Śrem [] ( Schrimm) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Großpolen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) und Kreisstadt des Powiats Śremski.

Geographische Lage Die Stadt liegt an der Warthe, etwa 40 Kilometer südlich der Stadt Posen.

Geschichte mini|hochkant|Wasserturm in Śrem mini|Rathaus von Śrem mini|Oberschule mini|Museum Ende des 10. bzw. zu Beginn des 11. Jahrhunderts bestand an der Stelle des heutigen Śrem eine Befestigungsanlage. Aus dem Jahr 1136 stammt die erste urkundliche Erwähnung des Ortes durch Papst Innozenz II. 1253 erhielt der Ort, der am linken Ufer der Warthe lag, von Herzog Boleslaw dem Frommen das Stadtrecht. 1293 wurde das Recht auf die Siedlung am rechten Ufer übertragen, da der Ort zuvor zerstört wurde. 1393 wurde das Stadtrecht bestätigt. 1424 erlaubte Władysław II. Jagiełło den Bau einer Brücke über die Warthe. 1635 wütete die Pest in der Stadt. 1736 trat der Fluss über die Ufer und zerstörte den größten Teil der Stadt.

Durch die Zweite Teilung Polens wurde der Ort 1793 ein Teil Preußens, blieb aber Kreisstadt. Ab 1818 gehörte Schrimm zur Provinz Posen. 1884 erhielt der Ort Anschluss an das Eisenbahnnetz.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt 1919 in die Zweite Polnische Republik eingegliedert. 1932 wurde eine Unteroffiziersschule eröffnet.

Im September 1939 wurde der Ort von der deutschen Wehrmacht besetzt und es erfolgten öffentliche Hinrichtungen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt im Januar 1945 von der Roten Armee befreit und an Polen zurückgegeben.

Von 1946 bis 1975 wurde die Wohnblocksiedlung „Jeziorany“ errichtet. 1968 wurde eine Gießerei in Betrieb genommen. 1975 verlor der Ort die Funktion der Powiathauptstadt, erhielt sie aber bei einer erneuten Verwaltungsreform 1999 zurück.

+Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl Gemeinde Einwohnerzahl Stadt1910 ? 6.9931977 30.064 21.1971980 30.771 21.8761984 32.928 24.2231989 36.336 27.7191993 37.963 29.1801996 39.075 30.2682000 39.589 31.7242003 39.583 ?

Gemeinde Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Śrem mit einer Fläche von fast 206 km² gehören die Stadt selbst und 32 Dörfer mit Schulzenämtern.

Partnerschaften Bergen, Deutschland Rožnov pod Radhoštěm, Tschechien

Persönlichkeiten Seckel Bamberger wirkte von 1887 bis 1902 als Rabbiner und Religionslehrer in Schrimm. Der polnische Politiker Franciszek Trąbalski (PPS, PZPR) ging in Śrem zur Schule.

In Schrimm wurden geboren: Julius Schreiber (1848–1932), Internist und Hochschullehrer in Königsberg Josef Krzyminski (1858–1940), Mediziner, Politiker und Reichstagsabgeordneter Margarete Henschke (1859–1942), deutsche Pädagogin, Frauenrechtlerin und Autorin Samuel Breslauer (1870–1942), deutsch-jüdischer Journalist und Verbandsfunktionär Karl Weidel (1875–1943), Religionspädagoge und Propst Eugen Mittwoch (1876–1942), orthodoxer Rabbiner, Begründer der gegenwartsbezogenen Islamwissenschaften in Deutschland und Experte für Amharisch/Äthiopisch Heinrich Reisner (1881–1969), Bauingenieur sowie Gründer des Hauses der Technik in Essen Hermann Schreiber (1882–1954), Rabbiner und Publizist Jacob Jacobson (1888–1968), Historiker und Genealoge Günter Christmann (* 1942), Free-Jazz-Musiker Ute Schmidt (* 1943), Historikerin und Politologin Volkhard Buchter (* 1944), deutscher Ruderer Roman Giertych (* 1974), polnischer Politiker und Anwalt Patrycja Wyciszkiewicz-Zawadzka (* 1994), Sprinterin

Literatur Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 444–446.

Weblinks

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Kategorie:Ort der Woiwodschaft Großpolen Kategorie:Gmina Śrem Kategorie:Ersterwähnung 1136 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1253