mini|Charles Lardy (vor 1900) Charles Édouard Lardy (auch Karl Eduard Lardy) (* 27. September 1847 in Neuenburg; † 27. Juni 1923 in Bevaix) war ein Schweizer Diplomat. Zusammen mit Alfred de Claparède und Giovanni Battista Pioda gehörte Lardy zu den Berufsdiplomaten der ersten Generation der Schweiz.Claude Altermatt: Les débuts de la diplomatie professionnelle en Suisse (1848–1914). Freiburg 1990, S. 287.
Leben und Wirken Lardy kam als erster Sohn des Anwalts und Neuenburger Grossrats, Charles-Louis Lardy, und der Louise Lardy geb. Sacc zur Welt. auf avocatsnotaires.ch Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg und erwarb 1876 das Doktorat. Er heiratete am 5. März 1872 Mathilde Augusta Georgette Vernes; aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Zwei seiner Kinder, Charles-Louis und Etienne, wurden wie ihr Vater auch Diplomaten. Er trat 1869 in den diplomatischen Dienst ein und wurde Nachfolger des Legationsrats der schweizerischen Gesandtschaft in Paris, Arnold Roth. 1883 erfolgte die Ernennung zum ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister der Gesandtschaft in Paris. Somit übernahm er den Posten seines Mentors Johann Konrad Kern. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1917 sollte Lardy den Posten in Paris nicht mehr verlassen.
Er war unter anderem Oberst, Mitglied der Militärjustiz, Autor verschiedener Bücher, Mitglied des Haager Schiedsgerichts (1902–1922) und des Instituts für Völkerrecht (zwischen 1899 und 1902 Präsident).Claude Altermatt: Les débuts de la diplomatie professionnelle en Suisse (1848–1914). Freiburg 1990, S. 268.Former Presidents – Institut de Droit Internationale Er vertrat an internationalen Konferenzen die Interessen der Schweiz und befürwortete den Ausbau der Schweizer Diplomatie. Die diplomatischen Berichte, die Lardy an den Bundesrat sandte, erhielten deswegen ein besonderes Gewicht für die Beurteilung internationaler Vorgänge. Ungewöhnlich war seine diplomatische Karriere, da er alle seine 48 Dienstjahre an einem einzigen Ort verbrachte, 34 Jahre davon war er Schweizer Gesandter.
Literatur Claude Altermatt: Les débuts de la diplomatie professionnelle en Suisse (1848–1914). Freiburg 1990.
Albert Schoop: Carl Lardy, premier diplomate de carrière de l’Etat fédéral, 1847–1923. In: Revue historique neuchâteloise. 1998, S. 3–9.
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