Julius Emil Herrmann (* 13. Juni 1883 in Dresden; † 28. Mai 1945 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler bei Bühne und Film und ein Theaterregisseur.

Leben und Wirken Der Sohn des Buchdruckers Karl Adolf Herrmann und seiner Frau Ernestine Wilhelmine, geb. Reuter,Stadtarchiv Dresden, Geburtsregister Standesamt Dresden III, Nr. 964/1883 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig) ist seit der Spielzeit 1906/07 als Bühnenschauspieler nachweisbar, gleich sein erstes Festengagement führte ihn 1907 an Berlins Thalia-Theater. Es folgten Verpflichtungen u. a. an das Düsseldorfer Schauspielhaus, das Lessingtheater, ans Deutsche Künstlertheater (ab hier auch regelmäßig Bühnenregie) Berlin, an die Barnowsky-Bühnen Berlin, das Altonaer Stadttheater, die Vereinigten Städtischen Theater Kiel und an Berlins Theater am Nollendorfplatz, seine letzte Bühnenstation mit Festengagement, wo er 1942 im Vorstand saß.

Auch auf der Leinwand war Julius Herrmann schon frühzeitig zu sehen gewesen. Seitdem der Dresdner zu Beginn der 1920er-Jahre über eine lange Zeit primär in Berlin engagiert war, wirkte er nach seiner Rolle in Fritz Langs Meisterwerk Dr. Mabuse, der Spieler in einer Fülle von künstlerisch überwiegend wenig bedeutsamen Filmproduktionen – Ausnahme: Langs Frau im Mond – mit. Man sah den fülligen Künstler unter anderem als Hauswirt, als Bankdirektor, als Geschworenen bei Gericht, als Lehrer, Kaufmann, Kommerzienrat und als Kapellmeister.

Herrmann stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Hermann, Julius E. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 304f. Er verstarb wenige Wochen nach Kriegsende an einem Herzschlag in seiner Wohnung in Berlin-Wilmersdorf.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Wilmersdorf von Berlin, Nr. 5585/1945 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig) Er war von 1908 bis zu seinem Tod mit Wilhelmine, geb. Schilf, verheiratet.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin XII b, Nr. 698/1908 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig)

Filmografie

Theater Schauspieler 1919: Ludwig Anzengruber: Der Pfarrer von Kirchfeld (Lux) – Regie: ? (Lessingtheater Berlin) 1925: William Shakespeare: Wie es euch gefällt (Corinnus) – Regie: Victor Barnowsky (Theater in der Königgrätzer Straße) 1928: Hans José Rehfisch: Der Frauenarzt – Regie: Victor Barnowsky (Theater in der Königgrätzer Straße) 1928: Felix Joachimson: Wer sollte es sonst sein? – Regie: Karlheinz Martin (Komödienhaus Berlin) 1933: Franz Arnold: Hier stimmt was nicht – Regie: Franz Arnold (Komödienhaus Berlin)

Regisseur 1920: Hans Müller: Die Flamme (Lessingtheater Berlin) 1921: Rudolf Presber, Leo Walther Stein: Die Ballerina des Königs (Lessingtheater Berlin) 1922: Gerhart Hauptmann: Kollege Crampton (Lessingtheater Berlin) 1922: Richard Keßler: Der Schildpattkamm (Lessingtheater Berlin) 1922: Rudolf Presber, Leo Walther Stein: Fuchsjagd (Lessingtheater Berlin) 1923: Octave Mirbeau: Geschäft ist Geschäft (Lessingtheater Berlin) 1923: Karl Strecker: Tybbke (Deutsches Künstlertheater Berlin) 1924: Oscar Wilde: Eine florentinische Tragödie (Deutsches Künstlertheater Berlin) 1924: Heinrich Mann: Varieté (Deutsches Künstlertheater Berlin) 1924 George Bernard Shaw: Eine musikalische Kur (Deutsches Künstlertheater Berlin) 1927: Nicolas Nancey, Paul Armont: Theo macht alles (Komödienhaus Berlin) 1929: Noel Coward: Gefallene Engel (Volksbühne im Theater am Schiffbauerdamm Berlin) 1930: Ralph Benatzky: Meine Schwester und ich (Komödienhaus Berlin) 1937: Axel Ivers: Parkstraße 13 (Vereinigte Städtische Theater Kiel)

Weblinks

Einzelnachweise

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