mini|300px|Blick vom Ahornsberg (15 km südlich) auf den nach Süden dominanten Adlersberg (849,9 m) mit seinen 808–891 m hohen Nebengipfeln und den Großen Eisenberg (907 m); rechts, halb verdeckt, der Große Finsterberg (944 m); im Vordergrund der Ort Schwarzbach mini|300px|Der Bleßberg (865 m) vom Hildburghäuser Stadtberg aus gesehen 300px|mini|Blick vom Merbelsroder Wachberg (621 m) auf die Talsperre Ratscher bei Schleusingen mini|300px|Großer (679 m) und Kleiner (642 m) Gleichberg vom Eckartsberg bei Waffenrod/Hinterrod (760 m, Thüringer Wald) aus; ganz links der Klingeberg (677 m), ganz rechts der Priemäusel (625 m), links dahinter der Solaberg (577 m) mini|300px|Schloss Bertholdsburg in Schleusingen, erbaut ungefähr zwischen 1223 und 1232 mini|Historisches Rathaus von Hildburghausen

Der Landkreis Hildburghausen ist ein Landkreis im fränkisch geprägten Süden Thüringens. Nachbarkreise sind im Norden die kreisfreie Stadt Suhl, im Nordosten der Ilm-Kreis, im Osten (auf einem sehr schmalen Streifen) der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, im Osten und Südosten der Landkreis Sonneberg, im Südosten und Süden der bayerische Landkreis Coburg, im Süden der bayerische Landkreis Haßberge, im Südwesten der bayerische Landkreis Rhön-Grabfeld und im Westen und Nordwesten der Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Südwestthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Südwestthüringen.

Geografie Wichtigster Fluss im Landkreis ist der im Osten entspringende und im weiteren Verlauf das Kreisgebiet in Westrichtung durchfließende Weser-Quellfluss Werra, an der nicht nur drei der vier größten Städte des Landkreises liegen, sondern die auch von fast allen anderen Flüssen des Kreises gespeist wird.

Lediglich im äußersten Osten entwässern einige wenige kurze Fließgewässer über die Schwarza und die Saale in die Elbe, während die im äußersten Süden des Landkreises entspringenden Flüsse über den Main in den Rhein entwässern – wie die im Südosten am Bleßberg entspringende Itz und die im Südzipfel bei den Gleichbergen entspringende Milz (letztere über die Fränkische Saale). Auch der Itz-Nebenfluss Rodach und deren Nebenfluss Kreck quellen im Südzipfel des Landkreises.

Geologisch gliedert sich der Landkreis in vier Zonen sinkender Höhenlagen, deren Grenzlinien je etwa in Südostrichtung verlaufen.

Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge Der Nordosten des Kreisgebietes geht in Kammlagen des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges mit Höhen von 600–891 m über, wobei die Täler der in Richtung Südwesten fließenden Flüsse die höchsten Berge des Landkreises in Gebirgszüge und Massive aufteilen. Der annähernd nördlichste Punkt des Kreises ist zugleich der höchste.

Gebirgszüge und Trennflüsse Wie folgt teilen sich die Höhenlagen im Nordosten des Landkreises auf: (von Nord nach Ost, innerhalb der Gebirgszüge von Nordost nach Südwest, Hauptgipfel verlinkt):

Thüringer Wald Erle mit der Talsperre Erletor (Stadt Schleusingen) Neuhäuser Hügel (891 m) Adlersberg (849,9 m) Vesser (Stadt Schleusingen) Volkmarskopf (726 m) Hohe Buche (749 m) Audeberg (701 m) Silbacher Kuppe (627 m) Nahe (Stadt Schleusingen) Schmiedswiesenkopf (784 m) Sommerberg (712 m) Kalter Staudenkopf (768 m) Buchenkopf (ca. 710 m) Salzleckenkopf (640 m) Ziegenrücken (661 m) Schleuse mit der Talsperre Schönbrunn (Gemeinde Schleusegrund) Schmalegrundskopf (ca. 770 m) Hohenofenkopf (ca. 750 m) Thüringer Schiefergebirge Östliche Zuflüsse der Talsperre Schönbrunn (Gemeinde Schleusegrund) Schwefelkopf (774 m) Sommerberg (756 m) Neubrunn (Gemeinde Schleusegrund) Holzberg (740 m) Höheberg (780 m) Schnetter Berg (757 m) Simmersberg (781 m) Hohe Warth (718 m) Kohlberg (718 m) Biber (Gemeinde Masserberg(/Gemeinde Auengrund/Gemeinde Schleusegrund)) Ersteberg (830 m) Fehrenberg (835 m) Eselsberg (841,5 m) Zeupelsberg (760 m) Weißberg (801 m) Frohnberg (790 m) Grendel (787 m) Eckartsberg (760 m) Klingeberg (677 m) Priemäusel (625 m) Werra (Gemeinde Masserberg/Gemeinde Sachsenbrunn(/Stadt Eisfeld)) Pechleite (839 m) Bleßberg ()

