Dieser Artikel hat den FC Winterthur in der Saison 2017/18 zum Thema. Der FC Winterthur spielte in dieser Saison in der Challenge League. Im Schweizer Cup schied er in der zweiten Runde gegen den viertklassigen 1.-Liga-Verein SR Delémont aus, und die Meisterschaft schloss er auf dem 9. Platz ab. Trotz des schlechten Saisonverlaufs, in dem der FCW in der Hinrunde mehrfach die rote Laterne übernahm, war er bereits zu Beginn der Rückrunde dank dem freiwilligen Abstieg des FC Wohlen nicht mehr in ernsthafter Abstiegsgefahr. Weiter war es die erste Saison nach der zu Ende gegangenen Finanzgarantie des ehemaligen Präsidenten Hannes W. Keller, wodurch der Verein zusätzlich gefordert war durch die Suche nach neuen Geldgebern und einem neuen Präsidenten – wobei auch bis zum Ende der Saison kein neuer Präsident gefunden werden konnte.
Saisonverlauf Vorbereitung Nach einer durchwachsenen Saison analysierte Trainer Romano, dass er dem Team nun seinen Stempel aufdrücken und «Charakterköpfe» ins Team holen muss. Gesucht wurden nach Aussage des Trainers ein neuer Abwehrchef, ein «Aggressivleader», jemand für die rechte Flanke, ein Achter fürs Mittelfeld und jemand in der Offensive. Als Kandidat für das Amt des Abwehrchefs wurde Jordi López verpflichtet, und für die rechte Flanke sollte der vom FC Zürich ausgeliehene Nicolas Stettler ein Gewinn sein. Weitere Zuzüge vor Saisonstart waren der Verteidiger Denis Markaj und die Mittelfeldspieler Robin Huser (aus Basel) und Kwadwo Duah, Letzterer geliehen von YB. Der ebenfalls als Verstärkung im Mittelfeld verpflichtete Ming-Yang Yang verliess den FCW jedoch kurz vor Ende des Transferfensters Richtung Grossbritannien, wo er bei der U23-Mannschaft der Wolverhampton Wanderers zum Einsatz kam. Hingegen konnte ein Abgang des letztjährigen Topscorers Silvio verhindert werden, der mit einem Wechsel zum Rivalen FC Wil geliebäugelt hatte. Als neuer Captain wurde Luca Radice bestimmt.
In den Vorbereitungsspielen schlug sich der FC Winterthur soweit gut, es gab Siege gegen niederklassigere Mannschaften aus Bülach, Muri und St. Gallen (SC Brühl) und Niederlagen gegen Aarau und Thun. Die Hauptprobe gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg konnten die Winterthurer jedoch mit 2:1 gewinnen.
Hinrunde Bereits zu Beginn der Hinrunde war klar, dass sich der FCW einen Spitzenplatz nicht zum Ziel setzen konnte, viel eher sollte das Team laut Landboten das einzige auf einem gesicherten Mittelfeldplatz sein. Ausserdem wurde auch von Trainer Romano die Hoffnung und das Ziel ausgesprochen, ein Überraschungsteam zu sein – die Saison 2017/18 sollte nicht gleich wie die ein Jahr zuvor werden.
Der Saisonstart kündete jedoch bereits die Stossrichtung für die restliche Hinrunde an, der FCW startete mit zwei Niederlagen gegen Wohlen und Rapperswil-Jona, wobei der Auftritt gegen den Aufsteiger Rapperswil-Jona vom Landboten gar als «beängstigend» beschrieben wurde. Diese Angst erwies sich auch in der Folge nicht gerade als unberechtigt, so konnte Winterthur auch gegen Aarau und Vaduz nur einen Punkt holen und musste gegen Servette eine nächste Niederlage einstecken. Erst auswärts gegen Wil konnte der FC Winterthur mit einem 0:2 seinen ersten Erfolg erzielen. Doch auch dieser Sieg bedeutete keineswegs eine Kehrtwende, und Mitte September folgte in der 2. Runde das Cup-Out gegen die zwei Klassen schlechtere SR Delémont. Nach einer erneuten Niederlage zu Beginn der zweiten Rückrundenhälfte gegen den FC Wohlen Anfang Oktober übernahm Winterthur abermals die rote Laterne und musste so, gemessen an den ersten zehn Saisonspielen, den schlechtesten Saisonstart seit 1986 in seine Geschichtsbücher schreiben. Auch danach wurde die Rückrunde nicht besser und glich dem ersten Teil der Hinrunde: Wiederum resultierte eine Niederlage gegen Rapperswil-Jona, wobei Winterthur in der Partie ganze drei rote Karten kassierte. Nach weiteren zwei Unentschieden und einer Niederlage konnte beim Heimspiel gegen den Tabellenletzten Wil mit einem 2:0-Sieg immerhin ein Abrutschen auf den letzten Platz verhindert werden. In den restlichen drei Spielen schmolz der dabei erspielte Dreipunktevorsprung auf das Tabellenende bis auf einen Zähler zusammen, der FCW beendete die Vorrunde mit nur 12 Punkten auf dem 9. Platz und schnitt damit noch schlechter ab als in der Vorrunde der vorherigen Saison.
