mini|Evang.-luth. Filialkirche St. Maria
Unternzenn (fränkisch: UnnäazännE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 207. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „unęɘdsęn“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Obernzenn im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Unternzenn hat eine Fläche von 2,088 km². Sie ist in 218 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9578,86 m² haben.
Geografie Das Kirchdorf liegt an der Zenn. 1 km nördlich erhebt sich der Sandbühl (). Die Staatsstraße 2413 verläuft nach Obernzenn (1,2 km südwestlich) bzw. an der Hölzleinsmühle vorbei nach Oberaltenbernheim (2,2 km östlich).
Geschichte Im Jahre 1294 wurde der Ort als „Nidernczen“ erstmals urkundlich erwähnt, als Konrad IV. von Nürnberg und seine Frau Agnes dem Deutschen Orden die Burg Virnsberg an die Kommende Virnsberg mit Eingehörungen schenkten, darunter auch Unternzenn. Im Ort gab es ein Schloss, das im Besitz der Herren von Seckendorff-Aberdar war.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 207.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Unternzenn 28 Anwesen. Das Hochgericht übte das Rittergut Unternzenn im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Unternzenn inne. Grundherren waren das Rittergut Unternzenn (24 Anwesen: Schloss, Wirtshaus, 2 Mühlen, 7 Güter, 3 Gütlein, 10 Tropfhäuser) und die Gemeinde Unternzenn (3 Häuser, Schulhaus).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 136. Das Rittergut Unternzenn gehörte damals den Freiherren von Seckendorff-Aberdar und war dem Ritterkanton Altmühl steuerbar. Es übte das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft auch über Egenhausen und Rosenbach aus. In Ober- und Unteraltenbernheim war es gemeinsam mit der Deutschordenskommende Virnsberg Dorfherr. Neben den 24 Anwesen in Unternzenn war es noch Grundherr in Breitenau (1 Anwesen), Egenhausen (56), Ipsheim (2), Oberaltenbernheim (9), Rosenbach (11), Unteraltenbernheim (22).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 72 f.
Im Jahre 1806 kam Unternzenn an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeediktes wurde 1808 der Steuerdistrikt Unternzenn gebildet, zu dem Egenhausen, Hölzleinsmühle und Sichelbronn gehörten. Die 1810 gebildete Ruralgemeinde war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Polizei hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Unternzenn inne. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstanden zwei Ruralgemeinden: Unternzenn mit Hölzleinsmühle und Egenhausen mit Sichelbronn.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 216. Ab 1862 gehörte Unternzenn zum Bezirksamt Ansbach und dem Rentamt Ansbach. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Leutershausen. Am 1. Januar 1880 kam Unternzenn zum Bezirksamt Uffenheim (1938 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1932 Finanzamt Uffenheim).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 216. Die Gerichtsbarkeit hatte das Amtsgericht Windsheim inne, seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,858 km².
Am 1. Januar 1978 wurde Unternzenn im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Obernzenn eingemeindet.
Baudenkmäler In Unternzenn gibt es sieben Baudenkmäler: Evang.-luth. Filialkirche St. Maria Haus Nr. 10: ehemaliges Schul- und Lehrerwohnhaus Haus Nr. 12: Schloss Unternzenn mit Nebengebäuden Haus Nr. 14: Gärtnerhaus und Kellergebäude Haus Nr. 21: Fachwerkhaus Haus Nr. 23: Gasthaus Goldener Löwe Haus Nr. 31: ehemaliges Gemeindehaus
Bodendenkmäler In der Gemarkung Unternzenn gibt es vier Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 153 153 147 148 134 146 163 192 166 154 132 129 113 120 126 118 125 112 109 175 163 149 110 108 111HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 35 32 33 33 32 28 22 27 26 25Quelle Unternzenn: 145 Einwohner, 31 Häuser; Hölzleinsmühle: 8 E., 1 H. Unternzenn: 151 Einwohner; Hölzleinsmühle: 12 E. Unternzenn: 146 Einwohner, 31 Wohngebäude; Hölzleinsmühle: 8 E., 2 Wgb.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Allerheiligen (Egenhausen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Mariä Himmelfahrt (Sondernohe) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Obernzenn Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1294 Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Zenn Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim