Alt-Temmen (bis ca. 1775 Temmen, in der Literatur auch oft Alt Temmen) ist ein bewohnter Gemeindeteil der Gemeinde Temmen-Ringenwalde im Landkreis Uckermark in Brandenburg. Die neuzeitliche Siedlung war ein Gutsbezirk, der 1928 zusammen mit Neu-Temmen zur Gemeinde Temmen vereinigt wurde, die sich zum 1. Januar 2002 mit Ringenwalde zur Gemeinde Temmen-Ringenwalde zusammenschloss.
Lage Alt-Temmen liegt am Oberlauf der Ucker, knapp drei Kilometer Fließweg von deren Quelle entfernt, im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. etwa 17 km östlich von Templin und gut 18 19 Kilometer westnordwestlich von Angermünde. Umliegende Siedlungen sind die zur Gemeinde Gerswalde gehörenden Gemeindeteile Böckenberg im Norden und Klein Fredenwalde und Willmine im Nordosten, dem zur Gemeinde Flieth-Stegelitz gehörenden Gemeindeteil Hessenhagen im Osten, dem zur Gemeinde Temmen-Ringenwalde gehörenden Gemeindeteil Neu-Temmen im Südosten sowie die zur Gemeinde Milmersdorf gehörenden Gemeindeteile Hohenwalde im Süden, Götschendorf im Westen und Groß Kölpin im Nordwesten.
Der Ort ist von mehreren Seen umgeben, unter anderem vom Mühlensee, Düstersee, Großen Krinertsee, Klaren See und Schmalen Temmensee, und liegt am südlichen Rand des Naturschutzgebietes Arnimswalde. Er liegt auf etwa .
Durch Alt-Temmen verläuft die Landesstraße 241 von Templin nach Flieth-Stegelitz. Eine kleine Straße zweigt hier nach Süden nach Neu-Temmen ab.
Geschichte Im Jahr 1375 wird der Ort als „Tempne“ erstmals im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt.
zwei Absätze später folgt noch
Nach dieser Beschreibung umfasste die Feldmark 20 Hufen, die alle von den Knappen Werner und Friedrich von Stegelitz bewirtschaftet wurden. Jede Hufe gab sieben Schillinge an Pacht, an wen, ist allerdings nicht ausdrücklich gesagt. Weiter waren 12 Kossäten im Dorf ansässig, von denen jeder sechs Schillinge, sechs Pfennige und ein Huhn abliefern musste. Auch hier ist nicht gesagt an wen, jedoch vermutlich an die Besitzer der 20 Hufen Werner und Friedrich von Stegelitz. Der Krug gab sechs Schillinge und 15 Hühner. Im benachbarten See (sehr wahrscheinlich der Düstersee) waren 50 Garnzüge erlaubt, die ebenfalls Werner und Friedrich von Stegelitz zustanden. In der Nähe lag eine wüste Mühle, die jährlich drei Wispel Getreide abgeben musste. Nahe der ersten Mühle lag noch eine zweite Mühle, ebenfalls außer Betrieb, die sogar vier Wispel Getreide jährlich gab, als die Mühle noch in Betrieb war.
Temmen war also schon 1375 ein reines Gutsdorf. Dem Werner und Friedrich von Stegelitz gehörte auch (Groß-)Fredenwalde. Anscheinend gerieten die Knappen von Stegelitz bald darauf in Geldnot, denn 1385 mussten sie dem Kaland in Prenzlau einen Hof mit vier Hufen in Bertikow für 40 Mark Silber verpfänden. 1416 wird Temmen ausdrücklich als Pertinenz (Zubehör) zu Fredenwalde genannt; Besitzer von Fredenwalde war damals Liborius von Stegelitz. Im Laufe des 15. Jahrhunderts fiel Temmen wüst. 1473 und 1498 ist nur noch das Feld Temmen genannt.
1442 hatten die von Stegelitz halb Fredenwalde an die von Klüssow verkauft bzw. verkaufen müssen. 1473 musste Henning von Stegelitz auch die andere Hälfte von Fredenwalde und halb Temmen an Wilke und Hans von Greiffenberg veräußern.
