Die Nordischen Skiweltmeisterschaften des Jahres 1940 sollten in Norwegen stattfinden. Aufgrund der Kriegsereignisse wurde die Veranstaltung jedoch abgesagt und wurden schließlich mit einem Jahr Verspätung vom 1. bis 10. Februar 1941 gemeinsam mit den Alpinen Skiweltmeisterschaften durchgeführt.

Weltmeisterschaften im Zeichen eines Weltkriegs Aus zeitgenössischen Berichten geht hervor, dass die kriegsbedingte Absage der zunächst für 1940 in Norwegen vorgesehenen Veranstaltung umstritten war. Gegner der Absage brachten vor, dass z. B. die norwegischen Meisterschaften im selben Jahr problemlos hatten durchgeführt werden können."Als Athleten im Schützengraben". In: Wiener Zeitung vom 1. Februar 2013, auf wienerzeitung.at, abgerufen am 12. Oktober 2023

Im italienischen Wintersportort Cortina d’Ampezzo wurden im Jahr darauf diese Nordischen Skiweltmeisterschaften für die Zeit vom 1. bis 10. Februar gemeinsam mit den Alpinen Skiweltmeisterschaften organisiert. Später erklärte die FIS bei ihrem Kongress in Pau 1946 nachträglich beide Weltmeisterschaften für ungültig, unter anderem da eine Vielzahl von Nationen aufgrund des Zweiten Weltkrieges nicht daran teilnahmen. Es wurden Medaillen vergeben, die jedoch nach dem Beschluss der FIS von 1946 ihren offiziellen Status verloren und nicht mehr gezählt werden.16th International Ski Congress: 27th to 31st August 1946 – Pau (FRA), fisc-web-prod.corebine.com (englisch), abgerufen am 12. Oktober 2023

Trotz des fast gänzlichen Fehlens der Sportler aus Norwegen übten die Skandinavier wieder eine hohe Dominanz aus. Nur in der Nordischen Kombination und in der Langlaufstaffel konnten andere Nationen außer den Finnen und Schweden Medaillen gewinnen.

Medaillenspiegel Da diese Weltmeisterschaften nur inoffiziellen Charakter haben, geht die Medaillenwertung nicht in die Gesamtwertung der Medaillenzählung für Weltmeisterschaften mit ein. In der folgenden Übersicht ist außerdem der sowieso nur inoffizielle Militärpatrouillenlauf nicht miteinbezogen. + Nationen Platz Nation 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 3 3 1 7 2 1 2 2 5 3 1 0 1 2 4 0 0 1 1

+ Sportler Platz Sportler 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 2 1 0 3 2 1 2 0 3 3 1 0 1 2 4 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 8 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 14 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1

Resultate Skilanglauf Männer Detaillierte Ergebnisse Skilanglauf 18 km mini|hochkant=1.1| Platz Sportler Land Zeit 1 Alfred Dahlqvist 1:05:25 h 2 Juho Kurikkala 1:07:35,2 h 3 Lauri Silvennoinen 1:08:13 h 4 Aristide Compagnoni 1:08:15 h 5 Valter Forssell 1:08:23 h 6 Carl Pahlin 1:08:28 h 7 Donald Johansson 1:08:38 h 8 Martin Matsbo 1:08:58,4 h 9 Gustav Berauer 1:09:08 h 10 Martti Lauronen 1:09:14,2 h Datum: Mittwoch, 5. Februar 1941

Für den 18-km-Lauf, der wie damals üblich gemeinsam mit den Teilnehmern an der Nordischen Kombination durchgeführt wurde, standen 96 Läufer auf der Startliste, darunter waren auch elf aus der Schweiz, wobei Adolf Freiburghaus verzichtet hatte, weil er sich für den 50-km-Lauf schonen wollte.«Der Langlauf am Mittwoch!»; «Sport Zürich» Nr. 15 vom 5. Februar 1941, Seite 2; Spalte 4, unten Es hatte in der Nacht auf den 5. Februar stark geschneit, gegen Morgen war es kalt geworden. Eine Kompagnie von Alpini hatte eine meterbreite ganz famose Spur und auch daneben eine vorbildliche Stockspur gelegt, so dass die Bedingungen bei Sonnenschein vorbildlich waren. Die Piste führte rechts taleinwärts, mit einer drei km langen Steigung beginnend, und kam dann auf die linke Talseite hinüber zum Kulminationspunkt, über die Faloria, weiter dann hinunter und über den Bach, wonach es scharf bei 100 m aufwärts ging. Insgesamt waren 600 m Steigung zu überwinden. Start und Ziel befanden sich im Eisstadion. Insgesamt gingen 84 Läufer an den Start, von denen einer aufgab. Wenngleich in den ersten Zehn je vier Schweden und Finnen erschienen, wurde von einer „neuen Epoche in der FIS-Geschichte“ gesprochen, denn die Mitteleuropäer hatten mit respektablem Erfolg in den Kampf eingreifen können und ab Rang drei waren bereits acht Läufer im Abstand von einer Minute klassiert, aber die gesamte Rangliste wies dasselbe Bild mit bloß Sekundenabständen auf. Der Klassenunterschied war geringer geworden. Sieger Alfred Dahlqvist (nach seiner Heimatstadt Hasjö auch„Hasjö-Dahlqvist“ genannt) nahm eine Sonderstellung ein. Es gab neben dem „Norsker-Duell“ Schweden contra Finnland auch ein mitteleuropäisches, wobei zunächst Deutschland mit Gustl Berauer (am Ende Gesamtrang neun und Platz eins in der Nordischen Kombination) vorne lag, ehe mit Nr. 92 Aristide Compagnoni auf den vierten Gesamtrang vorstieß. Italien holte mit seinen sechs Besten 102 Rangpunkte und lag vor Deutschland (145 Rangpunkte). Bei den Schweizern war Adi Gamma mit seinem 31. Rang (und dritten Rang in der Kombination) der Beste.«Heja Sverige!»; «Sport Zürich» Nr. 16 vom 7. Februar 1941, Seiten 1 und 2

