Karlskron ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Ingolstadt.
Gemeindegliederung Es gibt 15 Gemeindeteile: die Pfarrdörfer Adelshausen, Karlskron und Pobenhausen, die Siedlungen Deubling, Fruchtheim, Josephenburg, Probfeld und Walding, die Dörfer Aschelsried, Brautlach, Grillheim, Karlsruh und Mändlfeld und die Weiler Bofzheim und Wintersoln.
Es gibt die Gemarkungen Adelshausen (mit Adelshausen, Aschelsried und Wintersoln), Karlskron (mit Bofzheim, Brautlach, Deubling, Fruchtheim, Grillheim, Karlskron, Josephenburg, Karlsruh, Mändlfeld, Probfeld und Walding) und Pobenhausen.
Der Ort Lichtenheim wechselte 1932 von der Gemeinde Karlskron zur Gemeinde Lichtenau.Die Gemeinden Bayerns, nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987; die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Bestand und Gebiet von 1840 bis 1987, München 1991 (S. 51)
Geschichte Karlskron wurde Ende des 18. Jahrhunderts als erste der Kolonistensiedlungen im Donaumoos gegründet. Die ersten Häuser entstanden ab 1791 entlang der neu erbauten Moosstraße von Reichertshofen nach Lichtenau. Angelehnt an den Kurfürsten Karl Theodor erhielt die Kolonie den Namen Karlskron. Der Kurfürst nahm am 26. Mai 1794 den Fortschritt der Mooskolonisation persönlich in Augenschein, woran eine Gedenktafel am heutigen Rathaus erinnert. Dieses älteste Gebäude in Karlskron war zuerst Moosgericht, dann Sitz des Hofmarksherrn Franz Seraph Grill, 120 Jahre Kloster der Armen Schulschwestern und ist seit 1973 Sitz der Gemeindeverwaltung.
1793 hatten die Kolonisten bei der Donaumoos-Kulturkommission für die 40 Familien wegen der weiten Wege in Nachbarorte eine Kirche, einen Pfarrer und einen Lehrer angefordert. Im Jahre 1804 wurde eine Pfarrkuratie eingerichtet, ab 1806 – unterbrochen durch die Napoleonischen Kriege – wurde bis 1815 die Pfarrkirche errichtet.
Die Gemeinden Pobenhausen und Adelshausen wurden am 1. Mai 1978 eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Zum 31. Dezember 2024 lebten in der Gemeinde Karlskron 5372 Einwohner, davon 5094 mit Hauptwohnsitz, 155 mit einziger Wohnung und 123 mit Nebenwohnsitz. Die größten Ortsteile sind Karlskron (2355 Einwohner), Mändlfeld (712 Einwohner) und Pobenhausen (682 Einwohner).
Die Einwohnerzahl der Gemeinde ist seit 2003 kontinuierlich gewachsen. Lag die Bevölkerung 2003 noch bei 4689 Personen, so wurde 2024 mit 5372 Einwohnern ein neuer Höchststand erreicht.
Die Altersstruktur im Jahr 2024 zeigt einen hohen Anteil an Familien und Kindern: 661 Einwohner waren zwischen 0 und 10 Jahre alt, 774 zwischen 31 und 40 Jahren sowie 818 zwischen 41 und 50 Jahren. 397 Einwohner gehörten der Gruppe der 61- bis 70-Jährigen an, 210 waren 71 bis 80 Jahre alt.
56 % der Einwohner gehören der römisch-katholischen Kirche an, 10 % der evangelischen Kirche; 34 % sind konfessionsfrei oder gehören anderen Religionsgemeinschaften an. In Karlskron lebten 2024 darüber hinaus 326 ausländische Einwohner aus 42 Nationen, darunter größere Gruppen aus Rumänien, der Türkei und der Ukraine.
Im Jahr 2024 registrierte die Gemeinde 60 Geburten, 33 Sterbefälle sowie 17 Eheschließungen. 80 Einwohner traten aus einer Religionsgemeinschaft aus. Die Zahl der Hunde in der Gemeinde lag bei 334.
Finanzen Der Gesamthaushalt der Gemeinde Karlskron belief sich im Jahr 2025 auf 25,37 Mio. Euro. Davon entfielen 14,62 Mio. Euro auf den Verwaltungshaushalt und 10,75 Mio. Euro auf den Vermögenshaushalt. Im Vorjahr betrug das Haushaltsvolumen 24,65 Mio. Euro.
Die größten Einnahmepositionen des Verwaltungshaushalts bilden der Einkommensteueranteil und die Gewerbesteuer. Der Einkommensteueranteil lag 2024 bei 4,43 Mio. Euro, die Gewerbesteuer erreichte im selben Jahr nach deutlichen Schwankungen 7,06 Mio. Euro (2023: 2,68 Mio. Euro). Die Schlüsselzuweisungen beliefen sich 2024 auf 262.440 Euro. Weitere Einnahmen resultierten aus Grundsteuer, Hundesteuer, Umsatzsteuerbeteiligung, Verkehrsüberwachung und verschiedenen Erstattungen. Die Gesamtsteuereinnahmen der Gemeinde betrugen im Jahr 2024 rund 13,24 Mio. Euro.