Bis 1498 war von Fredenwalde und Temmen an die von Arnim gekommen, die in diesem Jahr einen Gesamtlehenbrief erhielten. Erster Besitzer von Fredenwalde aus der Familie von Arnim war Bernd II. von Arnim, der mit Catharina von Bredow aus dem Hause Rheinsberg oder Kremmen verheiratet war. Der Sohn Franz III. (* 1526, † zw. 1562 und 1570) dieses Paares war Erbherr auf Götschendorf, Gollmitz und Temmen. Er war in erster Ehe mit Anna von Kerberg und in zweiter Ehe mit Magdalena von der Gröben verheiratet. Möglicherweise wurde erst um/nach 1570 ein Vorwerk aufgebaut, denn 1570 wird letztmals in einem Gesamtlehenbrief das Feld Temmen genannt. Allerdings wiederholen derartige Gesamtlehenbriefe oft ältere, schon nicht mehr zutreffende Verhältnisse. Von einer Wiederbesiedlung der Feldmark Temmen ist trotzdem in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts auszugehen. Die Stammtafeln der Familie von Arnim nennen den zwischen 1562 und 1570 verstorbenen Franz III. von Arnim Erbherrn auf Götschendorf, Temmen und Gollmitz. Dieses neu aufgebaute Gut wurde zunächst wie die Vorgängersiedlung nur Temmen genannt. Erst mit dem Aufbau von Neu-Temmen bürgerte sich zur besseren Unterscheidung der Ortsname Alt-Temmen ein. (Alt-)Temmen war 1608 reines Gutsdorf. Außerdem der Gutsbesitzerfamilie wohnten hier nur noch drei Kossätenfamilien. In der Feldmark von (Alt-)Temmen ist wohl auch die Feldmark des im 14./15. Jahrhundert wüst gefallenen Dorfes Krinickow aufgegangen.
mini|Alt-Temmen und Neu-Temmen auf dem Urmesstischblatt 2948 Friedrichswalde von 1826
Das neu aufgebaute Gut (Alt-)Temmen erbten die beiden Söhne Franz IV. (* um 1560 bis † vor 1609) und Georg V. von Arnim (um 1560 bis 1617) gemeinsam. Franz starb vor 1609 ohne Leibeserben und (Alt-)Temmen kam nun auf Georg allein, der das ältere Haus Temmen der von Arnim begründete. Georg hatte 1614 Elisabetha Magdalena von Arnim adH Zichow geheiratet; das Paar hatte den Sohn Claus IX. (1615–1687) und die Tochter Sabina Elisabeth, die mit Claus von Berg auf Cremzow verheiratet war. Georg V. ist schon 1617 gestorben. 1619 beschwerten sich die Witwe Elisabeth Magdalena und ihr Schwager Joachim, der Bruder ihres verstorbenen Mannes, über Moritz und Magnus von Arnim auf Fredenwalde, die sich an ihrem Krüger in Fredenwalde vergriffen hatten. Das Gut (Alt-)Temmen wurde von Lüder Lürssen verwaltet, der 1624 Saatgerste, Roggen und Malz kaufen und dafür bürgen musste. Er bekam 326 Taler dafür verschrieben. Claus von Arnim ging zunächst in kursächsische Kriegsdienste. 1646 verglich er sich mit Antonius von Arnim auf Götschendorf. Er trat ihm seine durch den Tod der Brüder und Vettern von Arnim auf Fredenwalde zugefallenen Rechte ab. Dafür verzichtete Antonius auf seine noch bestehenden Rechte an (Alt-)Temmen. Claus von Arnim konnte auch das Gut (Alt-)Temmen von aus der Verwaltung seiner Gläubiger zurück kaufen. Claus heiratete 1647 in Wittenberg Barbara Elisabeth von Leutzsch, die Tochter des zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen Ritterrats und Pfänners Heinrich von Leutzsch zu Groß Salze (Ortsteil von Bad Salzelmen, Sachsen-Anhalt). Die Braut brachte 2.000 Taler Ehegeld mit in die Ehe. Dafür verschrieb ihr der Ehemann ein Leibgedinge von zusammen 3.000 Taler und weitere Vergünstigungen. 1652 erbte sie außerdem von ihrem Pflegevater Hans Christoph von Ebeleben 2.000 Taler.