Dauerlauf 50 km mini|hochkant=1.2| Platz Sportler Land Zeit 1 Juho Kurikkala 3:36:35 h 2 Alfred Dahlqvist 3:41:44 h 3 Elis Wiklund 3:42:44 h 4 Lars Back 3:47:27 h 5 Adolf Freiburghaus 3:48:37 h 6 Martti Lauronen 3:49:10 h 7 Kalle Jalkanen 3:51:33 h 8 Hans Kasebacher 3:53:00 h 9 Hjalmar Lauri 4:01:12 h 10 Silvio Confortola 4:01:54 h Datum: Samstag, 8. Februar 1941

Teilnehmer: 47 genannt; 32 gestartet; 18 gewertet

Der zweitplatzierte Schwede Mauritz Brännström war bei einem Kontrollpunkt nicht erschienen und wurde deshalb am 9. Februar nachträglich aus der Wertung genommen.Sportberichte der "Dolomiten". Ausklang der Ski-Weltmeisterschaften in Cortina. In: Dolomiten vom 10. Februar 1941, S. 6, abgerufen am 12. Oktober 2023 Später wurde er jedoch wieder in das Klassement aufgenommen, da Gustav Berauer und Vinzenz (vormals Vincenzo) Demetz bestätigten, dass er den Kontrollposten passiert hatte.

Laut Meldung von «Sport Zürich» hatten 45 genannt, waren 31 Läufer gestartet und zehn hatten aufgegeben (davon zwei Schweden, fünf Finnen sowie je ein Italiener und Deutscher) – und als Letzter war der Slowake Zubor ins Ziel gekommen. Von Demetz wurde berichtet, dass er nach Skibruch auf Ersatzskiern weitergelaufen sei und nochmals einen Bruch erlitten habe.

Für die Schweiz war nicht nur der fünfte Rang von Adolf Freiburghaus einer der größten Erfolge, sondern auch, dass es gelungen war, alle vier Starter in die Wertung zu bringen, während andere Nationen Aufgaben hinnehmen mussten. Ebenfalls ein fünfter Rang war 1935 in Vysoké Tatry durch Kilian Ogi gelungen – auch damals im 50-km-Wettbewerb. Außerdem hatte damals der Zürcher H. Müller Platz elf belegt. Adi Gamma startete statt des vorgesehenen Victor Borghi.

Größter Gegner der Athleten waren die warmen Temperaturen und der Scirocco: beim Start hatte es bereits 2° Celsius über Null und später sogar 6° Celsius. Die Konkurrenten waren verzweifelt, sie mussten unterwegs mehrmals neu wachsen, Freiburghaus tat es dreimal, der spätere Sieger Juho Kurikkala viermal. Zwischen Kilometer 23 und 30 und auch im Schlussstück hatten die Läufer gegen den stürmisch anbrausenden Wind anzukämpfen. Der Finne Eino Olkinuora, nach fünfzehn Kilometern der Schnellste (1:51 min vor dem dort Zweiten Kurikkala), gab das Rennen nach 25 km auf. Der zweite Deutsche Hans Kasebacher hatte die Start-Nr. 1 und daher keine Orientierung. Er kam als Erster ins Ziel, ab Kilometer 25 fiel er von Zwischenrang sieben auf Endrang neun zurück.

