Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Holweide führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Holweide auf.
Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Kunstprojektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu dokumentieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.
Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert.
Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen 120px|Stolperstein für Max Kahn (Rathenauplatz 9) Hier wohnteMax Kahn (Jahrgang 1898) Vorbeugehaft 1943 Verschollen im KZ Buchenwald Bergisch Gladbacher Str. 487 () Max Kahn lebte von 1920/22 bis 1938 unter der Anschrift Bergisch-Gladbacher-Str. 487 in Köln-Holweide mit seinem Lebenspartner Josef Schlauss zusammen. Seine letzte Anschrift lautete: Horst-Wessel-Platz 9 in Köln (ein sogenanntes "Ghettohaus"), heute Rathenauplatz 9. Am 21. September 1938 wurde er zum ersten Mal wegen homosexueller Handlungen festgenommen. Seine Verhaftung erfolgte im Rahmen einer Sonderaktion gegen Homosexuelle in Köln, durchgeführt von der Düsseldorfer Gestapo und der Kölner Kripo. Er wurde am 9. November 1938 von der 3. großen Strafkammer wegen fortgesetzten Vergehens nach § 175 RStGB zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt. Am 3. Dezember 1940 wurde er erneut verhaftet und am 7. April 1941 zu einer Haftstrafe von vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Urteil wurde als erschwerend festgehalten, dass er Jude sei. Max Kahn verbüßte seine Strafhaft im Zuchthaus Siegburg und in verschiedenen Moorlagern im Emsland. Er kam im KZ Buchenwald ums Leben.
Josef Schlauss, Jahrgang 1888, wurde am 17. September 1938 wegen Vergehens gegen den § 175 Reichsstrafgesetzbuch verhaftet und zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Das Gericht urteilte, er habe durch sein jahrelanges unsittliches Verhalten seine Verdienste im Krieg ausgelöscht, sich auch nicht gescheut, nach 1933 und selbst nach Erlass der Nürnberger Blutschutzgesetze mit Kahn zusammen zu wohnen und sein schändliches Treiben fortzusetzen.
Die Verlegung der Stolpersteine erfolgte am 10. Juni 2026. Der Stein für Max Kahn lag zunächst am Rathenauplatz 9, nun wurden die Steine für beide Männer in Holweide, ihrem gemeinsamen Wohnsitz, verlegt. Hier wohnteJosef Schlauss (Jahrgang 1888) Verhaftetet 17.9.1938 Verurteilt § 175 2 Jahre Gefängnis Bergisch Gladbacher Str. 487 () 120px Hier wohnteIsmar Panitsch (Jahrgang 1899) deportiert 1942 Maly Trostinec ermordet 24.7.1942 Grunerstraße 12()100px|Wohnhaus Grunerstraße 12 120px|Stolperstein für Jenny Panitsch (Grunerstraße 12) Hier wohnteJenny Panitsch, geb. Benjamin (Jahrgang 1877) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt 1942 Chelmno/Kulmhof Ermordet 1942 Grunerstraße 12() Der am 23. November 2017 verlegte Stolperstein erinnert an Jenny Panitsch, geboren am 22. Februar 1877 in Krotoschin, Posen.
Jenny Panitsch, geborene Benjamin war die Ehefrau von Nathan Panitsch und die Mutter von Ismar Isaac, Frieda, Hilde und Rosa Johanna Panitsch. Die Familie Panitsch wohnte ab 1929 in der Grunerstraße 29, Eigentümerin des Hauses war Hilde Panitsch. Hilde Panitsch heiratete um 1934 Julius Sonnenberg und konnte in die USA emigrieren. Sohn Ismar Panitsch heiratete 1932 Julie Goldschmidt. Gemeinsam mit ihrem 1937 geborenem Sohn wurden sie im Juli 1942 in das Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert und direkt nach der Ankunft ermordet. Tochter Frieda Panitsch heiratete 1926 einen Katholiken und konnte mit ihrem 1935 geborenem Sohn versteckt überleben. Jenny, Nathan und Rosa Panitsch wurden am 22. Oktober 1941 mit dem ersten Kölner Transport (Nr.8) ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. In der Transportliste wird für Jenny Panitsch die Berufsbezeichnung Hausfrau angegeben. Für ihre Deportation musste Jenny Panitsch 100 Mark bezahlen, wie in der Deportationsliste vermerkt wurde. Im Mai 1942 wurde sie in das Vernichtungslager Kulmhof verlegt, dort verliert sich ihre Spur. Jenny Panitsch wurde für tot erklärt.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag für Panitsch, Jenny JannyYad Vashem: Gedenkblatt für Jenny PanitschNS-Dokumentationszentrum Köln: Gedenkbucheintrag für Jenny PanitschDeportationsliste Köln-Ghetto Litzmannstadt am 22. Oktober 1941Deportationsliste Köln-Ghetto Litzmannstadt am 22. Oktober 1941, Seite 10, Eintrag-Nr. 457Synagogen-Gemeinde Köln: Gemeindeblatt Dezember 2017 (Seiten 25–27) 120px Hier wohnteJulie Panitsch, geb. Goldschmidt (Jahrgang 1902) deportiert 1942 Maly Trostinec ermordet 24.7.1942 Grunerstraße 12()120px 120px Hier wohnteKarl Josef Panitsch (Jahrgang 1937) deportiert 1942 Maly Trostinec ermordet 24.7.1942 Grunerstraße 12() 120px|Stolperstein für Nathan Panitsch (Grunerstraße 12) Hier wohnteNathan Panitsch (Jahrgang 1875) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt 1942 Chelmno/Kulmhof Ermordet 1942 Grunerstraße 12()100px|Verlegestelle Grunerstraße 12 Der am 23. November 2017 verlegte Stolperstein erinnert an Nathan Panitsch, geboren am 29. Dezember 1875 in Rawitsch, Posen.
