Anton Franz Freiherr von Magnus auch Anton IwanTobias C. Bringmann: Handbuch der Diplomatie. 1815–1963: Auswärtige Missionschefs in Deutschland und Deutsche Missionschefs im Ausland von Metternich bis Adenauer. Walter de Gruyter, Berlin 2001, S. 113, 324 u. 330. (* 14. Januar 1821 in Berlin; † 11. August 1882 in Görlitz) war ein preußischer Diplomat.
Leben Herkunft und Familie Anton war ein Sohn des Friedrich Martin von Magnus (1796–1869) und dessen erster aus Warschau stammender Ehefrau Franziska Maria Fränkel (1801–1841). Der Vater wurde 1853 in den Adelsstand nobilitiert und dann am 18. Dezember 1868 mit Gültigkeit zu 1869 zum Freiherrn erhoben, wegen erfolgreicher fünfzigjähriger TätigkeitVgl. Maximilian Gritzner: Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preussischen Standeserhöhungen und Gnadenacte von 1600–1873. Mitscher & Roestell, Berlin 1873/1874, S. 145. als Bankier und Inhabers des Bankhauses F. Mart. MagnusGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1871. Jahrgang 21, Justus Perthes, Gotha 1870, S. 429–430. Der Vater erwarb 1852 noch bürgerlichVgl. Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst Text. Band 8, Selbstverlag, Berlin 1865/1866, Blatt 166. mehrere Güter um Schloss Kuhna bei Görlitz, was die ErbenGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1907. Jahrgang 57, Justus Perthes, Gotha 17. November 1906, S. 492.Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D. A. G.). Teil B (Briefadel). 1937. Jahrgang 87, Justus Perthes, Gotha 1936, S. 331 f. bis 1939 und die Nacherben bis 1945 bewirtschafteten. Letzter Gutsherr dort war der Halbbruder aus der zweiten Ehe des Vaters, Martin Freiherr von Magnus (1859–1939). Paul Julius Reuter (1816–1899) war der Schwager des Anton von Magnus. mini|Wohnsitz Hofgut Schloss Amalienberg b. Gaggenau, Baden.Vgl. Leuchs Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden vom Großherzogthum Baden. Band 2, 7. Ausgabe, Selbstverlag Leuch’s & Co., Nürnberg 1879, S. 179. Er vermählte sich 1855 in Stuttgart mit Baroness Helene von Brunnow (1835–1859),Verband der Baltischen Ritterschaften (Hrsg.) Genealogisches Handbuch der Baltischen Ritterschaften (Neue Folge). Hamburg 2011, Band 1, S. 231. Tochter des kaiserl. russ. Wirklichen Geheimen Rates und vormaligen Botschafter zu London Graf Philipp von Brunnow und der Sabina Charlotte von Bruce (1799–1874). Aus der Ehe von Helene und Anton von Magnus ist die am 22. Januar 1859 in Brüssel geborene Tochter Lily (Helene) hervorgegangen. Helene von Magnus lebte auf dem Besitz des Vaters, dem Hofgut AmalienbergAmalienberg-freundl. Landsitz d. freiherrl. Fam. v. Magnus, In: S. Pletscher: Führer durch den Schwarzwald, Kaiserstuhl, Hegau, oberes Donauthal und die Ufergegenden des Bodensees. Reisetaschnebuch. 2. Auflage, Verlag Caesar Schmidt, Zürich 1889, S. 182. bei Gaggenau in Baden und ist dort am 5. Juni 1883 unvermählt verstorben.Ad. M. Hildebrandt: Der Deutsche Herold. Jahrgang XIV, No. 7/8, Familien-Nachrichten, Hrsg. Herold (Verein), Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin Juli 1883, S. 101.Vgl. Frhr. Paul v. Roëll: Deutsches Adelsblatt. Wochenschrift für die Interessen des christlichen Adels beider Confessionen. Jahrgang I, №. 13, Familien-Nachrichten, Berlin, Sonntag, 17. Juni 1883, S. 159.
Werdegang Magnus war zunächst preußischer Gesandtschaftssekretär in Stuttgart. Späterhin hatte er auch die Stellung eines Legationsrats inne. Von 1866 bis 1867 war er Ministerresident und Generalkonsul in Mexiko, wo er u. a. erfolglos versuchte, die Freilassung von Kaiser Maximilian zu erwirken. Hiernach war er Gesandter in Den Haag, Sankt Petersburg, Wien und Kopenhagen. Durch persönliche Berufung war er 1872 Mitglied des preußischen Herrenhauses. Seit 1875 war er Erbherr auf Amalienberg bei Gaggenau, darüber hinaus Rittmeister der Landwehr.
