Der Vejle Boldklub (kurz Vejle BK oder VB) ist ein dänischer Fußballverein aus Vejle in Jütland. Der 1891 gegründete Verein wurde fünfmal dänischer Meister und gewann sechsmal den dänischen Pokal.

Geschichte Der Verein wurde 1891 als Cricketclub gegründet. 1902 kam die Fußballsparte hinzu. Die ursprünglich blauen Trikots wurden 1911 durch rote ersetzt. Zu dieser Zeit gehörte der Klub zu den führenden Mannschaften in Jütland, wo mehrfach die regionale Meisterschaft gewonnen wurde.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg mit der 1. Division eine landesweite Liga eingeführt wurde, gehörte Vejle BK nicht zu den Gründungsmitgliedern und wurde nur in die dritthöchste Spielklasse eingeordnet. Rund um den späteren Nationalspieler Bent Sørensen entwickelte sich jedoch eine „goldene Generation“ – dem Aufstieg in die Zweitklassigkeit 1952 folgte 1956 der Aufstieg in die dänische Beletage. Dort etablierte sich die Mannschaft von nun an. Kurze Zeit später gab es für sie auch die ersten Titelgewinne. In der Spielzeit 1958 gewann sie die Meisterschaft, gefolgt vom Triumph im Landespokal. Durch den Finalsieg gegen Kjøbenhavns Boldklub war der Klub erster Doublegewinner im dänischen Fußball. In der folgenden Spielzeit wurde im Pokalendspiel Aarhus GF geschlagen. Damit war der Klub nicht nur der erste Verein in der Geschichte des Wettbewerbs, der den Titel verteidigen konnte, sondern gleichauf mit Aarhus GF kurzzeitig Rekordpokalsieger (bereits in der Folgesaison holte Aarhus GF seinen dritten Titel und übernahm wieder die führende Position). Die Bedeutung des Klubs zeigte sich auch auf Spielerseite: Mit Henning Enoksen, Tommy Troelsen, Poul Mejer und Mannschaftskapitän Poul Jensen waren vier Spieler in den Gewinn der Silbermedaille der dänischen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 1960 involviert.

In der Spielzeit 1971 folgte der zweite Meisterschaftsgewinn. Aufgrund der Titelverteidigung und des gleichzeitigen Pokalsiegs im Jahre 1972 (2:0 gegen Fremad Amager), angetrieben vom späteren Weltstar Allan Simonsen, gelang das zweite Double der Vereinsgeschichte. Bis Mitte der 1980er Jahre gehörte der Klub weiterhin zu den dänischen Spitzenmannschaften; in den Spielzeiten 1978 und 1984 folgten mit dem zurückgekehrten Simonsen weitere Meistertitel und bis 1981 gelangen drei weitere Pokalsiege.

1991 stieg Vejle BK in die Zweitklassigkeit ab, erst mit der Rückkehr des 1984er-Meistertrainers Ole Fritsen 1994 kehrte der Erfolg zurück und im Sommer 1995 gelang der Wiederaufstieg in die nun als Superliga firmierende höchste Spielklasse. In der Spielzeit 1996/97 gelang die Vizemeisterschaft, Fritsen wurde Trainer des Jahres. Am Ende der Spielzeit 1999/2000 stand jedoch der erneute Abstieg und nach einer Zeit als „Fahrstuhlmannschaft“ rutschte der Klub in der zweiten Liga in den Abstiegskampf. Mitte der 2000er wurde der Klub von lokalen Investoren gestützt und mit dem 2008 eröffneten Vejle Stadium pünktlich zum Wiederaufstieg in die Superliga moderne Infrastruktur geschaffen.

In der Saison 2008/09 spielte Vejle BK in Dänemarks höchster Spielklasse, der SAS-Liga, stieg als Elfter aber gleich wieder in die Viasat Sport Division ab. In ihrer letzten Saison (2010/11) wurde der Aufstieg als Dritter verpasst. Zum 1. Juli 2011 wurde der Verein mit dem Kolding FC fusioniert. Damit hörte die erste Mannschaft nach 120 Jahren auf zu existieren. Der neue Verein erhielt den Namen Vejle Boldklub Kolding (Vejle-Kolding). Ende 2012 beendete Kolding IF die Zusammenarbeit, sodass Vejle fortan wieder mit einer eigenen ersten Mannschaft antrat.

2016 übernahm der Moldawier Andrew Zolotko die Anteilsmehrheit an Vejle BK und verpflichtete mit dem Schweden Andreas Alm, der in seinem Heimatland mit AIK Solna mehrfach Vizemeister geworden war, einen neuen Trainer und diverse neue Spieler aus Europa und Südamerika. Zunächst blieb jedoch der Erfolg aus, sodass Alm nach einem Platz im hinteren Mittelfeld durch den Italiener Adolfo Sormani ersetzt wurde. Unter dessen Leitung kehrte die Mannschaft 2018 in die Superliga zurück, als abgeschlagener Tabellenletzter der Spielzeit 2018/19 stieg der Klub jedoch direkt wieder ab. In der Zweitliga-Saison 2019/20 gelang jedoch mit neun Punkten Vorsprung auf Viborg FF der direkte Wiederaufstieg.