Südliches Vorland des Thüringer Waldes Von den Kammlagen des Oberen Waldgebietes bis etwa zum Mittellauf der Werra im Südwesten zieht sich ein Streifen gemäßigten Berglandes durch den Landkreis, der lediglich im äußersten Nord(west)en des Landkreises, rechts der Schleuse, mit 692 m (Schneeberg) bzw. 671 m (Schleusinger Berg) respektablere Höhen erreicht. In jenem Bereich liegt auch der Kleine Thüringer Wald, der ursprünglich ein geologisch älteres kleines Gebiet bezeichnet, dessen Name aber gelegentlich auf das gesamte Vorland zwischen Schleuse und Hasel ausgeweitet wird. Der vorherrschende Buntsandstein bleibt auch links der Schleuse, im Hildburghäuser Stadtwald, dominant, dessen Höhenlagen zwischen 500 und 550 Metern liegen; an der Straße Schleusingen-Hildburghausen werden 575 m erreicht. Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie nennt den von Buntsandstein dominierten Teil des Vorlandes Südthüringer Buntsandstein-Waldland. Der höchste Vorlandberg im Segment zwischen Schleuse und Werra-Oberlauf ist indes mit 577 m der Solaberg bei Poppenwind im Osten, an dem Muschelkalk ansteht. Links der Werra wird der Muschelkalk im Schalkauer Plateau schließlich dominant; TLUG fasst das Plateau mit einem Korridor zum Solaberg und ebendem als Schalkauer Thüringer-Wald-Vorland zusammen.

Innerhalb des Thüringer-Wald-Vorlandes liegen auch die drei wichtigsten und größten Städte:

Am Unterlauf (372 m) von Nahe und Schleuse liegt, nur wenige Kilometer hinter dem Ratscher Bergsee, die Stadt Schleusingen. Von dort aus verläuft, quer durch das Buntsandsteinland, die B 4 zur Stadt Eisfeld, die, an der Nahtstelle zum Schalkauer Plateau, auf von der Werra passiert wird.

Am Südostrand dieser Zone liegt die Kreisstadt Hildburghausen hinter einem etwa 550 m hohen Gebirgskamm, auf dem sich der Stadtwald befindet. Die Werra erreicht in Hildburghausen nur noch , um bis zur ebenfalls am Südrand der Zone liegenden Stadt Themar, kurz nach dem Zufluss der Schleuse von rechts, auf unter 360 m abzusinken.

Werra-Gäuplatten Ab unterhalb Eisfelds wird die Werra linksseitig von Muschelkalk-Höhenzügen flankiert (Werra-Gäuplatten), die nur durch eine schmale Buntsandsteinsenke vom Schalkauer Plateau getrennt sind. Sie ziehen sich von den, größtenteils oberfränkischen, Langen Bergen zunächst über die Hildburghäuser Muschelkalkberge mit dem bekannten Hildburghäuser Stadtberg () zum Häselriether Berg (). Kurz oberhalb Themars schließlich durchbricht die Werra diese sich dort in Nordostrichtung verbreiternde Muschelkalkplatte, die fortan beiderseits des Flusses emporragt.Heinz Späth: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 141 Coburg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1987. → Online-Karte (PDF; 5,0 MB). Ganz im Nordwesten des Landkreises wird sie durch den Keuper des Marisfelder Grabens unterbrochen.

Die Gäuplatten, die nach TLUG die Kernlandschaft der Einheit Meininger Kalkplatten einnehmen, sind nur inselartig in Höhenlagen bewaldet.

Grabfeld und Itz-Baunach-Hügelland mini|Veste Heldburg Nach Süden hin geht die Muschelkalk-Stufe der Werra-Gäuplatten allmählich in die Keuperstufe des flachwelligen Grabfeldes über, dessen Höhenlagen zumeist unter 400 m bleiben. Eine Ausnahme bilden allerdings vulkanische Erhebungen. So überragen die 679 m und 641 m hohen, westlich von Hildburghausen gelegenen Gleichberge, über deren kleineren auch ein Abschnitt der Wasserscheide Rhein-Weser verläuft, die Landschaft weithin.