Brännström, sechs Minuten vor Kurikkala gestartet, lief zur Hälfte des Rennens gleichzeitig mit diesem durch das Stadion und kam zu Rennschluss lange vor dem Finnen ins Ziel, was darauf schließen ließ, dass er den zweiten Teil sehr schnell gelaufen war (vier Minuten schneller als Kurikkala). Sogar sein Sieg schien möglich zu sein. Nach 25 km lag der Schwede auf Rang sechs in 1:49:27 min – Kurikkala als Erster wies 1:43:25 min auf und führte nach 40 km in 2:51:13 min vor Brännström (2:55:00 min).«Kurikkula holft für Suomi den 50 km-Sieg»; «Sport Zürich» Nr. 17 vom 10. Februar 1941, Seiten 3 und 4

4 × 10-km-Staffel Platz Land Sportler Zeit 1 Martti LauronenJuho KurikkalaLauri SilvennoinenEino Olkinuora 2:31:07,69 2 Carl PahlinDonald JohanssonNils ÖstenssonAlfred Dahlqvist 2:32:15,42 h 3 Aristide CompagnoniSeverino CompagnoniAlberto JammaronGiulio Gerardi 2:33:50,21 h 4 Josef GstreinHermann AzzoliniVinzenz DemetzGustav Berauer 2:38:10,82 h 5 Adolf FreiburghausVictor BorghiWalter FuxAdi Gamma 2:50:26,23 h 6 Josef ŠoltézLukáš MichalákBretislav CagašíkKarol Bruk 3:07:34,20 Datum: Montag, 3. Februar 1941

Teilnehmer: 6 Mannschaften gemeldet; 6 gestartet; 6 gewertet

Die deutsche Mannschaft setzte sich ausschließlich aus Teilnehmern vereinnahmter Gebiete (Österreich, Tschechoslowakei) und aus optierten Südtirolern, die nunmehr in Innsbruck ansässig waren und dem dortigen Skiklub angehörten, zusammen.

Die Schweizer ermittelten die Staffelzusammensetzung noch in einem Ausscheidungslauf am 31. Januar, an dem auch ihre übrigen Langläufer und auch die Teilnehmer an der Militärpatrouille mitmachten. Favorisiert wurden die Finnen und Schweden. Das Rennen wurde über zwei verschiedene Schleifen mit je zehn Kilometern geführt, die abwechselnd befahren wurden. Die erste dieser beiden Runden war die schwierigere, sie führte über die Osthänge des Tals gleich vom Stadion steil aufwärts, dann ging es flach und auf wieder coupiertem Gelände auf 1454 m Höhe. Anschließend ging es auf 1150 m, den tiefsten Punkt mit einem nachfolgend noch einen längeren Anstieg. Die andere Schleife war westlich von Cortina angelegt, der höchste Punkt nahe dem Gedinasee betrug 1449 m.

Vorerst bahnte sich eine Überraschung an, denn nach den ersten zehn Kilometern führte Italien mit Aristide Compagnoni in 38:58,51 min vor Finnland (39:23,66 min) und Schweden (40:38,73 min). Deutschland vor der Schweiz und der Slowakei lautete die weitere Reihenfolge. Noch nie war es in der Geschichte der «FIS-Rennen» (gemeint waren Weltmeisterschaften) vorgekommen, dass ein anderer als ein Nordländer in einer Stafette die Führung innehatte. Dies war vor allem auch deshalb bemerkenswert, weil die italienische Equipe zwei ihrer besten Läufer ( Herrmann Azzolini und Vinzenz (vormals Vincenzo) Demetz) an Deutschland hatte abgeben müssen. Doch das finnische Team war keineswegs erschrocken, bereits Jussi Kurikkala war derjenige, der den Suomi-Sieg einleitete und schneller als alle Schweden lief. Um 3,5 min langsamer war sein direkter Staffelkonkurrent Severino Compagnoni aus Italien. Die Zwischenreihung lautete nun Finnland in 1:14:40,81 h vor Italien (1:16:51:19 h), Schweden (1:17:41,76 h) – an den weiteren Plätzen hatte sich nichts geändert und sollte sich auch nichts mehr ändern.

Für den dritten Abschnitt hatte Schweden seinen neuen «Wunderläufer» (auch als «Mann der Saison» tituliert) eingesetzt, und Nils Östensson gelang es auch, auf den Italiener Alberto Jammaron aufzulaufen. Klar wurde aber auch, dass der Finne schon nach fünf Kilometern auf den Lauri Silvennoinen weitere Sekunden verloren hatte. Auf der restlichen Strecke allerdings verringerte Östensson den Rückstand wieder, insgesamt war er um ca. zwanzig Sekunden schneller als Silvennoinen. Spannend wurde der Kampf um Bronze zwischen Italien mit Jammaron und Deutschland mit Jammarons Ex-Kameraden Demetz. Zwischenklassement: 1. Finnland 1:52:58,81 h – 2. Schweden 1:55:30,24 h – 3. Italien 1:56,54,00 h.

Für Schweden war ihr Schlussläufer Alfred Dahlqvist die letzte Hoffnung, allerdings hätte dieser eine eisige Piste bevorzugt. Wenngleich sein finnischer Gegner Eino Olkinuora schon weit weg war, gab der Schwede nicht auf. Er konnte auch aufholen, doch das erschreckte den Führenden nicht, wenngleich er nur viertbeste Zeit hinter Dahlqvist, dem Italiener Giulio Gerardi und dem Deutschen Gustav Berauer erreichte.