Der Metzgermeister Nathan Panitsch war der Ehemann von Jenny Panitsch und der Vater von Ismar Isaac, Frieda, Hilde und Rosa Johanna Panitsch. Die Familie Panitsch wohnte ab 1929 in der Grunerstraße 29, Eigentümerin des Hauses war Hilde Panitsch. Hilde Panitsch heiratete um 1934 Julius Sonnenberg und konnte in die USA emigrieren. Sohn Ismar Panitsch heiratete 1932 Julie Goldschmidt. Gemeinsam mit ihrem 1937 geborenem Sohn wurden sie im Juli 1942 in das Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert und direkt nach der Ankunft ermordet. Tochter Frieda Panitsch heiratete 1926 einen Katholiken und konnte mit ihrem 1935 geborenem Sohn versteckt überleben. Jenny, Nathan und Rosa Panitsch wurden am 22. Oktober 1941 mit dem ersten Kölner Transport (Nr.8) ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. In der Transportliste wird für Nathan Panitsch die Berufsbezeichnung „ohne“ angegeben. Für seine Deportation musste Nathan Panitsch 100 Mark bezahlen, wie in der Deportationsliste vermerkt wurde. Am 7. Mai 1942 wurde er in das Vernichtungslager Kulmhof verlegt, dort verliert sich seine Spur. Nathan Panitsch wurde für tot erklärt.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag für Panitsch, NathanYad Vashem: Gedenkblatt für Nathan PanitschNS-Dokumentationszentrum Köln: Gedenkbucheintrag für Nathan PanitschDeportationsliste Köln-Ghetto Litzmannstadt am 22. Oktober 1941, Seite 10, Eintrag-Nr. 459 120px|Stolperstein für Rosa Johanna Panitsch (Grunerstraße 12) Hier wohnteRosa Johanna Panitsch (Jahrgang 1907) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt 1942 Chelmno/Kulmhof Ermordet 1942 Grunerstraße 12()100px|Verlegestelle Grunerstraße 12 Der am 23. November 2017 verlegte Stolperstein erinnert an Rosa Johanna Panitsch, geboren am 20. November 1907 in Krotoschin, Posen.
Rosa Johanna Panitsch war die Tochter von Jenny und Nathan Panitsch. Johanna, Nathan und Rosa Panitsch wurde am 22. Oktober 1941 mit dem ersten Kölner Transport (Nr.8) ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Für ihre Deportation musste Rosa Panitsch 100 Mark bezahlen, wie in der Deportationsliste vermerkt wurde. Am 7. Mai 1942 wurde sie in das Vernichtungslager Kulmhof verlegt, dort verliert sich ihre Spur. Rosa Johanna Panitsch wurde für tot erklärt.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag für Panitsch, Rosa JohannaYad Vashem: Gedenkblatt für Rosa PanitschNS-Dokumentationszentrum Köln: Gedenkbucheintrag für Rosa Johanna PanitschDeportationsliste Köln-Ghetto Litzmannstadt am 22. Oktober 1941, Seite 10, Eintrag-Nr. 458
Quelle NS-Dokumentationszentrum – Stolpersteine | Erinnerungsmale für die Opfer des Nationalsozialismus
Einzelnachweise
Weblinks
Gunter Demnigs Webseite zum Stolperstein-Projekt
Holweide Kategorie:Holweide