mini|hochkant|Rudolf Schwarz (1958) Rudolf Philipp Wilhelm Schwarz (* 31. März 1904 in Prag; † 25. Februar 1963 in Neuffen) war ein deutscher Schriftsteller, Werbefachmann und Parapsychologe. Im Gegensatz zu den unter seinem Namen erschienenen parapsychologischen und wirtschaftswissenschaftlichen Veröffentlichungen schrieb er seine belletristischen Werke mehrheitlich unter dem Pseudonym Ralph Black.
Leben Rudolf Schwarz wurde als eines von fünf Geschwistern in Prag geboren. Seine Eltern waren Teilhaber einer größeren Möbelschreinerei. Er war Christ evangelischer Konfession. Kurz nach seiner Geburt verzog die Familie nach Esslingen am Neckar im Königreich Württemberg. Dort besuchte er von 1910 bis 1913 die Elementarschule und von 1913 bis 1922 das Real-Gymnasium (das heutige Georgii-Gymnasium). Nach einjähriger Werkstattpraxis absolvierte er die Technische Hochschule in Stuttgart und legte dort 1926 die Diplomprüfung für Maschinenbau ab. Von 1926 bis 1933 war er als Zeitungs- und Zeitschriften-Schriftleiter sowie in der Industrie als Betriebsleiter, Angebots- und Werbeingenieur tätig, darunter vier Jahre bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg A.G. Ab 1933 betätigte er sich als beratender Werbeingenieur bei zahlreichen Maschinenfabriken. Nachdem er in den Jahren 1940–1942 an der Technischen Hochschule Stuttgart und an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen wirtschaftswissenschaftliche Vorlesungen gehört und Seminare besucht hatte, schloss er sein Studium 1942 mit der Promotion Dissertationsschrift: „Die Aufgaben der Wirtschaftswerbung in der staatlich gelenkten Wirtschaft unter Berücksichtigung der Verhältnisse in der Maschinenindustrie“, Tübingen 1943, Universitätsbibliothek, Signatur UM 4554. zum Doktor der Staatswissenschaft ab. Bis hier weitgehend nach dem in der Dissertationsschrift enthaltenen Lebenslauf.
mini|Frühes Logo des Werbebüros Dr. Schwarz Das von ihm gegründete Werbebüro Dr. Schwarz in Erkenbrechtsweiler entwickelte sich in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der führenden Werbeunternehmen Deutschlands mit Zweigbüros in mehreren Großstädten, Liste der Zweigstellen in: „Unsere Sonderheit: Entwurf neuer Firmenzeichen“, Werbebüro Dr. Schwarz, Erkenbrechtsweiler 1947. bevor er dieses krankheitsbedingt aufgeben musste. Rudolf Schwarz war verheiratet und hatte vier Kinder; Todesanzeige der Familie vom 25. Februar 1963. über sein Privatleben ist wenig bekannt. Er starb im Alter von 58 Jahren an seinem Wohnort in Neuffen Stadtarchiv Neuffen, Sterberegister. und wurde drei Tage später auf dem dortigen Friedhof beigesetzt. Evangelische Kirchengemeinde Neuffen. Den Bestattungsgottesdienst hielt Pfarrer Emil Schließer.
Parapsychologe Rudolf Schwarz war in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einer der bekanntesten Jenseitsforscher im deutschen Sprachraum. Hierbei stützte er sich maßgeblich auf die sogenannten Jenseits-Protokolle, die seiner Zusammenarbeit mit dem Medium P.H. Landmann entstammten. Seinen Angaben nach stand hinter diesem Pseudonym ein pensionierter evangelischer Pfarrer, der „über einen ausgezeichneten Jenseitskontakt verfügte“.
