Willibald Riedler, auch Willi Riedler, (* 1. September 1932 in Wien; † 24. Jänner 2018 in GrazAustromir-Leiter Willibald Riedler 85-jährig gestorben. Auf: derStandard.at. 25. Jänner 2018, abgerufen am 25. Jänner 2018.Weltraumpionier Willibald Riedler tot. Auf: ORF.at. 25. Jänner 2018, abgerufen am 25. Jänner 2018.) war ein österreichischer Nachrichtentechniker und Weltraumwissenschaftler. Er war von 1975 bis 1977 Rektor der Technischen Universität Graz und von 1984 bis 2001 Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz.
Leben Willibald Riedler besuchte die Volksschule Zieglergasse in Wien-Neubau und anschließend die Oberschule bzw. Realschule Wien 7 in der Neustiftgasse (Schottenfelder Realschule). Sein Onkel war der Musiker Willi Boskovsky.diepresse.com: „Dass alles geglückt ist, hat schon auch viele Nerven gekostet“. Artikel vom 30. September 2016, abgerufen am 4. Juni 2018. Während des Zweiten Weltkrieges besuchte Willibald Riedler vorübergehend auch die Schule in Zwettl. Nach der Matura 1950 studierte er an der Technischen Hochschule Wien Nachrichtentechnik (damals noch Schwachstromtechnik), das Studium schloss er 1956 als Diplomingenieur ab. Anschließend war er bis 1962 an der TH Wien am Institut für Hochfrequenztechnik als Assistent tätig. 1961 promovierte er zum Dr. techn., an der Universität Wien studierte er Meteorologie und Geophysik und promovierte 1966 zum Dr. phil. Zu seinen Lehrern zählten Rudolf Inzinger (Mathematik), Ferdinand Steinhauser (Meteorologie), Berta Karlik (Kernphysik) und Hubert Rohracher (Philosophicum).Interview mit dem Naturwissenschaftler Willibald Riedler - 1. Teil. Interview vom 26. Juli 2002, abgerufen am 4. Juni 2018. Von 1962 bis 1969 war er am Geophysikalischen Observatorium der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Kiruna tätig, wo er unter anderem Konsulent der European Space Research Organisation (ESRO) war..
1968 wurde er als ordentlicher Professor an das neu gegründete Institut für Nachrichtentechnik und Wellenausbreitung an der Technischen Hochschule Graz berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 blieb. Auf: IWF.OeAW.ac.at. Abgerufen am 25. Jänner 2018. Von 1973 bis 1975 fungierte er an der TH Graz als Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Elektrotechnik. Von 1975 bis 1977 war er gewählter Rektor der Technischen Universität Graz und Mitglied des Präsidialausschusses der Österreichischen Rektorenkonferenz. Von 1978 bis 2002 war er außerdem Leiter des Instituts für Angewandte Systemtechnik der Forschungsgesellschaft Joanneum. Auf: OeAW.ac.at. 25. Jänner 2018, abgerufen am 25. Jänner 2018.
1970 wurde in der Gesamtsitzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften die Gründung des Instituts für Weltraumforschung beschlossen. 1974/75 wurde Otto Burkard geschäftsführender Direktor, Willibald Riedler wurde zunächst stellvertretender Direktor, 1984 wurde er zum geschäftsführenden Direktor bestellt. 2001 wurde Wolfgang Baumjohann als Nachfolger von Willibald Riedler Abteilungsleiter, Hans Sünkel wurde zum geschäftsführenden Direktor bestellt.
Willibald Riedler veröffentlichte rund 130 wissenschaftliche Arbeiten auf den Gebieten Nachrichtentechnik, Magnetosphären- und Ionosphärenphysik sowie der Physik des interplanetaren Raumes. Unter seiner Leitung wurden Messgeräte entwickelt, die an Bord von internationalen Höhenforschungs- und Stratosphärenballons sowie auf Sonden im interplanetaren Raum verwendet wurden. 1984 organisierte er in Graz den Kongress des Committee on Space Research (COSPAR) mit rund 1300 Teilnehmern. Außerdem war er am Aufbau der Satellitenstation Graz-Lustbühel beteiligt. 1991 hatte er die wissenschaftliche Leitung des sowjetisch-österreichischen Weltraumprojektes Austromir 91 mit Franz Viehböck als erstem Österreicher im Weltraum inne. Gemeinsam mit der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz führte er das Toningenieur-Studium neu ein.
Willibald Riedler starb im Jänner 2018 im Alter von 85 Jahren. Er wurde am Friedhof Graz-St. Peter bestattet.
Sein Sohn ist der Jurist und Rektor der Universität Graz Peter Riedler.
Auszeichnungen (Auswahl) 1981: Komturkreuz des Ordens des Löwen von Finnland 1982: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 1986: Orden der Völkerfreundschaft 1987: Ehrenring der Stadt GrazGrazer „Weltraumpapst“ Willibald Riedler verstorben. Auf: KleineZeitung.at. 25. Jänner 2018, abgerufen am 25. Jänner 2018. 1991: Erwin Schrödinger-Preis gemeinsam mit Siegfried J. Bauer 1992: Wilhelm-Exner-Medaille 2005: Kardinal-Innitzer-Preis (Großer Preis) 2008: Ehrenring des Landes Steiermark 2017: Ehrenzeichen des Landes Steiermark für Wissenschaft, Forschung und KunstGroße Ehrenzeichen und Ehrenzeichen des Landes Steiermark für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Artikel vom 4. Mai 2017, abgerufen am 26. Mai 2018. Juri-Gagarin-Medaille
Weblinks Weltraumforscher Willibald Riedler gestorben. Nachruf auf: Science.ORF.at. 25 Jänner 2018, abgerufen am 27. Jänner 2018. . Interviews und Radiobeiträge mit Willibald Riedler im Onlinearchiv der Österreichischen Mediathek
Einzelnachweise
Kategorie:Elektroingenieur Kategorie:Weltraumforscher Kategorie:Rektor (Technische Universität Graz) Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Wien Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Kardinal-Innitzer-Preisträger Kategorie:Erwin-Schrödinger-Preisträger Kategorie:Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Träger der Wilhelm-Exner-Medaille Kategorie:Träger des Ordens der Völkerfreundschaft Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse Kategorie:Träger des Ehrenzeichens des Landes Steiermark für Wissenschaft, Forschung und Kunst Kategorie:Ehrenringträger des Landes Steiermark Kategorie:Ehrenringträger der Stadt Graz Kategorie:Träger des Ordens des Löwen von Finnland Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Mann