Das aktionstheater ensemble ist eine freie Theatergruppe in Österreich, die 1989 vom Regisseur Martin Gruber gegründet wurde. 2015 und 2016 wurde das Ensemble für den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie „Beste Off-Produktion“ nominiert. 2016 erhielt das Ensemble den Preis.

Das Ensemble spielt regelmäßig im Festspielhaus Bregenz, Spielboden Dornbirn und im Werk X in Wien.

Geschichte

Unter der Leitung von Regisseur Martin Gruber erarbeitete das aktionstheater ensemble jahrelang Klassiker, wie beispielsweise die Büchner-Trilogie in den Jahren 1994 bis 1996. Das Ensemble erreichte schnell den Ruf einer „experimentierfreudige[n] Avantgardegruppe“.

Mit der Zeit begann der Regisseur Gruber vermehrt mit Choreografen und Tänzern zusammenzuarbeiten. Schließlich veränderte sich 2008 die Arbeitsweise des aktionstheater ensemble komplett: anstatt vorgefertigter Theaterstoffe wurden von nun an eigene Stücke entwickelt. Ein besonderer Fokus dieser Arbeit liegt auf der Zusammenarbeit mit Musikern und bildenden Künstlern.

Seit diesem Bruch mit klassischen Theaterstoffen ist das Ensemble bekannt dafür, die Gegenwart besonders schnell zu reflektieren. In den Stücken werden grundsätzlich Themen verarbeitet, die sich mit dem zeitgenössischen Menschen auseinandersetzen. Es ist zum Paradigma der Gruppe geworden, Theaterstücke ohne Handlung zu entwickeln. Die Stücke entstehen aus einer Kombination von Interviews mit Schauspielern und Autorentexten, die im Probenprozess zu einer collagenartigen Dramaturgie gebaut werden. Mit dieser Arbeitsweise nähert sich das Ensemble dem zeitgenössischen dokumentarischen Theater an, allerdings steht die poetische Verdichtung der Realität im Vordergrund.

Theaterproduktionen (Auswahl) 1997: „Kain“ von George Gordon Lord Byron, Bregenzer Festspiele 1999: „Der gesamte Shakespeare, leicht gekürzt“, Städtische Bühnen Augsburg 2003: „je veux je veux“ frei nach Jean Genet – der Balkon (Choreografie: Liz King), Volksoper Wien 2003: „Perser“ von Aischylos (Neuübersetzung von Durs Grünbein), Österreichische Erstaufführung 2004: „Sinfonie der Stadt“ – „Mahagonny Songspiel“ von Kurt Weill, „City Life“ von Steve Reich, „Quiet City“ von Aaron Copland, mit den Münchner Symphonikern, Kurt Weill-Festival, Dessau 2005: „Schlachtfest“ von Andreas Staudinger, Uraufführung 2008: „Platzen Plötzlich“ von Gert Jonke, Uraufführung, Theater am Kornmarkt/Bregenzer Frühling 2010: „Ulysses Roadmovie“ von Christian Uetz, Uraufführung, Festspielhaus Bregenz 2011: „Working Pure“ von aktionstheater ensemble und Wolfgang Mörth, Uraufführung 2011: „Zukunftsmaschine“ von aktionstheater ensemble und Andreas Staudinger, Uraufführung, Festspielhaus Bregenz 2012: „Salz Burg“ von aktionstheater ensemble und Wolfgang Mörth, Uraufführung, Festspielhaus Bregenz 2012: „Wir gründen eine Partei“ von aktionstheater ensemble und Claudia Tondl, Uraufführung 2013: „Werktagsrevolution“ von aktionstheater ensemble und Claudia Tondl, Uraufführung 2013: „Drei Sekunden“ von aktionstheater ensemble und Wolfgang Mörth, Uraufführung 2014: „Pension Europa“ von aktionstheater ensemble und Claudia Tondl, Uraufführung, Festspielhaus Bregenz 2014: „Angry Young Men“ von aktionstheater ensemble und Wolfgang Mörth, Uraufführung, Hamakom/Nestroyhof 2015: „Riot Dancer“ von aktionstheater ensemble und Claudia Tondl sowie Wolfgang Mörth, Uraufführung, Festspielhaus Bregenz 2015: „Kein Stück über Syrien“ von aktionstheater ensemble, Uraufführung 2016: „Jeder Gegen Jeden“ von aktionstheater ensemble, Uraufführung, Festspielhaus Bregenz 2016: „Immersion. Wir verschwinden“ von aktionstheater ensemble, Uraufführung 2017: „Ich Glaube“ von aktionstheater ensemble, Uraufführung 2017: „Swing: dance to the right“ von aktionstheater ensemble, Uraufführung, Text von Martin Gruber und Elias HirschlWiener Zeitung: Theaterkritik: Ein bisschen was Freches. Artikel vom 12. Jänner 2018, abgerufen am 13. Jänner 2018.

Auszeichnungen 2014: Heidelberger Theaterpreis 2015: Nestroy-Theaterpreis (nominiert) 2016: Nestroy-Theaterpreis 2017: Nestroy-Theaterpreis (nominiert) 2021: Nestroy-Theaterpreis (nominiert) 2023: Österreichischer Kunstpreis für Darstellende Kunst

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterensemble Kategorie:Theater (Österreich)