Ergebnis dieser Tätigkeit waren, neben den aufgeführten Buchveröffentlichungen, zahlreiche Beiträge in Zeitschriften „Okkulte Welt: übersinnliches Geschehen, Spiritismus, Magie, Astrologie u. okkulte Grenzgebiete“, Löwen-Verlag, Braunschweig, Jhg. 1950, #13-14, 03/1950 „Okkulte Stimme: Monatsschrift für Spiritismus, Magie und okkulte Grenzgebiete“, Löwen-Verlag, Braunschweig, 3. Jhg. 1952/53; 4. Jhg. 1953; 5. Jhg. 1954; 7. Jhg. 1957 „Mensch und Schicksal. Zeitschrift für geistige Bereiche.“ 1947–1960, . Aufgegangen in „Lebensweiser“. „Lebensweiser. Zeitschrift für gesunde Lebensführung. Rundschau der praktischen Lebenskunst. Organ der Gesellschaft für Geistige Lebensordnung“, 1926 ff., , . mit vorwiegend okkulter Thematik. Seine Bücher wollte er durchaus auch als Ratgeber für das diesseitige Leben verstanden wissen. Zusätzlich zu seinen eigenen Veröffentlichungen übersetzte er auch englischsprachige Literatur, wie etwa In a Million Ways deutsch: „Unsterbliche Gemeinschaft – Aus dem Tagebuch eines Chemikers“; veröffentlicht in: „Mensch und Schicksal. Zeitschrift für geistige Bereiche.“, , Hefte 5 und 6, 1958; fortgesetzt in: „Metaphysik. Zeitschrift für Jenseitsforschung. Monatshefte der Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V.“, Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V., Hannover, 1. Jhg., Heft 1, August 1958 bis 2. Jhg., Heft 2, Februar 1959. des britischen Hellsehers David U. Bedbrook, David U. Bedbrook, London, † 31. Juli 1958, war Präsident der International Spiritualist Federation (ISF); Todesanzeige in: „Metaphysik. Zeitschrift für Jenseitsforschung. Monatshefte der Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V.“, Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V., Hannover, 1. Jhg., Heft 2, September 1958. mit dem er befreundet war. Wilhelm Otto Roesermueller: „Geister warnen vor Geistern!“, Selbstverlag, Nürnberg 1960. Er war Präsident Todesanzeige der GMF in: „Metaphysik. Zeitschrift für Jenseitsforschung. Monatshefte der Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V.“, Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V., Hannover, 6. Jhg., Heft 4, April 1963. der Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V. in Hannover GMF e.V., Hannover 6, Schließfach 66064, Telefon 66 48 90; im Vereinsregister der Stadt Hannover, Zentrales Registergericht Hannover, ist der Verein nicht verzeichnet., in deren Monatsschrift er regelmäßig publizierte. „Metaphysik. Zeitschrift für Jenseitsforschung. Monatshefte der Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V.“, Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V., Hannover
Schriftsteller Ohne dass die Öffentlichkeit dies mit seiner Person verband, schrieb er unter dem Pseudonym Ralph Black, Ralph ist auch der Name seines ältesten Sohnes. einer anglisierten Variante seines Namens, auch etliche Romane. Hierbei reichte die Spanne vom klassischen Kriminalroman über Abenteuerromane in Heftform bis in den Bereich der Zukunftsliteratur. Sein 1947 erschienenes Erstlingswerk Jagd nach J.M. entwickelte sich zu einem großen Publikumserfolg und wurde schon zwei Jahre später bei einem anderen Verlag erneut herausgegeben. Jedoch brach die Publikation seiner Romane Anfang der 1950er Jahre ab, mehrere Werke blieben trotz in Werbung und Beilagen schon erschienener Ankündigungen und Klappentexte z. B. in: „Jagd nach JM“, Karl Mayer Verlag, Stuttgart 1950, Anhang. unveröffentlicht. In den folgenden Jahren erschienen von ihm vermehrt Schriften zu Themen der Jenseitsforschung.
Beruflich verfasste er auch wirtschaftswissenschaftliche Abhandlungen zu den Themenbereichen der Kundenwerbung und Verkaufsförderung, Eva Däbritz: „Betriebswirtschaftliches Literatur-Lexikon: Bibliographie für die Jahre 1955–1958“, Gabler-Verlag, Wiesbaden 1959, ISBN 978-3663127475. die teilweise bei der gleichen Verlagsgruppe erschienen, die auch seine parapsychologischen Schriften verlegte.
Schreibstil In seinen parapsychologischen Veröffentlichungen bekannte er sich zu einer wissenschaftlichen und tatsachenbasierten Herangehensweise „Menschen wie Du und ich“. In: „Metaphysik. Zeitschrift für Jenseitsforschung. Monatshefte der Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V.“, Gesellschaft für metaphysische Forschung e.V., Hannover, 1. Jhg., Heft 1, August 1958. und nannte er seine technische Qualifikation als Diplom-Ingenieur mehrfach mit als Garant für seine nüchterne Beurteilung der behandelten Phänomene.
Seine größtenteils im englischen Kulturkreis angesiedelten Romane sind von einer spürbaren Anglophilie und sorgfältig recherchierter Detailkenntnis geprägt, ohne dass er Großbritannien persönlich besucht hätte. Er bevorzugte die auktoriale Erzählsituation und beschränkte sich auf nur wenige Nebenhandlungen. Die Romaninhalte sind weitgehend chronologisch gestaltet und in der Gegenwartsform erzählt. Obwohl kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen, fehlen in seinen Werken jegliche Hinweise darauf. Vielmehr wird mehrheitlich eine Situation in den 1920er oder 1930er Jahren beschrieben, die aktuelle politische Konflikte vollständig ausblendet. Zudem fällt eine, gewiss berufsbedingte, Detailverliebtheit bei der Beschreibung technischer, insbesondere elektrischer Einrichtungen auf.
