mini|hochkant|St. Gumbertus und Urban mini|Haus Nr. 20: Gasthaus zum Hirschen mini|Haus Nr. 42: Ehemaliges Pfarrhaus

Ottenhofen (fränkisch: OdnhofnE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 160. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ǫdnhófn“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Marktbergel im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Ottenhofen hat eine Fläche von 7,060 km². Sie ist in 667 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10584,63 m² haben.

Geographie Durch das Pfarrdorf fließen der Sensenbach (links) und der Nutzbach (rechts), die zum Langwasenbach zusammenfließen, der mit weiteren Bächen zu einem rechten Zufluss der Aisch zusammenfließt. Der Ort ist ringsum von Feldern umgeben. 1 km nordwestlich liegen die Pfeiffenäcker, 1 km nordöstlich die Trieb- und Tolläcker, 1,25 km westlich liegt der Schönbühl (). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Bundesstraße 13 (1,2 km nördlich) bzw. nach Marktbergel zur Kreisstraße NEA 43 (1 km südlich). Der Ort hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Neustadt (Aisch)–Steinach bei Rothenburg.

Geschichte Im Jahre 1078 wurde der Ort als „Ottenhouen“ erstmals in einer Urkunde erwähnt, laut dieser der König Heinrich IV. den Ort dem Gumbertusstift wieder übergab. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Otto.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 160 f.Siehe Website marktbergel.de 1182 erwarb das Kloster Heilsbronn in „Utelhoven“ Güter.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 52. 1224 wurde in Ottenhofen eine Kirche erwähnt, die eine Filiale der Pfarrei Burgbernheim war. Der 1528 einsetzenden Reformation, die von dem bis 1535 hier tätigen Pfarrer Johann Faber (Fabritius) geschätzt und gefördert wurde, und der neuen, evangelischen Geistlichkeit stand die Einwohnerschaft (wie auch der Würzburger Bischof Konrad III. von Thüngen als Patronatsherr) zunächst besonders ablehnend gegenüber.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 190 und 192 f. Seit 1581 gab es eine Schule in Ottenhofen. Im Dreißigjährigen Krieg kam es im Herbst 1631 wie in Marktbergel und Ickelheim zu Übergriffen durch kaiserliche Truppenteile.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 234 f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ottenhofen 42 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Altheim aus. Es hatte ggf. an das Schultheißenamt Burgbernheim auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Windsheim. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Bayreuth als Grundherrn (Kastenamt Windsheim: 13 Höfe, 2 Zweidrittelhöfe, 2 Halbhöfe, 6 Güter, 7 Sölden; Schultheißenamt Burgbernheim: Kirche, Pfarrhaus, Schulhaus, 12 Häuser).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 121.

Im Jahre 1810 kam Ottenhofen an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeediktes wurde es 1811 dem Steuerdistrikt Schwebheim und der 1817 gebildeten Ruralgemeinde Schwebheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ottenhofen.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 227. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 215 f. Ab 1862 gehörte Ottenhofen zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,057 km².

Am 1. Januar 1978 wurde Ottenhofen im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Marktbergel eingegliedert.

Baudenkmäler In Ottenhofen gibt es sieben Baudenkmäler: Evangelisch-lutherische Kirche St. Gumbertus und Urban Wehrmauer Ottenhofen Haus Nr. 18: Wohnhaus Haus Nr. 20: Gasthaus zum Hirschen Haus Nr. 42: ehemaliges Pfarrhaus Haus Nr. 45: ehemalige Schmiede Haus Nr. 70: Austragshaus

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 31: Kleinbauernhaus Fachwerkwohnstallhaus

Bodendenkmäler In der Gemarkung Ottenhofen gibt es sechs Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 247 348 335 324 324 333 334 340 359 339 337 321 298 297 307 298 319 312 302 523 479 445 286 270 210 188HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 52 61 63 66 65 69 70 68 58 65 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 346 Einwohner.

Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Gumbertus und Urban und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken sind nach St. Bonifaz (Bad Windsheim) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Marktbergel Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1078 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim