Slaviša Jokanović (; * 16. August 1968 in Novi Sad, SFR Jugoslawien) ist ein ehemaliger jugoslawischer, später serbisch-montenegrinischer bzw. serbischer Fußballspieler. Er spielte auf der Position eines meist defensiv eingesetzten Mittelfeldspielers und ist heute als Fußballtrainer tätig. Neben der serbischen besitzt er auch die spanische Staatsbürgerschaft.

Nach dem Karrierebeginn in seiner Heimat führte es ihn über Spanien und England zurück nach Spanien, wo er seine Karriere als Aktiver ausklingen ließ. Seine Trainerkarriere, die er in Serbien begann, führte ihn nach Thailand, Bulgarien, Spanien, England, Israel, Katar, Russland, in die Vereinigten Arabischen Emirate und die Schweiz.

Vereinskarriere Karrierebeginn in Novi Sad Slaviša Jokanović wurde am 16. August 1968 in der Universitätsstadt Novi Sad, der Hauptstadt der Vojvodina, in der damaligen SFR Jugoslawien geboren. Seine Karriere im Männerfußball startete er im Jahre 1986 beim Lokalverein FK Novi Sad, bei dem er zuvor im vereinseigenen Nachwuchs aktiv gewesen war. In seiner ersten Spielzeit mit dem Männerteam wurde er in der Saison 1986/87 hinter dem Lokalrivalen FK Vojvodina mit sieben Zählern Rückstand Vizemeister in der jugoslawischen Zweitklassigkeit. In der nachfolgenden Spielzeit 1987/88 erreichte er mit seiner Mannschaft den 14. Tabellenrang im Endklassement, was in diesem Fall ein Abstiegsplatz war, da die Liga am Saisonende komplett umgeändert wurde. Die bestplatzierten neun Mannschaften verblieben in der zweithöchsten Fußballliga des Landes, die restlichen neun Teams stiegen in die neu gegründete mehrgleisige jugoslawische Drittklassigkeit ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Jokanović bei saisonübergreifend 35 Meisterschaftspartien insgesamt fünf Treffer erzielt.

In weiterer Folge schaffte Jokanović den Wechsel in die 1. jugoslawische Fußballliga zum bereits erwähnten Lokalrivalen FK Vojvodina und verhalf dem Team noch in dieser Saison zum zweiten jugoslawischen Meistertitel in der Geschichte des 1914 gegründeten Fußballvereins. Der 191 cm große Mittelfeldakteur kam dabei in 24 von 34 möglich gewesenen Ligapartien zum Einsatz und steuerte vier Tore bei. Im jugoslawischen Fußballpokal schaffte es das Team 1988/89 bis ins Viertelfinale und schied dort mit einem Gesamtscore von 1:2 aus Hin- und Rückspiel gegen den FK Rudar Prijedor vom laufenden Wettbewerb aus. Im Europapokal der Landesmeister 1989/90, in dem die Mannschaft aufgrund des Meistertitels ab der ersten Runde teilnehmen konnt, kam Jokanović ebenfalls zu Einsätzen. Die Mannschaft schied jedoch bereits in dieser Runde aufgrund der Auswärtstorregel gegen Honvéd Budapest aus. Unter Meistertrainer Ljupko Petrović kam er auch in der nachfolgenden Spielzeit 1989/90 als Stammkraft zum Einsatz und brachte es in dieser Saison auf Einsätze in 30 Ligaspielen, bei denen er sechs Mal zum Torerfolg kam. Im Endklassement rangierte der FK Vojvodina auf dem elften Tabellenplatz. Im jugoslawischen Fußballpokal 1989/90 folgte ebenfalls ein jähes Ende. Nachdem der FK Vojvodina im Erstrundenspiel gegen den NK Čelik Zenica erst im Elfmeterschießen weitergekommem war, schied er in der zweiten Runde mit einem Gesamtergebnis von 1:7 aus Hin- und Rückspiel gegen den FK Roter Stern Belgrad aus.

