mini|hochkant=0.5|Wappen d. Fam. Brand von Lindau.
Bernhard Brand von Lindau (* 18. September 1805 in Zeitz; † 22. Oktober 1856 in Erfurt) war ein preußischer Jurist.Vgl. Clemens Graf Pinto: Berliner Revue. Social-politische Wochenschrift. Band 17, Viertes Quartal. 1856. Verlag F. Heinicke, Berlin 1856, S. 375–376.
Herkunft Der anhaltische Uradel Brand(t) von Lindau erhielt den Unterscheidungsnamen von Lindau vermutlich von seinem ältesten Stammsitz, der Stadt Lindau bei Zerbst, als die Brands nach Kursachsen kamen. Sie wurden als schlossgesessen (Einwohner, der ein mit gewissen Hoheiten versehenes Schloss besitzt) im Amt Belzig 1815 von Preußen übernommen.
Leben Bernhard Brand(t) von Lindau war der jüngste Sohn des Heinrich Friedrich Karl Brandt von Lindau (* 28. März 1760; † 22. Oktober 1807), etwa sieben JahreCarl Kirchner: Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwicklung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart. Karl Aug. Klaffenbach, Naumburg 1843, S. 51. ab 1800 königlich sächsischer Stiftskanzler und Schulinspektor von Schulpforta und dessen Ehefrau Anna Amalie Friederike, geb. von Witzleben, geboren. Seine Schwester war:
Adelheid Brandt von Lindau (* 14. Juni 1796; † 8. März 1830), verheiratet mit Karl Schott von Schottenstein (1792–1882).
Bernhard Brand von Lindau wurde bis Ostern 1820 zu Hause von seiner Mutter erzogen und besuchte anschließend die Klosterschule Roßleben, die 1554 durch einen Vorfahren seiner Mutter gegründet wurde. Seine Mitschüler, die mit ihm im gleichen Jahr begannen, waren Hartmann von Witzleben, Heinrich Luden, sowie im darauffolgenden Jahr der spätere mecklenburgische Minister Hans Adolf Karl Graf von Bülow.Album der Schüler zu Kloster Roßleben von 1742-1854. Verlag der Waisenhaus-Buchdruckerei (Francksche Stiftungen), Halle, 1854, S. 72 f. Nr. 916.
1824 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen, das er später an der Universität Halle fortsetzte. 1827 wurde er Auskultator beim königlichen Oberlandesgericht Naumburg und blieb dort bis zum 3. Staatsexamen. 1833 erfolgte die Ernennung zum OberlandesgerichtsassessorVgl. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg. 1833. Merseburg 1833, S. 247. Pkt. 4). und 1834 wurde er als Beauftragter zum Landgericht Koblenz gesandt und im darauffolgenden Jahr an das Landgericht Trier versetzt. 1845 wurde er zum Regierungsrat und Justitiarius der Regierung in Koblenz ernannt und 1853 erfolgte seine Beförderung zum Oberregierungsrat im Regierungsbezirk Stralsund.
Am 19. Mai 1840 heiratete er Karoline Friederike von Vellnagel (* November 1817 in Stuttgart; † 27. Juli 1856 in Stralsund). Gemeinsam hatten sie nachweislich zwei Töchter:
Julie Brand von Lindau (* 1. April 1841 in Koblenz; † 26. März 1918 in Karlsruhe), verheiratetGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1897. Jahrgang 47, Justus Perthes, Gotha 1896, S. 956. mit Wilhelm von Seldeneck (1823–1863), badischer Kammerherr, ihr gemeinsames Kind war der spätere Bierbrauer Wilhelm von Seldeneck. Anna Amalie (* 31. Mai 1846 in Koblenz), verheiratet seit 1865 mit Kurt von Leipziger (* 1835), kgl. sächs. Kammerherr, drei KinderAlexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch des Uradels. Band 1, Verlag von Friedrich Irrgang, Brünn/Rudolstadt Juni 1891, S. 342. mini|hochkant=0.5|Johanniter-Ehrenritterkreuz.
Auszeichnungen und Mitgliedschaften 1837 erhielt er vom König den Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden und wurde somit faktisch nachfolgend Ehrenritter des Mitte des 19. Jahrhunderts vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. wieder neu gegründeten Johanniterordens. Bei der Wiederaufrichtung der Kongregation der Balley Brandenburg wurde er unter als Ritter Nr. 85 der OrdenslisteClemens Graf Pinto: Berliner Revue. Social-politische Wochenschrift. Band 8, Erstes Quartal. 1857. Verlag F. Heinicke, Berlin 1857, S. 240. geführt und schloss er sich der Rheinischen Provinzial-Genossenschaft an und wurde zum Mitglied des Konvents (Führungsgremium der Genossenschaft) gewählt, aus dem er wieder ausschied, als er nach Stralsund versetzt wurde. In der vorpommerschen Stadt war Brandt von Lindau seit 1854 Mitglied des Liiterarisch-Geselligen Vereins.Der litterarisch-gesellige Verein zu Stralsund während der ersten fünfundzwanzig Jahre seines Bestehens. Mit: II. Chronologisch-alphabetisches Verzeichniß sämmtlicher Mitglieder des Vereins. C. Hingst, Stralsund 1860, S. 37. Nr. 549.
Literatur Genealogie, In: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1920. Jahrgang 21, Justus Perthes, Gotha 1919, S. 130–131. Vita/Johanniter, In: f>Clemens Graf Pinto: Berliner Revue. Social-politische Wochenschrift. Band 17, Viertes Quartal. 1856. Verlag F. Heinicke, Berlin 1856, S. 375–376. Schulzeit, In: Album der Schüler zu Kloster Roßleben von 1742-1854. Verlag der Waisenhaus-Buchdruckerei (Francksche Stiftungen), Halle 1854, S. 72 f. Nr. 916.
Einzelnachweise
Kategorie:Oberregierungsrat Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Adliger Kategorie:Beamter (Preußen) Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Preuße Kategorie:Geboren 1805 Kategorie:Gestorben 1856 Kategorie:Mann