mini|Choransicht mini|Ostseite mit Hauptportal St. Petrus ist die römisch-katholische Pfarrkirche der Stadt Baesweiler in der Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen. Sie ist dem hl. Apostel Petrus geweiht und Pfarrkirche der Pfarrei St. Marien Baesweiler, zu der auch die Filialkirchen St. Pankratius in Beggendorf, St. Willibrord in Loverich, St. Martinus in Oidtweiler, St. Laurentius in Puffendorf, St. Andreas in Setterich sowie die Kapellengemeinde St. Wendelinus in Bettendorf (Alsdorf) gehören.

Lage Das Kirchengebäude befindet sich in der Stadtmitte von Baesweiler. Die Kirche ist nicht geostet, der Chor befindet sich im Westen. Vor dem Haupteingang im Osten befindet sich ein kleiner Vorplatz, der an die Kirchstraße grenzt. Nördlich der Pfarrkirche verläuft die Straße Im Sack.

Geschichte

Eine Kapelle in Baesweiler wurde erstmals im Jahr 1152 in den Annales Rodenses erwähnt. Es hat jedoch schon früher ein Gotteshaus in Baesweiler gegeben, denn in den Annalen wird erwähnt, dass die Baesweiler Kapelle 1150 abgebrannt ist und um 1152 durch einen Neubau ersetzt wurde. In einer Urkunde von 1372 wird eine Kapelle in Baesweiler genannt, die zur Pfarre Oidtweiler gehörte.Edmund Renard: Die Kunstdenkmäler der Kreise Erkelenz und Geilenkirchen. In: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 8, Hrsg. Paul Clemen. Düsseldorf 1904, S. 360.

Die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei erfolgte nach 1559. Zu dieser Zeit waren die Herren von Randerath Kollatoren der Kirche. Bis zur Franzosenzeit war Baesweiler Pfarre im weiträumigen Dekanat Jülich im Erzbistum Köln. Nach Auflösung des Erzbistums durch die Franzosen wurde Baesweiler dem neu gegründeten Bistum Aachen zugeteilt. Diese Neueinteilung der Bistümer wurde 1825 wieder rückgängig gemacht und Baesweiler kam wieder an das Erzbistum Köln. Seit 1930 gehört die Pfarre zum wiedergegründeten Bistum Aachen.Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 182.

Zum 1. Januar 2013 wurde die Pfarre St. Petrus Baesweiler wie alle fünf weiteren Pfarreien im Stadtgebiet von Baesweiler aufgelöst und zur neuen Pfarrei St. Marien vereinigt.

Baugeschichte Im Jahr 1150 brannte eine Kirche in Baesweiler ab und wurde durch einen Neubau ersetzt. Im Spätmittelalter wurde dieses Gotteshaus zu klein und ein Neubau beschlossen. So baute man um 1500 eine dreischiffige und dreijochige Kirche mit einjochigem und fünfseitig geschlossenem Chor im Baustil der Gotik. 1673 wurde über dem Westjoch des Mittelschiffs ein Glockenturm gebaut.Edmund Renard: Die Kunstdenkmäler der Kreise Erkelenz und Geilenkirchen. In: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 8, Hrsg. Paul Clemen, Düsseldorf 1904, S. 360.

Da Anfang des 20. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl von Baesweiler, was bis dahin nur ein kleines Dorf war, stark anstieg, wurde die gotische Pfarrkirche zu klein. In den 1920er Jahren war Baesweiler zu einer kleinen Industriestadt angewachsen und der Neubau der Pfarrkirche wurde beschlossen. Zwischen 1928 und 1929 wurde die heutige Pfarrkirche direkt westlich der gotischen Kirche nach Plänen der beiden Kölner Architekten Josef van Geisten und Edmund Renard erbaut. Am 29. Juni 1929 fand die Kirchweihe durch den Aachener Bischof Hermann Joseph SträterWestdeutsche Landeszeitung Nr. 179. Donnerstag, 4. Juli 1929. Artikel: Aus dem Kreise Geilenkirchen. Digitalisat zeit.punkt NRW statt. Die gotische Kirche blieb erhalten und schloss sich direkt im Osten an den Neubau an.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die neue Pfarrkirche nur gering beschädigt, jedoch die alte gotische Kirche bis auf die Grundmauern zerstört. Das neue Gotteshaus wurde nach dem Krieg erneut zu klein, sodass 1952 die Ostwand sowie die Reste der gotischen Kirche niedergelegt wurden und die Kirche nach Osten hin um ein Joch erweitert wurde. Den Entwurf dazu lieferte der Aachener Architekt Peter Hensen. 1967 und 1968 wurde das Gotteshaus restauriert und 1990 erfolgten Umbauarbeiten im Innenraum.Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 182.

Baubeschreibung

St. Petrus ist eine dreischiffige und fünfjochige Stufenhallenkirche aus Backsteinen im Stil des Expressionismus. Der dreiseitig geschlossene Chor im Westen wird von zwei sechsgeschossigen Glockentürmen flankiert, die eine Zwiebelhaube besitzen. Unter dem Chorraum befindet sich eine kleine Krypta. Den Gläubigen werden im Innenraum 400 Sitzplätze geboten.

Ausstattung Der steinerne Altar mit einem Antependium aus Bronze ist ein Werk des Kohlscheider Künstlers Peter Bücken aus dem Jahr 1968. Die Kreuzigungsgruppe im Chor, bestehend aus Triumphkreuz, einer Figur des hl. Johannes und einer Figur der hl. Gottesmutter Maria, wurde um 1500 angefertigt und 1991 restauriert. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1855 und besitzt Teile des Vorgängerbeckens aus dem 16. Jahrhundert. Die 44 Register umfassende Orgel ist ein Werk der Aachener Orgelbauanstalt Karl Bach aus dem Jahr 1952.Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 182. Die Buntglasfenster sind Werke verschiedener Künstler und Glasmaler. In den Seitenschiffen entwarf Ernst Jansen-Winkeln die 1955 eingesetzten Fenster. Von Ludwig Schaffrath stammen die Fenster im 1952 errichteten Erweiterungsbau mit der Orgelempore. Die Fenster der Krypta sind Werke von Maria Katzgrau von 1949.

Pfarrer

Folgende Pfarrer wirkten bislang an St. Petrus als Seelsorger:Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 182. 1579–?: Peter von Beckendorf ?–?: Gerhart Seiterich ?–1612: Gerhard von Beggendorf 1613–1658: Laurentius Brewer 1658–1672: Matthias Servatius Vaeßen 1672–1724: Heinrich Vaeßen 1728–1768: Heinrich Hilgers 1769–1778: Johann Christoph Hogendahl 1779–1784: Jakob Ludwig Bleßen 1785–1796: Adam Chrest 1796–1835: Johann Joseph Matare 1835–1845: Peter Joseph Kloubert 1845–1856: Joseph Emanuel Thissen 1856–1890: Laurenz Joseph Cranen 1890–1900: Michael Joseph Keller 1900–1916: Leonhard Beck 1916–1924: Heinrich Will 1924–1929: Johannes Brokamp 1929–1960: Johann Stegerhütte 1960–1972: Josef Stieler 1972–1997: Bernhard Stommel 1997–2004: Pater Konrad Boja 2004–2007: Franz-Josef Gasten 2007–2011: Hermann Küppers und Burkhard Kroh 2011–2018: Ferdi Bruckes Seit 2024: Dennis Rokitta, zuvor seit 2023 bereits als Pfarradministrator.

Weblinks

Homepage der Pfarrgemeinde St. Marien Baesweiler

Einzelnachweise

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