mini|hochkant|Taixu, ca. 1933.

Taixu (, Geburtsname: ; geb. 8. Januar 1890; gest. 17. März 1947)https://www.britannica.com/biography/Taixuhttps://www.encyclopedia.com/religion/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/taixuhttps://wapbaike.baidu.com/item/太虚大师/3740330 war ein Bhikkhu (Mönch) des Chan-Buddhismus und ein Reformer des Chinesischen Buddhismus.

Leben mini|hochkant|Taixu in der traditionellen kāṣāya. Taixu wurde in Hǎiníng (海寧/海宁) in der Provinz Zhejiang als Lǚ Pèilín (呂沛林) geboren. Seine Eltern starben, als er noch klein war und er wurde von seinen Großeltern aufgezogen. Im Alter von 16 Jahren wurde er als Mönch ordiniert. Er wurde im Xiao Jiuhua-Tempel (小九華寺/小九华寺 – xiǎo jiǔ huá shī) in Suzhou in die Linji-Schule (臨濟宗 – Linji tai) des Chan-Buddhism aufgenommen. Schon bald erhielt er den Dharma-Name „Taixu“ mit der Bedeutung „Große Leere“. 1909 reiste er nach Nanjing, wo er der Sutra Carving Gesellschaft beitreten wollte, die von dem buddhistischen Laien Yang Renshan gegründet worden war.

Dort kam er in Berührung mit den politischen Schriften von Kang Youwei, Liang Qichao, Tan Sitong und Zhang Taiyan, woraufhin sich Taixu zum Ziel setzte den Buddhismus zu reformieren. 1911 in Guangzhou kam er auch in Kontakt mit den Revolutionären, die am Komplott gegen die Qing-Dynastie beteiligt waren, und beteiligte sich an einigen geheimen revolutionären Aktivitäten. Später schrieb er über die Bildung seiner politischen Meinung in seiner Autobiographie (自傳 zìzhuàn):

Nach der Gründung der Republik China gründete Taixu die Vereinigung für den Fortschritt des Buddhismus (佛教協進會/佛教协进会 fójiào xiéjìn hùi), die allerdings aufgrund des Widerstandes konservativer Buddhisten nur kurze Zeit bestand. Da er keine Möglichkeit hatte die buddhistische Gemeinschaft von seinen Ideen zu überzeugen, und geschockt durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die Gräuel in China ging Taixu ab Oktober 1914 für drei Jahre in eine Einsiedelei (閉關/闭关 bìguān) am Putuo Shan.

Bis zu seinem Tod arbeitete Taixu für eine Erneuerung des Buddhismus in China, auch wenn aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen in Krieg und Revolutionen nur wenige seiner Projekte von Erfolg gekrönt waren. Er starb am 12. März 1947 im Jadebuddha-Tempel (玉佛寺 yùfó sì) in Shanghai. Einer seiner einflussreichen Schüler war Dongchu 東初 (1907–1977); zu seinen Hörern gehörte auch Chiang Kai-shek.

Buddhistischer Modernismus Neben seinem revolutionären Aktivismus für China betätigte sich Taixu vor allem als Erneuerer des Buddhismus. Er adaptierte die buddhistische Lehre so, dass Buddhismus weltweit verbreitet werden konnte. Eines seiner großen Programme war eine Neuordnung des Sangha. Er arbeitete daran die Zahl der Mönche in den Klösterorden zu reduzieren und hatte sehr genaue Pläne gemacht. Nach Don Alvin Pittman:

Diese Reorganisation des Sangha war ein Versuch den Buddhismus wiederzubeleben und ein wichtiger Schritt um ein „Reines Land“ in dieser Welt zu verwirklichen. Der Reines Land-Buddhismus war in China seiner Zeit weit verbreitet und Taixus modernistische Ansätze bewogen ihn den Reines Land-Buddhismus zu verbreiten, nicht als Buddhistische Kosmologe, sondern als Mittel um in dieser realen Welt etwas zu bewirken. Noch einmal Pittman:

Wie viele buddhistische Modernisten war Taixu daran interessiert Taktiken wie „cultural translation“ (eine Methode der Erklärung des Buddhismus) zu verwenden, so dass Nicht-Buddhisten die komplexe Tradition besser verstehen könnten. Sein Essay „Science and Buddhism“ (Wissenschaft und Buddhismus) übersetzt die buddhistische Lehre mit dem Beispiel, dass in jedem Wassertropfen 84 tausend Mikroben leben. Damit bezieht er sich auf den buddhistischen Lehrsatz, dass innerhalb unserer Welt viele weitere Welten bestehen. Er erklärt, dass man dies beim Blick durch ein Mikroskop erkennen kann und dass jede dieser kleinen Mikroben ein eigenes Leben ist.

