.

Entwicklung des Vereins von 1962 bis 2000 1962 erreichte man zum fünften Mal das Endspiel der Copa del Generalísimo. Dort verlor man im Estadio Santiago Bernabéu gegen das dort ansässige Real Madrid mit 1:2.

Im Spieljahr 1967/68 stieg man in die Secunda División ab, schaffte aber sofort den Wiederaufstieg. Nach dem Abstieg im Spieljahr 1971/72 war man erst im Spieljahr 1975/76 wieder in der Primera División. Zwischen 1997 und 1999 in der Secunda División, stieg man nach dem Wiederaufstieg in die Primera División in der Saison 1999/2000 sofort wieder ab.

Das neue Jahrtausend mit neuem Aufschwung (2001–2006) Saisonleistungen von 2001 bis 2006 Saison Platzierung Torverhältnis Punkte FortschrittCopa del Rey FortschrittEuropapokal 2001/02 8. 51:40 53 2. Runde 2002/03 10. 38:39 50 Viertelfinale 2003/04 6. 56:45 55 Halbfinale 2004/05 6. 44:41 60 Viertelfinale AchtelfinaleUEFA-Pokal 2005/06 5. 54:39 68 Achtelfinale TitelgewinnUEFA-Pokal

Seit dem Aufstieg aus der Segunda División in der Saison 2000/01 spielt der FC Sevilla permanent erstklassig. In der Saison 2001/02 erreichte man Platz acht und verpasste damit um einen Punkt die Qualifikation zum UEFA-Pokal. Zwischenzeitlich erreichte Stadtrivale Real Betis – der ebenfalls zuvor aufgestiegen war – den sechsten Platz und qualifizierte sich wiederum für den Wettbewerb. In der Saison 2002/03 erreichte man den zehnten Platz und erreichte in der Copa del Rey das Viertelfinale. Nach einem 1:1 im Hinspiel verlor man dort mit 2:3 gegen den CA Osasuna. Mit zunehmender Dauer des neuen Jahrtausends wurde Sevilla immer stärker und schaffte es in der Saison 2003/04 mit dem sechsten Platz erstmals wieder in den Europapokal zurück. Außerdem erreichte man das Halbfinale in der Copa del Rey. Dort scheiterte man mit 1:2 im Gesamtergebnis an Real Madrid.

Im UEFA-Pokal 2004/05 stieß Sevilla zur ersten Runde hinzu und gewann dort die Spiele gegen Nacional Funchal mit 2:0 und 2:1. Anschließend traf man in der Gruppenphase auf Alemannia Aachen (2:0 h), Zenit St. Petersburg (1:1 a), AEK Athen (3:2 h) sowie den OSC Lille (0:1 a) und erreichte mit sieben Punkten den zweiten Platz. Im Sechzehntelfinale traf Sevilla auf Panathinaikos Athen und setzte sich nach einem 0:1 im Hinspiel im Rückspiel mit 2:0 durch. Im Achtelfinale unterlag man nach einem 0:0 im Hinspiel dem FC Parma mit 0:1. Auf nationaler Ebene beendete man die Saison 2004/05 erneut auf Platz sechs und verpasste die Qualifikation zur UEFA Champions League. In der Copa del Rey musste man sich wie schon zwei Jahre zuvor im Viertelfinale dem CA Osasuna geschlagen geben. Diesmal siegte Sevilla im Hinspiel mit 2:1 und verlor das Rückspiel mit 1:3.

In der Saison 2005/06 trat der FC Sevilla unter dem neuen Trainer Juande Ramos auf nationaler Ebene mit Platz fünf in der Liga sowie dem Achtelfinale in der Copa del Rey insgesamt verbesserungswürdig auf und überzeugte im europäischen Wettbewerb. Die erste Runde des UEFA-Pokals gegen den FSV Mainz 05 (0:0 h; 2:0 a) wurde überstanden, in der Gruppenphase wurde man Gruppensieger. Dabei war man auf Beşiktaş Istanbul (3:0 h), Zenit St. Petersburg (1:2 a), Vitória Guimarães (3:1 h) und die Bolton Wanderers (1:1 a) getroffen. Über Lokomotive Moskau (1:0 a; 2:0 h), den OSC Lille (1:0 h; 1:1 a), Zenit zum zweiten (4:1 h; 1:1 a) und den FC Schalke 04 (0:0 a; 1:0 h, n. V.) erreichte Sevilla erstmals in der Vereinsgeschichte ein Europacup-Finale. Dort traf man auf den FC Middlesbrough und besiegte diesen im Philips Stadion in Eindhoven mit 4:0. Damit bejubelte Sevilla gleichzeitig den ersten internationalen Titel der Vereinsgeschichte.

National und international voll im Geschäft (2006–2010) Saisonleistungen von 2006 bis 2010 Saison Platzierung Torverhältnis Punkte FortschrittCopa del Rey FortschrittEuropapokal 2006/07 3. 64:35 71 Titelgewinn TitelgewinnUEFA-Pokal 2007/08 5. 75:49 64 Achtelfinale AchtelfinaleChampions League 2008/09 3. 75:49 70 Halbfinale GruppenphaseUEFA-Pokal 2009/10 4. 65:49 63 Titelgewinn AchtelfinaleChampions League