Wechsel zum FK Partizan Belgrad In der Sommerpause vor Beginn der Spielzeit 1990/91 wechselte Jokanović zum elffachen jugoslawischen Meister FK Partizan Belgrad, der sich durch einen dritten Platz in der vorhergegangenen Saison für den UEFA-Pokal 1990/91 qualifiziert hatte. In diesem Wettbewerb kam der Mittelfeldakteur in allen sechs Spielen seiner Mannschaft unter Trainer Miloš Milutinović jeweils über die volle Spieldauer zum Einsatz und schied mit dem Team erst in der dritten Runde gegen den späteren UEFA-Pokalsieger Inter Mailand aus. In der Liga brachte es Jokanović 1990/91 zu immerhin 20 Einsätzen und vier Treffern und qualifizierte sich mit einem dritten Platz im Endklassement ein weiteres Mal für den UEFA-Pokal. Im jugoslawischen Fußballpokal 1990/91 schied er mit der Mannschaft nach zwei Spielen im Achtelfinale gegen den FK Budućnost Titograd aus. In dieser Saison schaffte er auch den Sprung in die Fußballnationalmannschaft Jugoslawiens und absolvierte unter Nationaltrainer Ivica Osim am 27. Februar 1991 in einem Freundschaftsspiel gegen die Türkei sein erstes Länderspiel für sein Heimatland, als er in der 80. Spielminute für Željko Petrović auf den Rasen kam.

Unter dem neuen Partizan-Trainer Ivica Osim wurde der kopfballstarke Spieler des Öfteren auch als Stürmer eingesetzt, so auch in den beiden einzigen Spielen von Partizan im UEFA-Pokal 1991/92 gegen Sporting Gijón. Während er im Hinspiel bereits eine gelbe Karte sah,Sporting Gijón – Partizan 2:0. UEFA, 18. September 1991 (englisch), abgerufen am 14. Januar 2018 (Spielbericht). erhielt er im Rückspiel eine weitere und musste in der Verlängerung nach Gelb-Rot frühzeitig vom Platz.Partizan – Sporting Gijón 2:0. UEFA, 3. Oktober 1991 (englisch), abgerufen am 14. Januar 2018 (Spielbericht). Wie bereits in der vorangegangenen Saison kam er auch unter Osim nur zu wenigen Einsätzen; am Ende der Saison 1991/92 waren es 16 Meisterschaftseinsätze, wobei er insgesamt vier Tore beisteuerte und die Saison mit seiner Mannschaft auf dem zweiten Tabellenplatz hinter dem Stadtrivalen Roter Stern Belgrad abschloss. Noch erfolgreicher verlief es für Partizan im jugoslawischen Fußballpokal 1991/92, in dem sich der Klub nach neun gespielten Partien gegen den Stadtrivalen Roter Stern mit einem Gesamtscore von 3:2 aus Hin- und Rückspiel als Pokalsieger hervortat.

Zwei Tage nach dem Pokalfinale zog sich Osim als Trainer zurück; Ljubiša Tumbaković, der in den letzten Jahren als Jugendtrainer bei Partizan aktiv gewesen war, übernahm. Unter Tumbaković kam Jokanović nach der Auflösung der SFR Jugoslawien zu seinem eigentlichen Durchbruch bei Partizan, als er in der neu gegründeten Prva liga SR Jugoslavije in der Spielzeit 1992/93 in 31 von 36 möglich gewesenen Ligapartien eingesetzt wurde und auf insgesamt 13 Tore kam. Hinter Predrag Mijatović (17 Tore) und Savo Milošević (14 Tore) war er der drittbeste Schütze von Partizan Belgrad in dieser Saison. Mit Partizan holte er mit erheblichem Abstand zum Zweitplatzierten Roter Stern den ersten Meistertitel der Bundesrepublik Jugoslawien. Der erste Fußballpokal der BR Jugoslawien endete mit vertauschten Rollen; Partizan unterlag im Finale gegen Roter Stern und wurde Zweiter.

Legionär in Spanien Durch seine Leistungen in der Liga schaffte er den Sprung vom jugoslawischen Meister in die spanische La Liga zu Real Oviedo, der zu diesem Zeitpunkt gerade von seinem Landsmann Radomir Antić trainiert wurde. Unter Antić, der unter anderem noch weitere gebürtige Jugoslawen wie zum Beispiel Nikola Jerkan oder Janko Janković einsetzte, wurde Jokanović rasch zum Stammspieler und brachte es bis zum Saisonende 1993/94 zu 32 Meisterschaftseinsätzen, bei denen er sieben Treffer erzielte. Während das Team die Saison mit einem neunten Platz im Tabellenmittelfeld abschloss, kam es in der Copa del Rey 1993/94 bis ins Achtelfinale und unterlag erst dort, nach einem 1:0-Sieg im Hinspiel mit 0:5 im Rückspiel gegen den späteren Finalisten Celta Vigo und schied vom laufenden Turnier aus. Ähnlich verlief die nachfolgende Spielzeit 1994/95, in der der Klub aus der asturischen Stadt Oviedo im Endklassement erneut den neunten Tabellenplatz belegte. Bei 30 Ligaauftritten steuerte der großgewachsene defensive Mittelfeldakteur fünf Tore bei. In der Copa del Rey 1994/95 hingegen folgte bereits in der ersten Runde, in der die von Radomir Antić trainierte Truppe teilnahm, ein jähes Ende gegen den Ligakonkurrenten SD Compostela.