In seinen Schriften vergleicht er die wissenschaftliche Theorie, dass es unendlichen Raum mit keinem Zentrum des Universums gibt, mit den buddhistischen Sutras, dass „das All unendlich ist und die Zahl der Welten unendlich, da alle in gegenseitigem Gleichgewicht sind, wie ein Netzwerk von unzählbaren Perlen.“„Space is endless and the number of worlds is infinite, for all are in mutual counterpoise like a network of innumerable beads.“ Taixu: Science and Buddhism. In: Lectures in Buddhism. Paris 1928: 87. Taixu glaubte jedoch nicht, dass die Wissenschaft die Lösung für alles und Erklärung für alles sei. Im Gegensatz dazu hielt er dafür, dass es auf keine Art und Weise möglich sei, durch Wissenschaft zur Erleuchtung zu kommen, auch wenn sie viele der Geheimnisse des Universums erklärt. „Wissenschaftliches Wissen kan die Buddhistische Lehre beweisen und darstellen, aber es kann die Realitäten der buddhistischen Doktrin nicht beweisen.“„Scientific knowledge can prove and postulate the Buddhist doctrine, but it cannot ascertain the realities of the Buddhist doctrine.“ Taixu: „Science and Buddhism.“ In: Lectures in Buddhism. Paris 1928: 86. Taixu verstand den Buddhismus als wissenschaftlich, jedoch als die Wissenschaft übersteigend. Wie andere buddhistische Modernisten verurteilte Taixu den Aberglauben. Er erklärte, dass die zwei am tiefsten verwurzelten Aberglauben der „Aberglauben von Gott“ und der „Aberglauben von Wirklichkeit“ seien. Diese beiden Aberglauben spielen der Erklärung in die Hand, die feststellt, nach Taixus Ansicht, warum Buddhismus der einzige Weg zu wahrer Erleuchtung ist. Der „Aberglauben von Gott“ kann ähnlich verstanden werden, wie die Unmöglichkeit der Wissenschaft die Existenz des Übernatürlichen zu erklären. Auch Wissenschaft ist nur fähig die materialistischen Aspekte der Welt zu erklären und das führt auf den zweiten Aberglauben: den „Aberglauben der Wirklichkeit“. der „Aberglauben der Wirklichkeit“ ist im Grunde genommen Materialismus, jedoch in diesem Sinn ein Materialismus der Wissenschaft im Bereich des Erklärbaren. Diese beiden Aberglauben verdunkeln grundsätzlich die Fähigkeit von Wissenschaft und Menschen die Wahrheiten zu sehen, welche nur der Buddhismus offenbaren kann.

Kontakte mit dem Christentum Taixus Reformen des Sangha waren zum Teil beeinflusst vom Christentum. Bei Aufenthalten in Europa sah Taixu den Erfolg von christlichen karitativen Organisationen und hoffte, dieses Organisationsmodell auch in seinem reformierten Buddhismus einzuführen.Darui Long: „An Interfaith Dialogue Between the Chinese Buddhist Leader Taixu and Christians.“ In: Buddhist-Christian Studies. 2000, 20: 178. Er führte vergleichbare Strukturen in Organisationen wie der Bodhi Society und der Right Faith Society ein, Laien-Organisationen die Hilfeleistungen für die Kranken, Armen und Unglücklichen verschrieben sind.Justin R. Ritzinger: Taixu: To Renew Buddhism and Save the Modern World. Buddhist Digital Library & Museum 1999: 68–69.

Er war jedoch kritisch gegenüber der christlichen Philosophie und hielt sie für inkompatibel mit der modernen Wissenschaft und unfähig die Wirtschaftskrise und beide Weltkriege zu verhindern.D. Lancashire: Some Views on Christianity Expressed by the Buddhist Abbot Tai Hsu. In: Quarterly Notes on Christianity and Chinese Religion. 1959, 3, no. 2. Westliche Kritiker argumentierten, dass er naiv und schlecht informiert über christliche Weltanschauungen sei. Sie bezeichneten seine Lectures in Buddhism als „wanderndes, unzusammenhängendes, amateurhaftes Geschwätz“.„a rambling, incoherent, amateurish talk.“ Donald S. Lopez Jr.: Science and Buddhism: A Guide for the Perplexed. University of Chicago Press, Chicago 2008: 222.