Entsprechend dem Hinrundenverlauf bilanzierte der Landbote denn auch ein «Fazit des Grauens». Die Neuzuzüger hatten nicht die gewünschten Impulse gebracht, und auch die Einzelspielerwertung der Zeitung widerspiegelte die schlechte Gesamtleistung der Mannschaft, alle Spieler erhielten vom Landboten eine «Schulnote» von einer 3–4 oder «knappen 4» – der Neuzuzug Kwadwo Duah sogar nur eine 3. Die Vereinsführung zog mit einer Woche Verspätung ihre Konsequenzen aus der schlechten Hinrunde und stellte Trainer Umberto Romano nach einem Jahr frei.
Weiteres Thema im Herbst waren auch die Führungs- und Finanzprobleme, denn seit dem Rücktritt von Hannes W. Keller fand sich noch kein neuer Präsident, und mit der Saison 2016/17 endete auch die finanzielle Garantie, die dem Verein für zwei Saisons nach seinem Rücktritt noch gewährt worden war. Trotzdem konnte bis dahin noch kein neuer Hauptsponsor oder Präsident gefunden werden, die den Ansprüchen der Vereinsführung genügt hätten – potenzielle ausländische Investoren konnten dabei die Frage nach dem Grund eines solchen Investments nicht zufriedenstellend beantworten. Konkreter waren jedoch Bemühungen um einen möglichen Partnerverein, dessen Vereinskultur jener dem FCW ähneln solle. Von der Presse wurde dabei als potenzieller Kandidat der SC Freiburg gehandelt, von der Vereinsführung wurden jedoch nur Verhandlungen mit einem möglichen Partnerverein in der Nähe bestätigt, ohne jedoch den Namen zu nennen.
Rückrunde Im Januar wurde zuerst die Nachfolge Romanos bekanntgegeben. Geholt wurde mit Livio Bordoli ein Trainer, der zuletzt den sechstklassigen 2.-Liga-Verein Losone Sportiva in Losone im Tessin trainiert und den wohl zuvor niemand auf der Rechnung hatte. Der Aufstiegstrainer des FC Lugano vom Sommer 2015 zeigte sich denn auch gegenüber den Medien selbst überrascht von der Anfrage aus Winterthur, da er ja zuletzt zweieinhalb Jahre «weg vom Fenster» gewesen sei. Gleichzeitig mit der Verpflichtung des neuen Trainers kam mit Mittelfeldspieler Ousmane Dombia, dem jüngeren Bruder von Seydou Doumbia, die erste Neuverpflichtung auf die Schützenwiese. Weiter wurde als dritter Torhüter Bojan Milosavljevic von der Zürcher U21 geholt. Als dritter Neuzuzug wurde vom FC Sion der Mittelfeldspieler Nikola Milosavljevic ausgeliehen. In der Winterpause verliess im Gegenzug Genc Krasniqi den FCW und wechselte leihweise zum FC Kosova. Während der verlängerten Transferfrist im März verliessen den FCW auf Leihbasis bis Saisonende zusätzlich die U21-Spieler Tobias Schättin (zum FC Zürich; inkl. Kaufoption) sowie Robin Huser (zum FC Thun). Viel Geld in die Winterthurer Kassen spülte auch der Transfer Manuel Akanjis vom FC Basel zu Borussia Dortmund, denn am wohl 20 bis 25 Millionen schweren Transfer verdiente der FCW dank einer über die übliche Ausbildungsprovision von 3,25 % hinausgehende Weiterverkaufsklausel weitere 3 % am Transfer und erhielt somit je nach Medienberichten zwischen 1,2 bis 1,6 Millionen Franken – Geld, das der Verein, der sein Budget in dieser Saison nach Ausstieg des Hauptsponsors Keller um 500'000 Franken auf 3,9 Millionen Franken reduzieren musste, gut gebrauchen konnte.
Aufgrund des Anfang Januar bekanntgegebenen freiwilligen Abstiegs des FC Wohlen durch Lizenzverzicht stand bereits bei der Verpflichtung Bordolis als Trainer fest, dass der FC Winterthur die Rückrunde höchstwahrscheinlich als lange Vorbereitung auf die neue Saison bestreiten würde. Der angekündigte Abstieg Wohlens wurde dann Anfang März durch das Nichteinreichen der Lizenz durch die Swiss Football League definitiv bestätigt.
