Kirchhaslach ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu.
Geografie Lage Kirchhaslach liegt circa 25 Kilometer nördlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Kirchhaslach, Greimeltshofen, Herretshofen und Olgishofen.
Es gibt 9 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Kirchhaslach war Sitz einer bedeutenden Wallfahrt. Die Legende erzählt, das von Albrecht von Rechberg bei der Jagd aufgefundene und nach Babenhausen verbrachte Marienbildnis sei dreimal an den Fundort im Haseltal zurückgekehrt. Das sich entwickelnde Dorf gehörte den Fürsten Fugger-Babenhausen. Es war ein Teil der Herrschaft (seit 1803 Reichsfürstentum) Babenhausen. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Kirchhaslach mit den Teilorten Beblinstetten, Halden, Hörlis und Stolzenhofen. Diese war dem Fugger’schen Herrschaftsgericht Babenhausen zugehörig, das in der Folge der Revolution 1848 aufgelöst wurde.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Herretshofen eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen Greimeltshofen (mit Härtlehof) und Olgishofen hinzu.
Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 Einwohner 1.240 1.207 1.157 1.202 1.238 1.270 1.287 Jahr 2010 2015 2020 2024 2025 Einwohner 1.302 1.282 1.315 1.321 1.312 Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1166 auf 1247 um 81 Einwohner bzw. um 7 %.
Politik
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2008 Franz Grauer (* 1965; Freie Wählerschaft/CSU); er wurde am 15. März 2020 für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.
Gemeinderat Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 lag nur der gemeinsame Wahlvorschlag von Freier Wählerschaft und CSU vor, der damit alle zwölf Mandate im Gemeinderat erhielt. Bereits in der vorausgehenden sechsjährigen Amtszeit hatten Freie Wählerschaft/CSU inne.
Überörtliche Wahlergebnisse Seit 2017 erzielte die rechtspopulistische und rechtsextreme AfD bei Landtags- und Bundestagswahlen in Kirchhaslach folgende Wahlergebnisse mit einem regionalen Rekordergebnis bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2025.
Landtagswahlen Landtagswahl in Bayern 2018 19,5 % Landtagswahl in Bayern 2023 31,2 %
Bundestagswahlen Bundestagswahl 2017 22,3 % der Zweitstimmen Bundestagswahl 2021 17,9 % der Zweitstimmen Bundestagswahl 2025 38,3 % der Zweitstimmen
Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Babenhausen.
Wappen
Flagge Die Flagge ist rot-weiß-grün gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.
Baudenkmäler mini|hochkant|Pfarrkirche Kirchhaslach mini|hochkant|Decke der Pfarrkirche mini|hochkant|Herretshofen – ein Straßenangerdorf
Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt mit reicher barocker Ausstattung
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2016 gab es im produzierenden Gewerbe 84 und im Bereich Handel und Verkehr 13 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 15 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 616. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 43 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1067 Hektar, davon waren 795 Hektar Dauergrünfläche.
Bildung Im Jahr 2022 gab es folgende Einrichtung: 1 Kindergarten: 65 Kindergartenplätze mit 65 Kindern
Weblinks
Gemeinde Kirchhaslach (PDF; 1 MB) Peter Stoll: Johann Friedrich Sichelbein und die Fresken der Wallfahrtskirchen Kirchhaslach und Lehenbühl, Augsburg, Universität, 2011 (PDF; 1,9 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Unterallgäu Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Ort am Jakobsweg (Bayerisch-Schwäbischer Jakobusweg)