mini|Laurentiuskirche (2014) Die evangelische Laurentiuskirche steht in Hagsfeld, einem Stadtteil von Karlsruhe in Baden-Württemberg. Die südöstlich außerhalb des historischen Ortskerns gelegene Kirche steht zusammen mit dem sie umgebenden Friedhof als Kulturdenkmal unter dem Schutz des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg. Ihre heutige Gestalt geht im Wesentlichen auf das 19. Jahrhundert zurück; Vorgängerbauten sind jedoch mindestens seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 991: Im Güterbuch des Klosters Weißenburg wird die Kirche als „basilica cum decima“ (Pfarrkirche mit Zehntrecht) genannt. Dieser Eintrag gilt als das früheste gesicherte Zeugnis für die Existenz einer Kirche am höchsten Punkt der Hagsfelder Gemarkung. Die Verbindung zum Kloster Weißenburg bestand im Hochmittelalter formal weiter. Im Jahr 1110 übergaben die Grafen von Hohenberg Hagsfeld an das neugegründete Kloster Gottesaue, womit die Selbstständigkeit der Pfarrgemeinde endete. Die Zugehörigkeit zu diesem Kloster wurde 1261 in einer Urkunde von Papst Urban IV. bestätigt.

Der Name Laurentiuskirche und somit der Namenspatron Laurentius von Rom ist erstmals in einer Urkunde von 1499 belegt. Die im nördlichen spätgotischen Torbogen eingearbeitete Jahreszahl 1510 weist auf einen Um- oder Ausbau der Kirche in diesem Jahr hin. Im Zuge der Reformation in der Markgrafschaft Baden-Durlach wurde Hagsfeld evangelisch und die Laurentiuskirche zu einem protestantischen Gotteshaus. Das Patrozinium wurde daraufhin aufgegeben. Da weder die Laurentiuskirche noch ihre Vorgängerbauten über einen klassischen Kirchturm verfügten, sind Kirchenglocken erst für das Jahr 1594 urkundlich nachgewiesen. Sie waren in einem hölzernen Dachreiter bzw. Glockenstuhl untergebracht. mini|Friedhofsportal und Kirche (1910) Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) sowie im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) wurde die Kirche wiederholt beschädigt. 1710 wurde sie erweitert. Für das Jahr 1750 wird erstmals eine Kirchenorgel erwähnt, 1898 erhielt das Gotteshaus eine neue Orgel.

Beim Luftangriff auf Karlsruhe in der Nacht vom 24. auf den 25. April 1944 wurde die Laurentiuskirche durch einen Bombentreffer bis auf die Grundmauern zerstört. Die im Juli 1946 aus hölzernen Bauteilen von Wehrmachtsbaracken fertiggestellte Notkirche in der Schwetzinger Straße diente gleichermaßen als Gottesdienstraum, Gemeindetreffpunkt und Kindergarten.

Nach 18-monatiger Bauzeit konnte die Kirche am 30. November 1952 mit drei neuen Glocken in einem feierlichen Gottesdienst wieder eingeweiht werden. Äußerlich wurde sich am Vorgängerbau orientiert, wobei im Osten ein Altarraum hinzugefügt wurde. Das Sakramentshäuschen in der Nordmauer neben dem Eingang zur Sakristei stammt aus gotischer Zeit und ist ein Überbleibsel des ursprünglichen Innenraums. Sein einstiger gotischer Aufbau wurde 1944 zerstört und nicht wiederhergestellt. Auf Betreiben des damaligen Gemeindepfarrers erhielt das Gotteshaus 1962 auch offiziell wieder den Namen Laurentiuskirche.

Die 1952 und 1956 in zwei Schritten eingebaute Orgel versah ihren Dienst bis 1998, ehe sie 1999 wegen starker Reparaturbedürftigkeit ausgebaut und an eine katholische Kirchengemeinde in Polen verkauft wurde. Seit 2001 ist eine Orgel von Georges Heintz in Betrieb.

Der Innenraum wurde 2003 umfassend renoviert; dabei wurden unter anderem die Heizung und die Fenster erneuert. Während dieser Renovierungsarbeiten wurden die Grundmauern des ursprünglichen Kirchengebäudes freigelegt: die südliche Seitenwand lag demnach etwa auf dem heutigen Mittelgang, die Westwand auf Höhe des Quergangs. Der damals ebenfalls angelegte Baldachin am Haupteingang ist die bislang letzte äußere bauliche Veränderung an der Kirche.

Ausstattung Zu den bedeutenden Ausstattungsstücken zählen:

Heintz-Orgel (2001) Moderner Taufstein als Werk und Stiftung des Hagsfelder Steinmetzmeisters Peter Küchlin (1962) Zwei Standleuchter von Walter Schönwandt (1952) Holzkruzifix von Helmut Uhrig (1952) Historische Grabplatte (Pfarrergrab des frühen 18. Jh., in die Wand eingelassen) Tabernakel (um 1500, ohne Maßwerkschmuck wiederhergestellt)

Siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Karlsruhe-Hagsfeld

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Einzelnachweise

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