Südöstlich der Gleichberge verschmälert sich das Grabfeld in die Coburg-Rodacher Niederung, die nach Südwesten vom wieder weniger flachwelligen Itz-Baunach-Hügelland mit Keuper-, Lias- und Dogger-Gesteinen begrenzt wird. Praktisch der gesamte Heldburger Zipfel im äußersten Süden des Landkreises sowie Thüringens gehört zu dieser Landschaft. An seinem Nordrand liegt der Granitberg Straufhain (449 m), in seinem Inneren die Phonoliterhebung, auf der die Veste Heldburg (413 m) steht. Beide ragen als Singularitäten noch deutlich hervor, indes weitaus weniger deutlich als die Gleichberge. Zwei Kleinstädte sind die dominierenden Siedlungen des Heldburger Landes, nämlich Ummerstadt und Heldburg, letztere ist das Verwaltungszentrum des Heldburger Unterlandes.

Die Gliederung nach TLUG fasst das Grabfeld und den kleinen innerthüringischen Anteil des Itz-Baunach-Hügellandes unter der Bezeichnung Grabfeld bzw. Grabfelder Ackerhügelland zusammen.

Geschichte In der heutigen Gestalt existiert der Landkreis seit 1994, als der größte Teil des Landkreises Suhl mit dem Landkreis Hildburghausen vereinigt wurde. Der Landkreis Hildburghausen ist Teil des historischen Henneberger Landes.

Im Vorfeld einer geplanten zweiten Kreisgebietsreform in Thüringen hat eine Expertenkommission im Januar 2013 vorgeschlagen, den Landkreis mit dem Nachbarkreis Sonneberg, der Stadt Suhl und Teilen des Landkreises Schmalkalden-Meiningen zu einem Großkreis zu verschmelzen., aufgerufen am 5. Februar 2013. Aus Protest gegen diese Pläne brachte Landrat Thomas Müller einen Wechsel des Landkreises nach Bayern ins Gespräch.Sonneberg und Hildburghausen drohen mit Flucht nach Franken, aufgerufen am 5. Februar 2013.

In der Legislaturperiode ab 2014 wurde die Gebietsreform in Thüringen mit dem Koalitionsvertrag als zu erstrebendes Ziel festgelegt. Nachdem im Juni 2016 das Vorschaltgesetz zur Funktional- und Gebietsreform durch den Landtag beschlossen wurde, legte der Innenminister am 11. Oktober 2016 den Regierungsvorschlag zur Neugliederung der Landkreise und kreisfreien Städte vor, der die Fusion der Landkreise Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen und Sonneberg mit der kreisfreien Stadt Suhl vorsah.Vorschaltgesetz zur Funktional- und Gebietsreform auf thueringen.de, abgerufen am 16. Juni 2019.thueringen.de, aufgerufen am 11. Oktober 2016. Es folgten weitere Vorschläge zu Kreisfusionen, jedoch scheiterte die Gebietsreform im November 2017.

Bevölkerung 300x400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Hildburghausen (Datenquelle: Zensus 2011)

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1994 75.478 1995 75.168 1996 75.085 1997 74.990 1998 74.720 1999 74.167 2000 73.839 2001 73.246 Jahr Einwohner 2002 72.769 2003 72.000 2004 71.521 2005 71.022 2006 70.210 2007 69.425 2008 68.596 2009 67.816 Jahr Einwohner 2010 67.007 2011 66.307 2012 65.540 2013 65.032 2014 64.673 2015 64.524 2016 64.330 2017 63.923 Jahr Einwohner 2018 63.553 2019 63.197 2020 62.656 2021 62.089 2022 61.271 2023 60.691 2024 59.987 Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Dialekte im Kreisgebiet Im Landkreis werden drei mainfränkische Dialekte gesprochen: Itzgründisch (überwiegend) Hennebergisch Grabfeldisch

Politik Kreistag

Nach der Kreistagswahl vom 26. Mai 2024 verteilen sich die 40 Sitze im Kreistag wie folgt:

Partei Sitze FW 10 (+2) CDU 9 (−2) AfD 7 (+2) BZH 5 (+2) Die Linke 3 (−3) Wählergemeinschaft „Pro HBN“ 2 (+2) SPD 2 (−2) FDP/FB 1 (±0) Zukunftsf. Landleben Veilsdorf1 (+1) GRÜNE 0 (−2)

Landrat Landrat des Kreises Hildburghausen ist seit 2024 Sven Gregor (Freie Wähler). Zuvor war seit 1994 Thomas Müller (CDU) im Amt.

Wappen mini|150px|Wappen des Landkreises Hildburghausen Blasonierung: Das Wappen des Landkreises Hildburghausen ist golden, gespalten durch eine eingebogene erniedrigte rote Spitze, die im Schildfuß mit drei silbernen Spitzen belegt ist und zeigt vorn einen schwarzen, rot bewehrten und bezungten linkssehenden Löwen und hinten auf einem grünen Dreiberg eine schwarze, rotbewehrte Henne mit rotem Kamm und rotem Lappen.