Walter Hermann Karl Pott (* 24. Februar 1917 in Hannover; † 21. Oktober 1972 in Mannheim) war ein deutscher Schauspieler bei Bühne, Film und Fernsehen.
Leben und Wirken Pott erhielt seine schauspielerische Ausbildung 1935/36 in seiner Heimatstadt Hannover, war aber zu dieser Zeit bereits seit 1934 als Eleve am dortigen Schauspielhaus engagiert gewesen. 1936 ging er als jugendlicher Komiker für drei Jahre ans Gelsenkirchener Stadttheater, war in dieser Zeit während der Sommerpausen auch am Mellini-Theater Hannovers zu sehen. Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 verbrachte Walter Pott mit Wehrmachtstourneen (Norwegen). Auch in Kriegsgefangenschaft 1945 trat er (an einer Lagerbühne) auf.
Seine Nachkriegsaktivitäten startete Walter Pott erneut in Hannover, diesmal als Komiker aber auch als Regisseur. 1946 wechselte Pott nach Mannheim, wo er viele Jahre am dortigen Nationaltheater verbrachte und sowohl als Schauspieler auftrat als auch Regie führte; so auch bei den humoristischen Stücken „Der Lampenschirm“, „Der Etappenhase“ und „Bezauberndes Fräulein“. Zu seinen Mannheimer Rollenauftritten zählen der Zettel in Shakespeares „Sommernachtstraum“, der Probstein in „Wie es euch gefällt“, der Onkel Gustav in Burckhards „Feuerwerk“, der Cornelius Hackl in Wilders „Die Heiratsvermittlerin“ und der Momme in Weisenborns „Zwei Engel steigen aus“.
Abgesehen von einer vereinzelten Kinorolle in einem Kriminalfilm von 1950 trat Walter Pott erst ab 1961 regelmäßig vor die Kamera und wirkte in dem kommenden Jahrzehnt ausschließlich in Fernsehproduktionen mit. Zwar wurde er auch dort bevorzugt in heiteren Stoffen eingesetzt, Pott wirkte aber auch in schwergewichtigeren Produktionen mit, die bisweilen auch einen literarischen Hintergrund besaßen, darunter Goethes „Egmont“, „Der gute Mensch von Sezuan“ (nach Bertolt Brecht) und „Dantons Tod“ (nach Georg Büchner). Meist spielte er in diesen Filmen nur sehr kleine Rollen. Walter Pott arbeitete auch frühzeitig für den Rundfunk: 1935/36 beim Sender Hannover, 1940 bis 1945 beim deutschen Soldatensender Oslo und ab 1946 bei der Sendestelle Heidelberg, wo er auch an einer Reihe von Hörspielen mitwirkte.
Filmografie 1950: Wer fuhr den grauen Ford? 1961: Onkel Harry 1961: Der Besuch im Karzer 1961: Schweyk im zweiten Weltkrieg 1962: Egmont 1963: Dantons Tod 1965: Zeitsperre 1966: Der gute Mensch von Sezuan 1967: Crumbles letzte Chance 1967: Der Tag, an dem die Kinder verschwanden 1968: Bel Ami 1968: Anna Böckler 1969: Rebellion der Verlorenen 1969: Kollege Bindelmann 1969: Stewardessen (TV-Serie, eine Folge) 1970: Die spanische Fliege 1970: Recht oder Unrecht (mehrere Folgen) 1972: Diamantenparty
Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 565. Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 3: Peit–Zz. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 3122.
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