Das Friedensdenkmal in Hiroshima (jap. , Hiroshima heiwa kinenhi), auch Atombombenkuppel (, engl. Atomic Bomb Dome, oft fälschlicherweise mit Atombombendom wiedergegeben) ist eine Gedenkstätte für den ersten kriegerischen Einsatz einer Atombombe. Es befindet sich im Friedenspark von Hiroshima.
Geschichte mini|links|Gebäude vor dem Atombombenabwurf mini|links|Friedensdenkmal (2012) Das Gebäude wurde nach einem Entwurf des tschechischen Architekten Jan Letzel erbaut und im April 1915 fertiggestellt als „Produktausstellungshalle der Präfektur Hiroshima“ (, Hiroshima-ken Bussan Chinretsukan). 1921 wurde es in „Ausstellungsort für Handelswaren der Präfektur Hiroshima“ (, Hiroshima-kenritsu Shōhin Chinretsusho) und 1933 in „Halle zur Förderung der Industrie der Präfektur Hiroshima“ (, Hiroshima-ken Sangyō Shōreikan) umbenannt. Das Gebäude wurde am 6. August 1945 um 8:16 Uhr Ortszeit durch die vom US-Bomber Enola Gay abgeworfene US-amerikanische Atombombe „Little Boy“ zerstört und brannte völlig aus. Alle zu diesem Zeitpunkt darin arbeitenden Menschen kamen um.
Trotz, bzw. wegen des geringen Abstands von 140 m vom Bodennullpunkt (Ground Zero) blieben viele Gebäudestrukturen erhalten, u. a. die charakteristische Stützkonstruktion des Kuppeldachs, der das Denkmal seinen heutigen Namen verdankt. Die Überreste werden seit dem Abwurf in ihrem damaligen Zustand konserviert.
Im Dezember 1996 erklärte sie die UNESCO zum Weltkulturerbe mit der Begründung, dass es „nicht nur ein starkes Symbol der zerstörerischsten Kraft sei, die je von der Menschheit geschaffen wurde; es drücke zudem die Hoffnung auf Weltfrieden und der endgültigen Beseitigung aller Kernwaffen aus“. Die Volksrepublik China äußerte Vorbehalte, dass eine Anerkennung von Revisionisten ausgenutzt werden könne, und die USA lehnten diese Anerkennung aus „Mangel an historischer Perspektive“ ab.
Siehe auch Friedensdenkmal Welterbe in Japan Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki
Literatur Natascha Albus u. a.: Das UNESCO-Welterbe – Monumente der Menschheit – Wunder der Natur. Kunth, München 2015, ISBN 978-395504-207-3, S. 461. Isa Ducke, Natascha Thoma, Manuela Hunfeld: Japan. 13. Auflage. Baedeker, Ostfildern 2016, ISBN 978-3-8297-1395-5, S. 289.
Weblinks
The Atomic Bomb Dome. In: Offizielle Website von Hiroshima (englisch) Friedensdenkmal in Hiroshima. In: Hiroshima-Navi.or.jp Friedensdenkmal in Hiroshima bei Google Arts & Culture Jan Knüsel: Vom Haus zum Mahnmal. In: Asienspiegel.ch, 5. April 2015 Hiroshima Peace Memorial (Genbaku Dome) auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch) Hiroshima Peace Memorial (Genbaku Dome) auf dem YouTube-Kanal der UNESCO, 21. März 2012 (Video, 2:48 Min., englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Atombombenabwurf auf Hiroshima Kategorie:Mahnmal Kategorie:Gedenkstätte des Pazifikkriegs Kategorie:Gedenkstätte des Zweiten Weltkriegs in Japan Kategorie:Welterbestätte in Asien Kategorie:Welterbestätte in Japan Kategorie:Weltkulturerbestätte Kategorie:Erbaut in den 1910er Jahren Kategorie:Friedensdenkmal Kategorie:Bauwerk in Hiroshima