Die Saison 2006/07 startete für den FC Sevilla unter Juande Ramos mit dem UEFA Super Cup, wo man den FC Barcelona mit 3:0 besiegte. Für Sevilla war damit innerhalb weniger Monate der zweite internationale Titel gesichert. In der neuen Saison des UEFA-Pokals absolvierte man die erste Runde gegen Atromitos Athen (2:1 a; 4:0 h) mit Bravour. In der Gruppe C musste sich der andalusische Klub Slovan Liberec (0:0 a), Sporting Braga (2:0 h), dem Grasshopper Club Zürich (4:0 a) und AZ Alkmaar (1:2 h) stellen. Dabei platzierte man sich hinter den Niederländern auf Platz zwei. Anschließend bezwang der FC Sevilla in der K.-o.-Runde Steaua Bukarest (2:0 a; 1:0 h), Schachtar Donezk (2:2 h; 3:2 a, n. V.), Tottenham Hotspur (2:1 h; 2:2 a) und den CA Osasuna (0:1 a; 2:0 h). Somit stand der FC Sevilla wieder im Finale und schlug dort Espanyol Barcelona im Glasgower Hampden Park. Beim Stand von 1:1 ging es hierbei in die Verlängerung, in der für beide Mannschaften noch jeweils ein Tor fiel. Die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen, womit Sevilla in der Geschichte des UEFA-Pokals der zweite Klub wurde, dem es gelang, seinen Titel zu verteidigen. Zuvor war dies nur Real Madrid in der Saison 1985/86 gelungen. In der Liga erreichte Sevilla Rang drei und war damit zur Teilnahme an der Qualifikation zur UEFA Champions League 2007/08 berechtigt. Zudem schlug man im Finale der Copa del Rey mit einem 1:0 den FC Getafe und in der Supercopa de España setzte man sich mit zwei Siegen (1:0 h; 5:3 a) gegen Real Madrid durch. Somit gewannen die Andalusier innerhalb von wenigen Monaten ein Triple, das aber auf zwei Saisons aufgespalten gewonnen wurde und daher nur als Double (aus UEFA-Pokal und Copa del Rey) anerkannt wurde.

Am 25. August 2007 trat man zum ersten Liga-Spieltag der Saison 2007/08 gegen den FC Getafe (4:1) an. Dabei erlitt der erst 22-jährige Antonio Puerta in der 30. Spielminute eine Synkope. Seine Mitspieler bewahrten ihn davor, seine Zunge verschlucken. Nach seiner Auswechslung brach er in der Kabine erneut zusammen und erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand an dessen Folgen er drei Tage später verstarb. Daher wurde das ursprünglich für den 28. August terminierte Playoff-Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen AEK Athen um sechs Tage verschoben. Sevilla gewann beide Spiele (2:0 h; 4:1 a) und qualifizierte sich erstmals überhaupt für die Gruppenphase der Königsklasse. Man wurde der Gruppe H zugelost, wo man gegen den FC Arsenal, Slavia Prag und Steaua Bukarest Gruppensieger wurde. Anschließend traf Sevilla es im Achtelfinale auf Fenerbahçe Istanbul. Das Hinspiel endete mit einem 3:2 zu Gunsten der Türken, das Rückspiel entschieden die Spanier nach Verlängerung mit 3:2 für sich. Im Elfmeterschießen setzte sich Fenerbahçe mit 3:2 durch. In der Copa del Rey scheiterte Sevilla im Achtelfinale am FC Barcelona. Beide Spiele endeten remis (1:1 a; 0:0 h) und die Katalanen profitierten von der Auswärtstorregel. In der Liga belegte Sevilla Platz fünf, nachdem man im direkten Vergleich gegen das punktgleiche Atlético Madrid das Nachsehen gehabt hatte, und verpasste damit knapp die UEFA Champions League 2008/09.

In der Saison 2008/09 traf Sevilla zur ersten Runde des UEFA-Pokals auf den FC Red Bull Salzburg. Zwei 2:0-Erfolge brachten die Andalusier in die Gruppenphase, wo man jedoch Platz vier erreichte und damit erstmals seit der Rückkehr ins europäische Geschäft die K.-o.-Runde verpasste. Siege und Niederlagen wechselten sich hierbei ab: Der VfB Stuttgart (2:0 h) und Partizan Belgrad (3:0 a) wurden bezwungen, dafür scheiterte man an Standard Lüttich (0:1 a) und Sampdoria Genua (0:1 a). Durch das frühe Ausscheiden im Europacup konzentrierte sich Sevilla auf die nationalen Wettbewerbe. Die Auswärtstorregel brachte Sevilla gegen den FC Valencia (2:3 a; 2:1 h) ins Halbfinale der Copa del Rey, das man gegen Athletic Bilbao trotz eines 2:1-Hinspielsieges mit einem 0:3 im Rückspiel verlor. Die Liga beendete man erneut auf dem dritten Platz und schaffte damit die Qualifikation zur UEFA Champions League 2009/10.

Zur Saison 2009/10 wurde Sevilla in der Champions-League-Gruppe G gegen den VfB Stuttgart, Unirea Urziceni und die Glasgow Rangers Gruppensieger und qualifizierte sich fürs Achtelfinale. Dort unterlag man nach einem 1:1 im Hinspiel ZSKA Moskau mit 1:2. In der Liga belegte man Platz vier, und am 19. Mai gewann man die fünfte – und bis heute letzte – Copa del Rey der Klubgeschichte. Dabei schlug man Atlético Madrid im Camp Nou mit 2:0.

Leistungsrückgang und Titel in weiter Ferne (2010–2013) Saisonleistungen von 2010 bis 2013 Saison Platzierung Torverhältnis Punkte FortschrittCopa del Rey FortschrittEuropapokal2010/11 5. 62:61 58 Halbfinale SechzehntelfinaleEuropa League2011/12 9. 48:47 50 Achtelfinale Qualifikations-PlayoffEuropa League2012/13 9. 58:54 50 Halbfinale