mini|Kammlach von Norden mini|Oberkammlach von Osten Kammlach ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Oberkammlach.
Geografie Lage Kammlach liegt circa 25 Kilometer östlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Oberkammlach und Unterkammlach.
Es gibt 10 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt keinen Ort namens Kammlach in der Gemeinde.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die erste urkundliche Erwähnung Kammlachs erfolgte im Jahre 1167 durch die Reliquienschenkung des Abtes Isingrim von Ottobeuren. 1363 wurde erstmals in Ober- und Unterkammlach unterschieden. Ab 1611 werden dann für beide Ortsteile auch eigene Amtmänner erwähnt.
Oberkammlach war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte zur Herrschaft Mindelheim des Kurfürstentums Bayern. Die Herrschaft Mindelheim war seit dem Frieden von Rastatt 1714 eine kurbayerische Besitzung.
Eine besondere Stellung in der Weltgeschichte nimmt Kammlach durch die Schlacht von Kammlach am 13. August 1796 ein.Kurier vom 4. Oktober 2011 über die Schlacht vom 13. August 1796, abgerufen am 12. Mai 2021 Im Jahr 1818 entstanden durch das zweite Gemeindeedikt die politischen Gemeinden Oberkammlach und Unterkammlach.
Kirchlich gehörten die Ortsteile über Jahrhunderte zur Pfarrei Oberkammlach. In der Nachkriegszeit stieg durch die Aufnahme der Flüchtlinge die Einwohnerzahl stark an. So kam es, dass in Unterkammlach 1952 eine neue Kirche errichtet wurde und 1961 die Pfarrei Unterkammlach selbständig wurde.
Flugzeugabsturz Am 1. Februar 1973 stürzte ein Jagdbomber der Luftwaffe vom Typ F-104 Starfighter nahe Unterkammlach ab. Der Pilot Oberstleutnant Johannes Schiller vom Jagdbombergeschwader 34 konnte zuletzt einen Absturz im Ort verhindern, konnte sich vor dem Absturz aber selbst nicht mehr retten und verstarb.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Oberkammlach und Unterkammlach zur neuen Gemeinde Kammlach zusammengeschlossen.
Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 Einwohner 1.429 1.459 1.483 1.573 1.699 1.748 1.820 Jahr 2010 2015 2020 2024 2025 Einwohner 1.773 1.801 1.865 1.872 1.862 Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1480 auf 1820 um 340 Einwohner bzw. um 23 %.
Politik
Bürgermeisterin Seit 1. Mai 2020 ist Birgit Steudter-Adl Amini Erste Bürgermeisterin; in der Amtszeit 2014 bis 2020 war sie bereits zweite Bürgermeisterin. Ihr Vorgänger war Josef Steidele (Wählergemeinschaft), im Amt von 2008 bis 2020; er kandidierte nicht mehr. 2026 hat die Bürgermeisterin Birgit Steudter-Adl Amini die Wiederwahl zur ersten Bürgermeisterin gewonnen.
Wappen
Flagge Die Flagge ist schwarz-gelb-blau gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.
Gemeinderat Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 erreichten Freie Wählergemeinschaft Oberkammlach und Wählergemeinschaft Unterkammlach jeweils sechs Sitze. Gegenüber 2014 hat die Wählergemeinschaft Unterkammlach einen Sitz (zulasten Oberkammlach) dazu gewonnen.
Verwaltung Die Gemeinde ist ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Erkheim.
Baudenkmäler mini|hochkant|Kath. Kirche „Maria Himmelfahrt“ mit Reichsbrücke
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2021 im produzierenden Gewerbe 175 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 212 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 834. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 35 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 987 ha Dauergrünfläche.
Größter Arbeitgeber im Ort ist mit 100 Beschäftigten das 1910 gegründete Mang-Käsewerk.Selbstdarstellung auf der Website des Mang-Käsewerks, abgerufen am 21. Januar 2026 Der Firmenname geht auf den Gründer Franz Mang zurück, die Handelsmarke St. Mang steht nicht in Zusammenhang mit dem Heiligen Markus.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2022): ein Kindergarten: 101 Kindergartenplätze mit 94 Kindern Grundschule Kammlach: mit sechs hauptamtlichen Lehrkräften und 102 Schülerinnen und Schülern
Söhne und Töchter des Ortes Johann Baptist Homann (1664–1724), Kartograf
Weblinks
Gemeinde Kammlach (PDF; 1 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 1818