Überblick über die Schriften In einer Publikation von Taixu diskutiert er die Bedeutung des interreligiösen Dialogs. Er analysiert die Probleme, die in China vorhanden sind und durch ein Gespräch mit einem französischen Erzbischof konnte er die Tragweite ermessen. Taixu schreibt:

Dieses Zitat zeigt, dass Taixu die Lehren anderer Religionen nicht rundweg ablehnte, sondern sogar Kooperation wünschte, Offenheit, die Fähigkeit zusammenzuarbeiten und voneinander zu lernen. Taixu ging sogar so weit auch einige christliche Ideen zu übernehmen, unter anderem Methoden der pastoralen Ausbildung und Erweckungsbewegungspredigten.

Neben seiner Übernahme von christlichen Methoden, bewegte Taixu offen ein weit stärker kontroverses Thema: die Existenz Gottes. Als er nach einem gescheiterten Reformversuch wieder einmal für drei Jahre in die Einsiedelei gegangen war, beschäftigte er sich mit dem Thema:

Taixu stellt die Existenz Gottes in Frage, weil er rational fragt und anhand der Situation der Welt schließt, dass es keine Beweise für einen Gott gibt. Er verbindet seine Argumente mit dem Verhältnis zwischen Buddhismus und Wissenschaft und wie Aberglaube ein Hindernis auf dem Pfad der Erleuchtung bildet.

In Taixus Artikel „Science and Buddhism“ bietet er viele interessante und originelle Gedanken zu Wissenschaft und Aberglaube. Taixus Hauptargument in diesem Artikel ist, dass aller Aberglaube in der Welt wie „der Aberglaube von Gott oder die Beschränkung des Selbst“ und „der Aberglaube der Wirklichkeit“ den Fortschritt der wissenschaftlichen Entdeckungen hemmt, weil er die Abgeschlossenheit von abergläubischen Menschen in ihren Glaubensvorstellungen bestärkt. Taixu schreibt:

Aus seinen Schriften lässt sich schließen, dass Taixu Wissenschaft für eine wertvolle Quelle hält, aber aufgrund des festen Glaubens von Menschen an Aberglauben wird sie niemals ein erfolgreicher Gewinn für Buddhismus sein. Er argumentiert, dass Wissenschaft ein Zugang zur Erleuchtung sein kann, aber selbst niemals erlauben wird, dahin zu kommen. In Taixus Worten: „Wissenschaftliche Methoden können nur die Buddhistische Lehre begleiten, sie können niemals darüber hinaus gehen.“„Scientific methods can only corroborate the Buddhist doctrine, they can never advance beyond it.“ Taixu, „Science and Buddhism.“ In: Lectures in Buddhism Paris, 1928: 89.

Der Buddhologe Don Pittman schrieb in seinem Buch „Toward a Modern Chinese Buddhism“, in dem er Taixus Reformversuche analysiert, dass seine Reformversuche als Verwirklichung des Reinen-Land-Buddhismus in der Wirklichkeit sein sollen.

Das war unter vielen anderen Dingen eine von Taixus weitreichendste Ideen zur Reform. Er glaubte, dass der einzige Weg das Leiden dieser Welt zu beenden, das Reine Land zu verwirklichen. Er bemühte sich durch viele Arten dies voranzubringen, unter anderem durch die Reorganisation des Sangha. Leider scheiterte sein Bemühen dieses Dharma weltweit zu verbreiten. Die meisten seiner Institutionen wurden durch die Ereignisse der Zeit wieder zerstört, unter anderem durch die Kommunisten.Don A. Pittman: Toward a Modern Chinese Buddhism. Hawai'i University Press, Honolulu 2001.

Werke Taixu dashi wenhui 太虛大師文匯. 華夏出版社 2012. ISBN 9787508069036 (Inhaltsübersicht)

Einzelnachweise

Quellen Taixu: "Science and Buddhism." Lectures in Buddhism. Paris, 1928 Taixu: Taixu dashi quanshu. (The Complete Works of the Venerable Master Taixu), 20 vols. Taipei, 1956.

Holmes Welch: The Buddhist Revival in China. Harvard University Press, Cambridge 1968.

Literatur Eric Goodell: Taixu’s Youth and Years of Romantic Idealism, 1890–1914, In: Chung-Hwa journal of Buddhist Studies. 2008, 21: 77–121. Don Alvin Pittman: Toward a Modern Chinese Buddhism: Taixu's Reforms. University of Hawaii Press 2001.

Weblinks The Short Record of Master Taixu Taixu: To Renew Buddhism and Save the Modern World Taixu Biography An Interfaith Dialogue

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