1648 beschlossen Vettern von Arnim, Claus auf Temmen, Antonius auf Götschendorf und Curt auf Fredenwalde die Jagd in ihrer 5.000 Morgen großen Heide gemeinsam auszuüben. Doch 10 Jahre später war es mit dem Einvernehmen der drei Vettern vorbei. 1658 wollte Claus von Arnim den Erbkrug in Fredenwalde an den Templiner Bürger Ignatius Weger verkaufen. Die Vettern Antonius und Curt von Arnim erhoben dagegen Widerspruch und es kam zu einem Prozess vor dem Kammergericht, der sich bis 1664 hinzog. In Milmersdorf ließ er als Kirchenpatron ein neues Kirchenbuch anlegen und schenkte der dortigen Kirche 100 Taler. 1662 kaufte Claus von Arnim das in Konkurs gegangene Gut seines verstorbenen Schwagers Claus von Berg in Cremzow für 4.600 Taler. 1664 erhielt er den kurfürstlichen Konsens für diesen Kauf. Er besaß außerdem einen Bauernhof in Göritz, den er 1667 für 12 Jahre auf Wiederkauf an Sebastian Georg von Wedel veräußerte. Er war außerdem Besitzer des halben wüsten Dorfes Milmersdorf. Aus der Ehe des Claus von Arnim und der Barbara Elisabeth gingen vier Söhne und sechs Töchter hervor. 1681 überließ er seinem Sohn, dem Hauptmann zu Fuß Hans Christoph von Arnim das Gut Temmen für 4.000 Taler auf 12 Jahre. Der älteste Sohn Jürgen/Georg Heinrich war Leutnant in spanischen Diensten und starb noch vor seinem Vater ohne Leibeserben. Als Claus von Arnim am 7. Mai 1687 gestorben war, muteten seine drei überlebenden Söhne, der brandenburgische Hauptmann Hans Christoph, der Sergeant Bernhard Christian und der Korporal Carl Friedrich gemeinsam die Lehen ihres Vaters. Letztendlich wurde der Hauptmann Hans Christoph alleiniger Erbe des Rittergutes Temmen. Sein Bruder Bernhard Christian war unverheiratet als Fähnrich 1689 bei der Belagerung von Bonn gefallen. Der andere Bruder Carl Friedrich hatte es in der Armee noch bis zum Leutnant gebracht und starb im Januar 1699 ebenfalls unverheiratet.
Hans Christoph von Arnim hatte 1681 Beata Pia von der Lütcke, Tochter des Marcus von der Lütcke und der Florentina von Houwald geheiratet. 1684 verkaufte Hans Christoph von Arnim mit Einwilligung seiner Frau seinen Anteil an Milmersdorf mit dem Kirchlehen, dem Straßengericht und anderen Zubehör an seinen Schwager Bernd Gottfried von Arnim auf Milmersdorf um 500 Taler. 1688 nahm Hans Christoph und seine Frau ein Darlehen in Höhe von 1.000 Talern beim dänischen Kriegshauptmann Hans Friedrich von Falcke auf und mussten ihm dafür das Gut Temmen verpfänden. 1689 ist bereits eine Ziegelscheune genannt, außerdem noch eine wüste Ziegelscheune. Die Wassermühl war wüst, dafür gab es aber einen Teerofen. Hans Christoph nahm an den Türkenkriegen in Ungarn teil, auf denen ihn auch seine Frau begleitete. So wurde der jüngste Sohn Johann Maximilian Ludwig 1691 in Ofen (heute Budapest) geboren. Doch seine Geldsorgen nahmen weiter zu. 1689 musste er Temmen an den Notar Johann Adam Wennige auf Wiederkauf veräußern. 1692 starb Hans Christoph von Arnim während des Baus der Festung in Peterwardein (heute Petrovaradin, Serbien). Im November 1692 mutete der Vormund der drei unmündigen Söhne des Hans Christoph, Barthold Friedrich von Ramin für seine Mündel Carl Christoph, Friedrich Wilhelm und Johann Maximilian Ludwig die Lehen des verstorbenen Hans Christoph. Notar Johann Adam Wennige trat das Gut Temmen 1694 für 3.600 Taler an die Witwe Barbara Pia von Arnim geb. von Lütke ab, die Ansprüche aus dem Gut geltend gemacht hatte. 1698 veräußerte sie Gut Temmen aber für 6.500 Taler wiederkäuflich auf 20 Jahre an Johann Stephan von Barfuß. Er war mit Eleonora Sybilla von Kupffer verheiratet. 1698 verstarb Friedrich Wilhelm von Arnim und sein Vormund Barthold Friedrich von Ramin mutete nun die Lehen für die zwei überlebenden Söhne des Hans Christoph. Und 1699 mutete er erneut im Namen seiner Mündel die Lehen, als der kurbrandenburgische Leutnant und der Onkel der zwei Mündel Carl Friedrich von Arnim gestorben war. 1704 verkaufte Barthold Friedrich von Ramin als Vormund der unmündigen Söhne des Hans Christoph das halbe wüste Bauerndorf Milmersdorf für 1.600 Taler an Berndt Gottfried von Arnim auf Götschendorf. Am 30. September 1709 konnte Berndt Gottfried von Arnim von Götschendorf das 1698 auf Wiederkauf veräußerte Gut Temmen von Johann Stephan von Barfuß gegen Zahlung von 7.500 Talern wieder einlösen. Noch vor 1709 hatte Johann Stefan von Barfuß am Neuen Gutshaus zahlreiche Änderungen vornehmen lassen. 1712 kaufte er den Söhnen des Hans Christoph, Carl Christoph und Johann Maximilian Ludwig von Arnim, die beide in schwedische Kriegsdienste getreten waren und unverheiratet blieben, für 400 Taler ihr Lehensrecht ab. Damit war Temmen auf die Götschendorfer Linie der von Arnims übergegangen.