mini|Mario Pisu in Julia und die Geister Mario Pisu (* 21. Mai 1910 in Montecchio Emilia, Italien; † 17. Juli 1976 in Velletri, Italien) war ein italienischer Schauspieler bei Bühne, Film und Fernsehen.

Leben und Wirken Pisu hatte seit den frühen 1930er Jahren Theater zu spielen begonnen, wurde aber aufgrund seines sehr guten Aussehens wenig später zum Film geholt, wo er ab 1935 vier Jahrzehnte lang tragende Neben- aber auch mehrere Hauptrollen überantwortet bekam. Pisu war auf der Leinwand ein gefragter Darsteller in gepflegten Konversationsstücke, Komödien und vor allem Liebesmelodramen der Mussolini-Ära, als er mit regimetreuen Regisseuren wie Enrico Guazzoni, Guido Brignone, Gennaro Righelli, Raffaello Matarazzo, Duilio Coletti, Goffredo Alessandrini, Mario Bonnard und Carmine Gallone zusammenarbeitete.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckte Luchino Visconti den attraktiven Mimen als Theaterinterpreten neu, und Pisu reüssierte mit Charakterrollen in modernen Stücken wie Arthur Millers Tod eines Handlungsreisenden (1951) und Anton Tschechows Onkel Wanja (1957). Zeitweilig hatte er auch seine eigene kleine Theatertruppe. Dennoch blieb Mario Pisu in erster Linie dem Film verbunden, wo er bis unmittelbar vor seinem Tod 1976 intensiv arbeitete. Zu seinen wichtigsten Förderern zählten nunmehr Mario Camerini, Luigi Zampa, Sergio Corbucci, Nanni Loy, Luciano Salce und vor allem Federico Fellini, der ihn in zwei seiner wichtigsten Arbeiten, Achteinhalb und Julia und die Geister, besetzte.

Darüber hinaus sah man Pisu (vor allem in den 1960er Jahren) auch in internationalen, häufig französisch dominierten Koproduktionen – konventionelle Unterhaltungsfilme, in denen er populäre Kollegen wie Louis de Funès, Michèle Mercier, John Mills und Horst Buchholz zu Partnern hatte. 1954 hat er sich auch einmal als Filmregisseur versucht. Pisu war überdies in mehreren Fernsehproduktionen (auch Mehrteiler und Serien) zu sehen gewesen und hat, aufgrund seiner sonoren Stimme, außerdem eine Fülle von Synchronrollen übernommen.

Privates Mario Pisu war mit der Schauspielerin Lilli Trucchi verheiratet. Sein Sohn war der einstige Kinderschauspieler (während des Zweiten Weltkriegs) Silverio Pisu (1937–2004), sein Bruder der Komiker Raffaele Pisu (* 1925).

Filmografie 1935: Re burlone 1935: Passaporto rosso 1936: Amazzoni bianche 1936: Re di denari 1937: È tornato Karnevale 1938: L’ultima nemica 1938: Il suo destino 1938: La sposa dei Re 1940: Manovre d’amore 1941: Prinzessin Aschenbrödel (Cenerentola e il signor Bonaventura) 1942: Noi vivi 1942: Addio Kira! 1943: Il nostro prossimo 1943: Lettere al sottotenente 1944: La locandiera 1945: Il ratto delle Sabine 1945: Il canto della vita 1946: Ehemann auf Bestellung (Il marito povero) 1946: Mein Sohn, der Professor (Mio figlio professore) 1949: Il vedovo allegro 1950: Margherita da Cortona 1950: Io sono il Capataz 1951: Il diavolo in convento 1951: Engel oder Sünderin? (Le due verità) 1952: Vom Landpfarrer zum Papst (Gli uomini non guardano il cielo) 1952: Ein Auto macht noch keinen Millionär (5 poveri in automobile) 1953: Dieci canzoni d’amore da salvare 1954: La grande avventura (Drehbuch und Regie) 1955: Totò all’inferno 1958: Junge Leute von heute (Primo amore) 1959: Hannibal (Annibale) 1960: Aufstand der Tscherkessen (I cosacchi) 1961: Mariti a congresso 1962: Anni ruggenti 1962: Die Teufelskerle von Dorado (I diavoli di Spartivento) 1963: Achteinhalb (Otto e mezzo) 1963: Totò sexy 1963: Zorro und die drei Musketiere (Zorro e i tre moschettieri) 1963: Die Peitsche im Genick (I compagni) 1964: Soldati e caporali 1965: Der Gendarm vom Broadway (Le Gendarme à New York) 1965: Julia und die Geister (Giulietta degli spiriti) 1965: Die Lust und die Gewalt (La violenza e l’amore) 1965: Made in Italy 1965: Ich, ich, ich … und die anderen (Io, io, io… e gli altri) 1966: Seitensprung auf italienisch (Adulterio all’italiana) 1966: Unsere Ehemänner (I nostri mariti) 1966: Jonny Banco – Geliebter Taugenichts (Johnny Banco) 1967: O.S.S. – Teufelstanz in Tokio (Atout coeur à Tokyo pour OSS 117) 1967: Haie bitten zu Tisch (Estouffade à la Caraibe) 1968: Lady Hamilton – Zwischen Schmach und Liebe 1968: Temptation 1969: L’amore è come il sole 1969: Zingara 1971: Untersuchungshaft (Detenuto in attesa di giudizio) 1972: Der Teufel führt Regie (Il boss) 1972: Ohne Warnung (Sans sommation) 1973: Io e lui 1973: Paolo, der Heiße (Paolo il caldo) 1974: Carnalità 1974: Ordine firmato in bianco 1975: Teenager lieben heiß (Blue Jeans) 1975: Die Sexmaschine (Conviene far bene l’amore) 1975: Operation mißlungen – Patient lebt (L’infermiera) 1976: Der Dreh mit dem Millionencoup (Gli amici di Nick Hezard) 1976: Sorbole… che romagnola

Literatur Catalogo Bolaffi del cinema italiano, no. 3, 1975/76. Nachruf Seite 81

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