mini|Erfolgreicher als die Männer: die FCW-Frauen nach Gewinn des Axpo-Cups Trotz der sicheren Ausgangslage war für den Landboten nach der schwächsten Vorrunde des Jahrzehnts eine klare Korrektur gefordert. In die ersten fünf Spiele startete Winterthur mit zwei Siegen gegen Wohlen und Vaduz sowie einem Unentschieden gegen Tabellenführer Neuchâtel Xamax, wobei er beim 4:4 auf der heimischen Schützenwiese einen zuvor bestehenden 1:4-Vorsprung verspielte. So äusserte sich auch Trainer Bordoli nach fünf Spielen, dass er einerseits eine gute Einstellung und Kameradschaft in der Mannschaft sehe, aber die Mannschaft zu brav spiele, um zu gewinnen. Auch nach der ersten Hälfte der Rückrunde war die Bilanz mit neun Punkten aus acht Spielen zwar besser als in der Vorrunde, aber immer noch nicht überzeugend. Jedoch äusserte sich Sportchef Kaiser zu diesem Zeitpunkt zufrieden über die Arbeit Bordolis hinsichtlich einer weiteren Zusammenarbeit. Die Frage nach der Zusammenarbeit erledigte sich jedoch noch im April, als bekannt wurde, dass Bordoli neuer technischer Leiter des Tessiner Fussballverbands werde. Da auch der Rest der Vorrunde nicht gerade glänzend verlief, schaffte es die Mannschaft nicht mehr, vom neunten Platz wegzukommen, auch wenn sie in der Rückrunde acht Punkte mehr als in der Hinrunde erspielte. Als Ursache für die schwache Saison bilanzierten die Medien zum Saisonende unter anderem zu wenig Führungspersönlichkeiten und einen schwachen Mannschaftszusammenhalt. Die schwache Saison äusserte sich auch in der Notenbilanz des Landboten, in der lediglich Gabriel Isik, Silvio, Luca Radice und Neuzuzug Ousmane Doumbia mit einer 4 eine genügende Note erhielten. Weiter ungeklärt war zum Ende der Saison die Frage des zukünftigen Präsidenten sowie eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Partnerverein, der bereits in der Hinrunde ein Thema gewesen war – einzig ein neuer Trainer war mit Ralf Loose bereits gefunden. Besser lief es dem vor zwei Jahren gegründeten FCW-Frauenteam, das in dieser Saison in die 1. Liga (dritthöchste Liga der Schweiz) aufstieg sowie den Zürcher Regionalcup, genannt AXPO-Cup, gewann.
Kader Kader, basierend auf Angaben der Website der Swiss Football League (SFL), abgerufen am 28. März 2018.
Nummer Spieler Geburtstag Nationalität Im Team seit Letzter Verein Tor 18 Yannick Bünzli 31. Dezember 1994 2014 eigene Jugend 26 Matthias Minder 3. Februar 1993 2011 eigene Jugend 36 Joël Zimmerli 5. Februar 1997 2016 eigene Jugend 36 Bojan Milosavljevic 31. Juli 1998 2018 FC Zürich U21 Abwehr 4 Jordi López 27. März 1993 2017 CF Gavà 5 Guillaume Katz 14. Februar 1989 2015 FC Lausanne-Sport 13 Denis Markaj 20. Februar 1991 2017 FC Aarau 17 Leandro Di Gregorio 8. März 1992 2016 FC Zürich 19 Kofi Schulz 21. Juli 1989 2017 FC St. Gallen 25 Julian Roth 14. März 1998 2016 eigene Jugend 27 Tobias Schättin 5. Juni 1997 2014 eigene Jugend 28 Nicolas Stettler 28. April 1996 2017 FC Zürich 29 Gabriel Isik 6. Juni 1999 2017 eigene Jugend Mittelfeld 6 Ousmane Doumbia 21. Mai 1992 2018 Yverdon Sports 8 Krešo Ljubičić 26. September 1988 2016 FC Biel 10 Gianluca Frontino 29. November 1989 2017 FC Schaffhausen 14 Dario Ulrich 12. März 1998 2017 FC Luzern U21 16 Luca Radice 9. April 1987 2016 FC Aarau 20 Kwadwo Duah 24. Februar 1997 2017 Neuchâtel Xamax FCS 21 Tiziano Lanza 3. Mai 1995 2014 eigene Jugend 22 Karim Gazzetta 1. April 1995 2016 Servette Genf 23 Robin Huser 24. Januar 1998 2017 FC Basel U21 24 Vejiko Simic 17. Februar 1995 2017 FC Chiasso 24 Nikola Milosavljevic 24. April 1996 2018 FC Sion 27 Ambre Nsumbu 29. November 1997 2018 FC Basel U21 30 Rijad Saliji 5. April 1999 2017 eigene Jugend Angriff 7 Luka Sliskovic 4. April 1995 2016 FC Biel 9 Manuel Sutter 8. März 1991 2016 FC Vaduz 11 Silvio 1. Februar 1985 2016 Wolfsberger AC 26 Genc Krasniqi 12. Februar 1994 2017 FC Rapperswil-Jona
Transfers Transfers, basierend unter anderem auf Angaben der Website der Swiss Football League (SFL), abgerufen am 28. März 2018