Trivia Am 13. März 1963, d. h. keine drei Wochen nach dem Tode von Rudolf Schwarz, berichtete P.H. Landmann (das Medium, mit dem er seinerzeit zusammengearbeitet hatte) davon, mit dem Verstorbenen Kontakt hergestellt zu haben. Nur wenige Tage später, am 22. März 1963, verstarb auch er selbst im Alter von 92 Jahren. Ein ausführlicher Bericht hierüber erschien unter dem Titel „Ich fand, was ich erwartete – Mitteilungen eines hinübergegangenen Jenseitsforschers“.„Wegbegleiter“, Nr. 1/2002, S. 23–24
Werke (Auswahl) Unter eigenem Namen veröffentlicht Kurzgeschichten 1947: „Das Geheimnis von Dormburg“ in: „Zeit im Bild – Saarbrücker Illustrierte Zeitung“, Heft 1 vom 1. Januar 1947 1947: „Die Wunderpillen“ in: „Zeit im Bild – Saarbrücker Illustrierte Zeitung“, Heft 9 vom 23. Februar 1947
Sachbücher / Ratgeber Jenseitsforschung 1949: „Die Geisterwelt ist nicht verschlossen: Spontanphänomene nach Berichten lebender Zeugen“, Schwentine-Verlag, Preetz/Holstein 1949 1954: „Wie die Toten leben – Protokolle aus dem Jenseits“, Lebensweiser-Verlag, Büdingen-Gettenbach 1954 1956: „Mehr Licht aus dem Jenseits“, Lebensweiser-Verlag, Büdingen-Gettenbach 1956 1957: „Der geheime Weg zur Unsterblichkeit“, Lebensweiser-Verlag, Büdingen-Gettenbach 1957
Wirtschaftswissenschaft 1945: „Wiederaufbau durch Werbung“, Werbebüro Dr. Schwarz, Alle aufgeführten, im Werbebüro Dr. Schwarz erschienenen Veröffentlichungen sind im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek enthalten. Erkenbrechtsweiler 1945 1946: „Gegenwärtige Möglichkeiten der Anzeigen-Werbung“, Werbebüro Dr. Schwarz, Erkenbrechtsweiler 1946 1947: „Unsere Sonderheit: Entwurf neuer Firmenzeichen“, Werbebüro Dr. Schwarz, Erkenbrechtsweiler 1947 1958: „Mehr verkaufen - mehr verdienen: Neue Wege zur Umsatzsteigerung und Kundenwerbung“, Verlag Welt und Wissen, Büdingen-Gettenbach 1958
Unter dem Pseudonym Ralph Black veröffentlicht Romane 1948: „Jagd nach J.M.“, Hunia-Verlag, Berlin-Schmargendorf 1948 1949: „Bill Harris Taten und Abenteuer“, Rotar-Verlag, Gießen 1949 (Fortsetzungsroman, auf 100 Hefte angelegt, Die Titel aller geplanten Ausgaben sind auf den Rückseiten der beiden erschienenen Hefte abgedruckt. nur 2 erschienen) mit den Bänden: „Bill Harris Taten und Abenteuer 1: Der Raub der Atombombe“ „Bill Harris Taten und Abenteuer 2: Cojeyamenia, der Schrecken des Urwalds“ 1950: „Jagd nach JM“, Karl-Mayer-Verlag, Stuttgart 1950 (Reprint) 1950: „Das Experiment des Dr. Delaware“, Karl-Mayer-Verlag, Stuttgart 1950 1950: „Glühende Augen“, Karl-Mayer-Verlag, Stuttgart 1950
Unveröffentlicht 1950: „Grauen im Spessart“ (Roman) 1950: „Rache eines Toten“ (Roman)
Einzelnachweise
Literatur Wilhelm Otto Roesermueller: Begegnungen mit Jenseitsforschern und Gespräche mit Geistern, Rohm-Verlag, Bietigheim 1973, ISBN 3-87683-070-2. Wilhelm Otto Roesermueller: Kontakte zu unseren jenseitigen Freunden und unsichtbaren Helfern. „Biographische Skizze“, Selbstverlag, Nürnberg 1976. Willy Schrödter: Okkulte Historietten, Reichl Verlag der Leuchter, St. Goar 2002, ISBN 978-3876672489.
Weblinks
Veröffentlichungen von Rudolf Schwarz auf den Seiten des Heinrich Schwab Verlages, Argenbühl-Eglofstal
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