mini|Porträt von William Jardine, George Chinnery, 1820 William Jardine (* 24. Februar 1784; † 27. Februar 1843) war ein schottischer Händler und Gründer von Jardine, Matheson & Co. (heute bekannt als Jardine Matheson Holdings). Groß wurde er als Opiumhändler und betrieb maßgeblich den Opiumkrieg in China.
Herkunft und Werdegang Jardine wurde in Schottland auf einer Farm geboren. Sein Vater starb als Jardine acht Jahre alt war. Durch die Unterstützung eines älteren Bruders konnte Jardine an der Universität Edinburgh einen Abschluss in Medizin erwerben. Mit neunzehn Jahren heuerte er als Chirurgenassistent auf einem Schiff der Ostindienkompanie an.Julia Lovell: The Opium War. London, 2011, S. 24f. 1805 wurde sein Schiff von einem französischen Kriegsschiff in Ostasien gekapert. Er wurde zusammen mit anderen Gefangenen am Kap der Guten Hoffnung ausgesetzt.Stephen R. Platt: Imperial Twilight. The Opium War and the End of China’s Last Golden Age. New York, 2019, S. 199–202.
Aufgrund seiner Tätigkeit für die Kompanie war ihm als Offizier der Kompanie auf den Reisen ein privates Frachtkontingent zugeteilt. Durch Handel mit diesem verdiente Jardine Kapital für eine selbstständige Handelstätigkeit.Stephen R. Platt: Imperial Twilight. The Opium War and the End of China’s Last Golden Age. New York, 2019, S. 199–202.
Erfolg mit Jardine, Matheson & Co. Jardine ließ sich als Händler in Kanton (Guangzhou) nieder. Sein Geschäftsmodell war der Verkauf von Opium für indische Exporteure und der Weiterverkauf an Schmuggler, welche die illegale Ware an Land und in Verkehr brachten. Sein Haupthandelspartner war der parsische Opiumhändler Jamsetjee Jejeebhoy. Jardine konnte durch die Geschäfte sein Vermögen deutlich vergrößern. Zusammen mit James Matheson übernahm er 1828 Magniac & Co. Durch Umbenennung wurde daraus 1832 Jardine, Matheson & Co.Stephen R. Platt: Imperial Twilight. The Opium War and the End of China’s Last Golden Age. New York, 2019, S. 199–202.
Die Firma wurde das erfolgreichste der freien Handelshäuser. Nach einem Fehlversuch mit einem Dampfschiff setzte die Firma speziell konstruierte Opiumclipper ein, die einen saisonunabhängigen Nachschub mit Opium gewährleisten konnten. Ebenso arbeitete Jardine mit dem Missionar Karl Gützlaff zusammen. Nach dem Ende des Handelsmonopols der Ostindienkompanie für den Handel von Europa von und nach den Kolonien 1834 boomte das Geschäft der unabhängigen Handelshäuser. Er gehörte zu den Förderern der Botschaftsmission von Lord Napier, die nach einer nicht erfolgreichen militärischen Machtdemonstration in Kanton scheiterte. Ab 1837 gefährdeten die Maßnahmen des Generalgouverneurs von Lianguang ihre Geschäfte. Jardine und Matheson setzten ihre politischen Verbindungen und ihre gesellschaftliche Stellung für eine Öffnung Chinas durch einen Waffengang gegen die Qing-Dynastie ein.Stephen R. Platt: Imperial Twilight. The Opium War and the End of China’s Last Golden Age. New York, 2019, S. 273f, S. 280f, S. 341, S. 362.
Politische Tätigkeit in England Im Januar 1839 verließ Jardine Kanton in Richtung Europa, nachdem er mit Unterbrechungen dort zwanzig Jahre verbracht hatte. Er wurde Mitglied des Unterhauses.Stephen R. Platt: Imperial Twilight. The Opium War and the End of China’s Last Golden Age. New York, 2019, S. 362, S. 432. Er erwarb ein Stadthaus in der Upper Belgrave Street in London und Lanrick Castle als Landsitz in Schottland.Song-Chuan Chen: Merchants of War and Peace. British Knowledge of China in the Making of the Opium War. Hong Kong, 2017, S. 14. Als der Erste Opiumkrieg 1839 ausbrach, befand sich Jardine in Großbritannien.Stephen R. Platt: Imperial Twilight. The Opium War and the End of China’s Last Golden Age. New York, 2019, S. 362, S. 432. Jardine war einer der führenden Lobbyisten für den Krieg. Er stand im engen Kontakt mit dem damaligen Außenminister Lord Palmerston. Er versorgte die britische politische und militärische Elite mit Informationen über China und lieferte die Basis für den Kriegsplan der britischen Streitkräfte.Song-Chuan Chen: Merchants of War and Peace. British Knowledge of China in the Making of the Opium War. Hong Kong, 2017, S. 4f.
Siehe auch Jardine House
Einzelnachweise
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