Viktor Franz Warsitz, auch Victor Warsitz (* 4. Juli 1906 in Köln; † 1987), war ein deutscher Schauspieler bei Bühne und Fernsehen sowie ein Theaterregisseur und Bühnenautor.

Leben und Wirken Warsitz hatte nach seinem Abitur bis zur Promotion (Dr. phil.) 1928 in Breslau Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik studiert. Anschließend ließ er sich zum Sänger und Schauspieler ausbilden. Er war Mitglied im Corps Silingia Breslau zu Köln.Mitgliederliste des Corps Montania-Silingia (1933), S. 5, Nr. 160

Seinen Einstand auf der Bühne gab Warsitz 1930 am Schiller-Theater in Altona (heute Hamburg). Anschließende Verpflichtungen brachten den Künstler an die Hamburger Kammerspiele, ans Volkstheater München sowie nach Düsseldorf, Graz, Gera, Schwerin, Leipzig, Lübeck (wo er auch als Oberspielleiter und Chefdramaturg wirkte), Baden-Baden und Bremerhaven. Danach kehrte Warsitz nach Hamburg zurück, wo er als Dramaturg und Regisseur am Operettenhaus sowie erneut am Altonaer Theater wirkte.

Erst spät, mit fast 60 Jahren, trat Warsitz regelmäßig vor Fernsehkameras. In den 1960er und 1970er Jahren spielte der Schauspieler mit der markanten Glatze und dem Oberlippenbart jede Form hochgestellter Autoritäten und Würdenträger: Mal war er ein Professor oder Oberst, dann wieder ein Landgerichtsdirektor oder ein Graf, schließlich ein General und ein Senatspräsident. Die 4. Folge der Dokumentarserie Lebensläufe von Jam Brede für Radio Bremen 1972 war ganz ihm gewidmet.

Victor Warsitz hat auch als Schriftsteller gearbeitet, sein Goya-Drama Genie ohne Volk wurde am 15. Juni 1937 am Düsseldorfer Schauspielhaus mit Werner Krauß uraufgeführt.

Warsitz war mit der zwei Jahre jüngeren Schweizer Opernsängerin Nelly Bischoff verheiratet, mit der er von 1947 bis 1949 in Schwerin engagiert gewesen war.

Theater (Auswahl) als Regisseur 1948: Der Löwe auf dem Marktplatz (Städtisches Theater Leipzig) 1948: Thersites und Helena (Städtisches Theater Leipzig) 1948: Götz von Berlichingen (Städtisches Theater Leipzig) 1949: Heroische Komödie (Städtisches Theater Leipzig) 1962: Celestina (Calisto und Melibea) (Ernst-Deutsch-Theater damals noch Junges Theater Hamburg) 1964: Romulus der Grosse (Stadttheater Hildesheim) 1965: Kaiser Jones (Junges Theater Hamburg) (auch Darsteller)

Filmografie Fernsehfilme oder -serien 1962: Leben des Galilei 1963: Das Kriminalgericht (Fernsehserie, Folge Der Fall Calmette) 1964: Der Fall Maria Schäfer 1965: Der Fall Harry Domela 1965: Der Fall Michael Reiber 1965: Gestatten – Mein Name ist Cox (Fernsehserie, Folge Circusgeschichte) 1966: Der Fall Hau 1966: Der Fall Kapitän Behrens – Fremdenlegionäre an Bord 1966: Die Gentlemen bitten zur Kasse (Miniserie, 3. Teil) 1966: Der Fall Angelika 1967: Cliff Dexter (Fernsehserie, Folge Die Rechnung geht nicht auf) 1967/1968: Großer Mann was nun? (Fernsehserie, 3 Folgen) 1968: Bürgerkrieg in Rußland 1968: Sir Roger Casement 1969: Percy Stuart (Fernsehserie, Folge Das Ausstellungsstück) 1969: Weh’ dem, der erbt 1970: Miss Molly Mill (Fernsehserie, Folge Der hustende Prinz) 1970: Claus Graf Stauffenberg 1971: Tiefe blaue See 1972: Lebensläufe (Dokumentarserie, Folge Ein alter Schauspieler – Dr. Victor Warsitz, Oldenburg) 1978: Kommissariat 9 (Fernsehserie, Folge Die Edlen der Heilkunst)

Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 787. Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1830.

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Einzelnachweise

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