Er war 1869 bis 1872 außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister im Großherzogtum Mecklenburg und in den freien Hansestädten Lübeck, Bremen und Hamburg.Siehe: Liste der preußischen Gesandten bei den Hansestädten. Zudem war er seit 1870 Ehrenritter des Johanniterordens, dort Mitglied der Provinzialgenossenschaft des Königreich Württemberg.Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 1881. Julius Sittenfeld, Berlin 1881, S. 77, u. S. 248. unter dem Kommendator August Wilhelm Graf von Taubenheim.
Seine BerufungHermann Crüger (Hrsg.): Chronik des Preussischen Herrenhauses. Ein Gedenkbuch zur Erinnerung an das dreißigjährige Bestehen des Herrenhauses. Selbstverlag, Berlin, S. 60. in das Preußische Herrenhaus am 30. November 1872 erfolgte aus besonderem Allerhöchsten Vertrauen.Gesamt-Uebersicht der Gegenstände, welche in der Session vom 14. November 1882 bis 2. Juli 1883 im Preußischen Herrenhaus. Berlin 1883, S. 78.
Zu seiner Beurlaubung und dem baldigen Ausscheiden aus dem diplomatischen Dienst kam es wegen eines Eklats-sein Versuch zur Huldigungsdarbietung an die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt-was seiner Stellung als Deutscher im Ausland damals nicht anstand. Zu seinem Tod meldeten einige regionale Zeitungen inhaltlich die gleiche Meldung, so die Fürther Neuesten Nachrichten und die Aschaffenburger Zeitung, dass Anton von Magnus in seiner Villa im Schwarzwald plötzlich dem Wahnsinn verfallen sei und die Familie Hoffnung hatte durch private Pflege auf seinem Landgut Besserung zu erbringen, was nicht eintrat.Aschaffenburger Zeitung. №. 151, Erstes Blatt, Aschaffenburg, Montag, den 27. Juni 1881, S. Unpagniert.
Testamentarisch überließ der Freiherr der evangelischen Kirche ein Bauplatz-Grundstück in Gaggenau, für die DiakonissengenossenschaftGaggenau-Rothenfeld; Hofgut Amalienberg erbte der Verwandte, der Generalmajor Anton von L`Estocq.Die Christliche Welt. Evangelisch-Lutherisches Gemeindeblatt für die Gebildeten. Jahrgang 3, Nr. 19, Carl Marquart-Verlag Fr. Wilhelm Grunow, Leipzig, den 12. Mai 1889, S. 399.
Werk Joachim Kühn (Hrsg.): Das Ende des maximilianischen Kaiserreichs in Mexico. Berichte des königlich preussischen Ministerreidenten Anton von Magnus an Otto von Bismarck 1866 - 1867. Verlag Musterschmidt, Göttingen 1965. ; Konrad Ratz (Hrsg.): El ocaso del Imperio de Maximiliano visto por un diplomático prusiano los informes Los Informes de Anton Magnus a Otto Von Bismarck. 1866-1867. Span. Ausgabe: Siglo XXI Editores, México 2010.
Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1871. Jahrgang 21, Justus Perthes, Gotha 31. Oktober 1870, S. 429–430. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1875. Jahrgang 25, Justus Perthes, Gotha 11. November 1874, S. 455–456. Handbuch über den Königlich Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1881/82. R. (L). v. Decker’s Verlag Marquardt & Schenck, Berlin 2. August 1881, S. 165. Bureau-Direktor Metzel (Hrsg.): Handbuch für das Preußische Herrenhaus. Julius Sittenfeld, Berlin 1882, S. 179. Nr. 33. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1883. Jahrgang 33, Justus Perthes, Gotha 16. November 1882, [S. 514–516.] Tobias C. Bringmann: Handbuch der Diplomatie. 1815–1963. Auswärtige Missionschefs in Deutschland und Deutsche Missionschefs im Ausland von Metternich bis Adenauer. Auflage-Online-Ressource, Walter de Gruyter, Berlin 2001, S. 113, 324 u. 330.
Weblinks Magnus, Anton Freiherr von auf Deutsche Biographie
Einzelnachweise
Kategorie:Rittmeister (Preußen) Kategorie:Preußischer Diplomat Kategorie:Gesandter eines Mitgliedstaates beim Deutschen Bund Kategorie:Gesandter bei den Hansestädten Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Mitglied des Preußischen Herrenhauses Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Freiherr Kategorie:Geboren 1821 Kategorie:Gestorben 1882 Kategorie:Mann