Der Fischbeker Heidbrook ist ein Wohnquartier im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek im Bezirk Harburg. Es entstand auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger-Kaserne und grenzt unmittelbar an das Naturschutzgebiet Fischbeker Heide. Das rund 54 Hektar große Quartier umfasst etwa 1.250 Wohneinheiten und rund 8 Hektar öffentliche und private Freiräume.

Geschichte Die Röttiger-Kaserne wurde ab 1938 errichtet und bis 2004 militärisch genutzt. Nach dem Abzug der Bundeswehr erwarb die Stadt Hamburg das Gelände und entwickelte es für eine neue Wohnnutzung. Im Januar 2013 beauftragte der Hamburger Senat die IBA Hamburg mit der Projektentwicklung. 2013/14 wurde die Funktionsplanung erarbeitet, 2014 ein Gutachterverfahren für die Bebauung des zentralen Plateaus durchgeführt. Die Erschließungsarbeiten begannen 2015/16, im Herbst 2016 starteten die Hochbauarbeiten. Die Fertigstellung der Erschließung und der Grünanlagen erfolgte Ende 2020. Am 18. September 2022 feierten die Bewohnerinnen und Bewohner des Fischbeker Heidbrooks mit Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher die Fertigstellung des Quartiers und die Übergabe des Fischbeker Heidbrooks an den Bezirk Hamburg-Harburg.

Städtebauliches Konzept Das Quartier bietet eine Mischung aus Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern sowie kleinteiligen Mehrfamilienhäusern. Ziel war es, die Bebauung harmonisch in die natürliche Umgebung zu integrieren und den vorhandenen Baumbestand weitgehend zu erhalten. Ein zentrales Element ist das „Plateau“, eine terrassierte Fläche mit Park- und Spielflächen, die als Treffpunkt für die Bewohner dient.

Nachhaltigkeit und Innovation Der Fischbeker Heidbrook ist ein Pilotprojekt für das Hamburger Programm „RegenInfraStrukturAnpassung“ (RISA), dass ein klimaresilientes Regenwassermanagement fördert. Regenwasser wird lokal gespeichert, versickert oder verdunstet, um die Kanalisation zu entlasten und das Mikroklima zu verbessern. Zudem verfügt das Quartier über ein Nahwärmenetz, das teilweise mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Alle Gebäude erfüllen mindestens den KfW-Effizienzstandard 55.

Soziale Infrastruktur Im Quartier befinden sich mehrere soziale Einrichtungen, darunter drei Kindertagesstätten, ein Gesundheitszentrum, die Uwe-Seeler-Sporthalle und die Fischbeker Höfe. Die Fischbeker Höfe ist ein Senioren Quartier mit 116 Wohnungen, welches durch den kompletten Umbau der historischen Röttiger-Kaserne entstanden ist. Ein Nahversorgungszentrum mit Einzelhandel und Gastronomie deckt die täglichen Bedürfnisse der Bewohner. Gemeinschaftsflächen und regelmäßige Veranstaltungen fördern den sozialen Zusammenhalt.

Verkehrsanbindung Der Fischbeker Heidbrook ist über die Bundesstraße B73 und die S-Bahn-Station Fischbek an das Hamburger Verkehrsnetz angebunden. Innerhalb des Quartiers gibt es autofreie Wege sowie Angebote wie Carsharing und StadtRad-Stationen, die eine umweltfreundliche Mobilität unterstützen.

Aktuelle Entwicklungen Im August 2024 erfolgte der Spatenstich für 45 Reihenhäuser mit insgesamt 90 öffentlich geförderten Wohnungen. Die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2025 geplant.

Einzelnachweise

Kategorie:Hamburg-Neugraben-Fischbek Kategorie:Bauwerk im Bezirk Harburg Kategorie:Geographie (Hamburg)