Auf der Ausgabenseite stellten die Personalkosten mit 5,13 Mio. Euro (35,1 Prozent) den größten Anteil im Verwaltungshaushalt 2025 dar. Die Kreisumlage belief sich 2025 auf 3,66 Mio. Euro. Weitere wesentliche Ausgabenpositionen waren die Sach- und Betriebsausgaben (2,51 Mio. Euro) sowie die Umlagen und Zuschüsse.
Im Vermögenshaushalt entfielen 2025 die höchsten Ausgaben auf Tiefbaumaßnahmen (3,99 Mio. Euro), Hochbaumaßnahmen (3,40 Mio. Euro) und den Grunderwerb sowie Erschließungsbeiträge (2,57 Mio. Euro). Die Einnahmen des Vermögenshaushalts stammten schwerpunktmäßig aus Beiträgen und Entgelten (3,36 Mio. Euro), Zuweisungen (1,92 Mio. Euro) und der Rücklagenentnahme (2,39 Mio. Euro).
Die Rücklagen der Gemeinde entwickelten sich in den vergangenen Jahren dynamisch. Nach einem Höchststand von 7,77 Mio. Euro im Jahr 2021 betrugen die allgemeinen Rücklagen zum Jahresende 2025 noch 3,85 Mio. Euro. Für den Finanzplanungszeitraum 2024 bis 2028 ist ein weiterer Rückgang bis auf 1,11 Mio. Euro im Jahr 2027 vorgesehen.
Der Schuldenstand der Gemeinde wurde seit 2019 deutlich reduziert. Von 5,67 Mio. Euro im Jahr 2019 sank der Wert auf 1,86 Mio. Euro im Jahr 2025. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag damit 2025 bei 358,92 Euro pro Einwohner. Der Finanzplan geht für die kommenden Jahre von einem erneuten Anstieg der Verschuldung auf bis zu 5,42 Mio. Euro im Jahr 2028 aus.
Politik Bürgermeister Seit dem 1. Mai 2014 ist Stefan Kumpf (CSU) Erster Bürgermeister. Er hatte am 15. März 2020 vier Mitbewerber und wurde im ersten Wahlgang mit 66,67 % der Stimmen für die zweite Amtszeit wieder gewählt. Bei den Kommunalwahlen am 8. März 2026 erreichte Stefan Kumpf (CSU) 68,9% der Stimmen. Damit setzte er sich gegen 3 weitere Bewerber im ersten Wahlgang durch. Seine dritte Amtszeit läuft bis zum April 2032.
Gemeinderat Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte zu folgendem Ergebnis für die Verteilung der 16 Sitze des Gemeinderats: Gemeinde Karlskron Partei / Liste Stimmenanteil Sitze CSU 31,8 % 5 SPD 15,2 % 3 GRÜNE 12,2 % 2 Freie Wähler 26,7 % 4 COMPAKT – Liste Karlskron (CLK) 14,1 % 2
Die Kommunalwahl am 15. März 2020 hatte folgendes prozentuales Ergebnis mit Sitzverteilung: Partei / Liste Stimmenanteil Sitze CSU 40,9 % 6 GRÜNE 12,4 % 2 SPD 11,0 % 2 Freie Wähler Karlskron 25,2 % 4 COMPAKT – Liste Karlskron (CLK) 10,5 % 2 Die Kommunalwahl am 8. März 2026 führte zu folgendem Ergebnis. Da die Gemeinde Karlskron zum Stichtag die Einwohnerzahl 5000 überschritten hat, finden sich im Gemeinderat vier Ratsmitglieder mehr. Seit dem 1. Mai 2026 hat die Gemeinde 20 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Partei / Liste Stimmenanteil Sitze CSU 36,6 % 7 GRÜNE 8,6 % 2 SPD 12,5 % 3 Freie Wähler Karlskron 31,7 % 6 COMPAKT – Liste Karlskron (CLK) 10,6 % 2 Wappen
Baudenkmäler
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Andreas Geitl (* 1956), Küchenchef, Autor und Fernsehkoch Willi Vogl (* 1961), Komponist, Klarinettist und Musikpädagoge
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Johann Peter Kling (* 1749 in Hergenfeld; † 1808 in Probfeld), Mathematikprofessor, Mitglied der Mannheimer Akademie der Wissenschaften, kurfürstlicher Hofkammerrat in Mannheim, kurfürstlicher Forstkammerdirektor in München, Donaumoospionier.Kling auf der Gemeindewebseite von Hergenfeld
Literatur Hans Fegert: Ferdinand Gump und Eduard Gänswürger – zwei Raubmörder aus dem Donaumoos. 3K-Verlag, Kösching 1991.
Weblinks
Gemeinde Karlskron
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Kategorie:Karl Theodor (Pfalz und Bayern) als Namensgeber Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)