Für eine kolportierte Ablösesumme von 500.000.000 Pesetas (umgerechnet rund 3 Millionen Euro) wechselte der Jugoslawe, der während seiner Zeit in Spanien den Weg in die neu geschaffene Nationalmannschaft der Bundesrepublik Jugoslawien fand, zum in einer ähnlichen Tabellensituation befindlichen Ligakonkurrenten CD Teneriffa.¿Qué fue de Slavisa Jokanovic? – Uno de los mejores centrocampistas que pasó por el Real Oviedo en los 90. In: La Voz de Asturias. 2. November 2017 (spanisch), abgerufen am 15. Januar 2018. Mit dem Klub von der Kanaren-Insel Teneriffa schaffte er daraufhin unter dem deutschen Trainer Jupp Heynckes mit dem fünften Platz im Endklassement der Primera División 1995/96 die beste Platzierung in der bis dahin über 80-jährigen Vereinsgeschichte; nur 1992/93 erreichte man ebenfalls einen fünften Platz in der Endtabelle. Jokanović verpasste nur vier der 38 Meisterschaftspartien und kam dabei zwei Mal zum Torerfolg. In der Copa del Rey 1995/96 ereilte die Mannschaft erst im Viertelfinale gegen den späteren Pokalsieger Atlético Madrid das vorzeitige Aus. Nach der Teilnahme am UEFA-Pokal 1993/94 nahm der CD Teneriffa 1996/97 zum zweiten Mal am UEFA-Pokal teil, schaffte es in diesem nach Siegen über Maccabi Tel Aviv, Lazio Rom, Feyenoord Rotterdam und den Brøndby IF bis ins Halbfinale des Wettbewerbs und unterlag nach einem 1:0-Sieg im Hinspiel erst in der Verlängerung des Rückspiels mit 0:2 gegen den späteren UEFA-Pokalsieger FC Schalke 04.

In der darauffolgenden Saison 1996/97 konnte der CD Teneriffa nicht mehr an die Erfolge des Vorjahres anschließen. 30 Ligaspiele absolvierte Jokanović in dieser Saison und rangierte mit der Mannschaft am Ende auf dem neunten Tabellenrang, wenige Punkte von einem weiteren internationalen Startplatz entfernt. Mit seinen zehn erzielten Treffern hingegen war er der Führende der mannschaftsinternen Torschützenliste und hatte damit mehr Treffer erzielt als die Offensivkollegen rund um Juanele, Antonio Pinilla oder Felipe Miñambres. In der Copa del Rey 1996/97 folgte in der ersten Runde, in der CD Teneriffa teilnahm, dem Achtelfinale gegen Betis Sevilla, nach einem 0:5 aus Hin- und Rückspiel ebenfalls ein rasches Ende. Nachdem Real Madrid im Sommer 1997 zu keiner Einigung mit Ottmar Hitzfeld gekommen war, wechselte mit Jupp Heynckes ein anderer Deutscher in die spanische Hauptstadt. Den vakant gewordenen Trainerposten besetzte daraufhin Interimstrainer Víctor Fernández Braulio, der nach nur zehn Ligapartien durch den Portugiesen Artur Jorge ersetzt wurde. Nachdem auch dieser die Mannschaft nur während 13 Meisterschaftsspielen betreute, folgte im Februar 1998 mit Juanma Lillo der bereits dritte Trainer des CD Teneriffa in der laufenden Saison. Nach zwei mehr oder minder erfolgreichen Jahren in der Primera División war die Mannschaft 1997/98 abermals in den Abstiegskampf verwickelt und musste auf einem 15. Platz im Endklassement nur knapp nicht in die Relegation. Jokanović selbst brachte es zwar auf 30 Meisterschaftseinsätze, jedoch nahm die Torgefährlichkeit des defensiven Mittelfeldakteurs deutlich ab, wobei er es auf drei Treffer brachte. Wie bereits im Jahr zuvor ereilte den CD Teneriffa auch in der Copa del Rey 1997/98 ein baldiges Aus – gegen UD Las Palmas schied das Team bereits nach der ersten Runde, der zweiten Hauptrunde, frühzeitig aus.