Bedeutende Vejle-Spieler im deutschen Fußball

Mehrere der bedeutendsten Spieler in der Geschichte von Vejle Boldklub setzten ihre Karriere in der deutschen Bundesliga fort. Besonders eng waren die Verbindungen zu Borussia Mönchengladbach.

Ulrik le Fevre wechselte 1969 direkt von Vejle nach Mönchengladbach. In drei Spielzeiten absolvierte er 90 Bundesligaspiele und erzielte 21 Tore. Mit der Borussia wurde er 1970 und 1971 deutscher Meister. Sein Treffer gegen den FC Schalke 04 im Oktober 1971 wurde zum ersten Tor des Jahres der Sportschau gewählt.

Johnny Hansen wechselte 1968 von Vejle zum 1. FC Nürnberg und zwei Jahre später zum FC Bayern München. Mit Bayern wurde er dreimal deutscher Meister, gewann den DFB-Pokal und von 1974 bis 1976 dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister. 1976 kehrte er nach Vejle zurück und wurde mit dem Verein 1978 nochmals dänischer Meister.

Die erfolgreichste Karriere eines Vejle-Spielers in Deutschland hatte Allan Simonsen. Er wechselte Anfang 1973 zu Borussia Mönchengladbach und erzielte dort 76 Tore in 178 Bundesligaspielen. Mit der Borussia gewann er drei deutsche Meisterschaften, den DFB-Pokal und zweimal den UEFA-Pokal. 1977 wurde Simonsen als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet.

Auch Steen Thychosen wechselte direkt von Vejle zu Borussia Mönchengladbach. Der Stürmer stand von 1978 bis 1981 beim Bundesligisten unter Vertrag und gehörte zur Mannschaft, die 1979 den UEFA-Pokal gewann.

Thomas Gravesen wechselte 1997 nach der dänischen Vizemeisterschaft mit Vejle direkt zum Hamburger SV. In drei Spielzeiten bestritt er 74 Bundesligaspiele und erzielte sechs Tore. 2000 wechselte er zum FC Everton.

Weitere Verbindungen zum deutschen Profifußball entstanden durch Spieler aus der Nachwuchsarbeit von Vejle. Johnny Mølby, Peter Graulund und Wahid Faghir spielten alle als Jugendspieler für Vejle und schafften dort später den Durchbruch im Profifußball. Mølby spielte anschließend für Borussia Mönchengladbach, Graulund für den VfL Bochum und Faghir für den VfB Stuttgart.

Europapokal Vejle BK nahm mehrfach an den europäischen Pokalwettbewerben teil. Den größten internationalen Erfolg erreichte Vejle in der Saison 1977/78 im Europapokal der Pokalsieger, als sich die Mannschaft u. a. gegen PAOK Saloniki durchsetzte und erst im Viertelfinale am niederländischen Vertreter FC Twente Enschede mit 0:3 und 0:4 scheiterte.

Stadion und Vereinsidentität

Vejle Boldklub ist seit 1922 im Nørreskoven („Nordwald“) im Norden der Stadt beheimatet. Das heutige Vejle Stadion wurde 2008 am Standort des früheren Stadions eröffnet und bietet 11.060 Zuschauern Platz, darunter 7.567 Sitzplätze.

Die traditionellen Vereinsfarben sind Rot und Weiß. Die Mannschaft wird daher auch De Røde („Die Roten“) genannt. Ein weiterer traditioneller Beiname ist Jyllands Rubin („Der Rubin Jütlands“).

Kader

Stand: 3. September 2026

Sportliche Leitung

Funktion Name Sportdirektor Mikkel Hemmersam Cheftrainer Claus Nørgaard Co-Trainer Nikolaj Primdal Co-Trainer Steffen Kielstrup Co-Trainer Morten Bisgaard

Trainer Die folgende Liste zeigt die seit 1952 bekannten Trainer:

Erfolge Dänische Meisterschaft: Meister (5): 1958, 1971, 1972, 1978, 1984 Vizemeister (3): 1965, 1974, 1996/97 Dänischer Pokal Sieger (6): 1957/58, 1958/59, 1971/72, 1974/75, 1976/77, 1980/81 Finalist (1): 1967/68

Weblinks

Offizielle Website (dänisch)

Einzelnachweise

Vejle BK

Kategorie:Vereinsgründung 1891 Kategorie:Organisation (Vejle Kommune)