Das Schönleitenmoos im Wierlinger Forst ist ein 1960 gegründetes Naturschutzgebiet in Bayern, zehn Kilometer südwestlich von Kempten (Allgäu). Es umfasst ein 23 ha großes Hochmoor auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Donau (932 m ü. NN) und entstand nach der letzten Eiszeit aus einem Eisrandsee, der sich durch das Abschmelzen von aus den Alpen strömenden Gletschereismassen gebildet hatte. Der See verlandete und entwickelte sich zu einem Flach- und später zu einem Hochmoor. Nordwestlich erstreckt sich das 85,77 ha große Naturschutzgebiet Breitenmoos.
Pflanzenwelt Das Schönleitenmoos zeigt einen typischen Übergang vom Fichtenwald am Außenrand über die baumförmige Spirke und die buschförmige Moorföhre (Latschenkiefer) zum Hochmoor mit wassergefüllten Schlenken im Zentrum. Die hier im Spirken-Moorwald wachsende Rostblättrige Alpenrose bildet eine der seltenen außeralpinen PopulationenDer Vorposten-Charakter des Fundorts im Allgäuer Alpenvorland wird besonders in der Verbreitungskarte deutlich: Rostblättrige Alpenrose, bayernflora.de. Das Schönleitenmoos liegt im Rasterfeld 8327/1. – Der jüngste dort verzeichnete Fund aus dem Schönleitenmoos datiert von 1994. Allgemein ist die Rostrote Alpenrose „im Alpenvorland durch Wildverbiss, Pilzbefall und Überschattung im Fichtenbestand stark gefährdet oder z. T. bereits ausgestorben“. und war ausschlaggebend für die Unterschutzstellung des Gebiets. Der Alpenrosenbestand ist zusätzlich als Naturdenkmal ausgewiesen.
Verschiedene Torfmoos-Arten (Sphagnum cymbifolium, Sph. acutifolium, Sph. medium, Sph. rubellum, Sph. cuspidatum) dominieren den größten Teil des Moors und bedingen den hohen Säuregrad. Zwischen den Torfmoos-Polstern erheben sich die Stängel des Weißen Schnabelrieds (Rhynchospora alba), der Rasenbinse (Trichophorum cespitosum) und des Scheiden-Wollgrases (Eriophorum vaginatum). Unter den zweikeimblättrigen Blütenpflanzen wurden neben der Rostblättrigen Alpenrose insbesondere folgende Arten nachgewiesen:
Moor-Wachtelweizen, (Melampyrum pratense subsp. paludosum, eine Unterart des Wiesen-Wachtelweizens) Rosmarinheide (Andromedea polifolia) Moosbeere (Vaccinium oxycoccus) Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) Heidekraut (Calluna vulgaris) Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia) Rauschbeere (Vaccinium uliginosum) Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) Geflecktes Knabenkraut (Orchis maculatus)(?) Die alte Angabe „Orchis maculatus“, nach heutiger Nomenklatur Dactylorhiza maculata, ist zu bezweifeln. Diese Art gilt als in ganz Bayern „noch immer nicht sicher nachgewiesen“. Es wird sich wohl um Dactylorhiza fuchsii handeln. Siehe auch: Kleines Zweiblatt (Listera cordata) Trollblume (Trollius europaeus) Kleiner Klappertopf (Rhinanthus minor) Frühlings-Enzian (Gentiana verna) Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea)
Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Oberallgäu
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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