Noʿam Brusilovsky (* 1989 in Haifa) ist ein deutsch-israelischer Theater- und Hörspielmacher.
Leben und Arbeit Noʿam Brusilovsky absolvierte 2007 die Kunstschule Thelma Yellin High School of the Arts in Givʿatajim. Er zog 2012 nach Berlin, wo er 2018 sein Studium der Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ absolvierte.
Sein Stück Woran man einen Juden erkennen kann gastierte 2015 auf dem „Körber Studio Junge Regie“ in Hamburg und wurde 2016 als Hörspiel des Deutschlandfunk produziert.
Für den SWR inszenierte er 2017 das Hörspiel Broken German nach Tomer Gardis gleichnamigen Roman. Das Hörspiel wurde mit dem Deutschen Hörspielpreis der ARD ausgezeichnet.
Die Premiere seiner Diplominszenierung Orchiektomie rechts im Berliner bat-Studiotheater war im Dezember 2017. Er wurde mit dieser autobiografischen Solo-Performance 2018 auf das Festival Radikal jung am Münchner Volkstheater eingeladen und gastierte damit auch beim Festival Fast Forward am Staatsschauspiel Dresden 2018.
Weitere Hörspiele realisierte Brusilovsky für den SWR, den Deutschlandfunk, den rbb und den WDR. Seine Theaterprojekte, die auf zahlreichen Festivals gastierten, wurden am Münchner Residenztheater, am Münchner Volkstheater, am Konzerttheater Bern, in den Berliner Sophiensaelen, am Schauspiel Stuttgart und am Stadttheater Klagenfurt realisiert. https://www.noam-brusilovsky.com/about
Im Jahr 2026 brachte Brusilovsky am Deutschen Theater Berlin die Monologproduktion Fake Jews (Box) zur Uraufführung, für die er auch den Text schrieb. Das Stück befasst sich mit humorvoller Zuspitzung mit dem Phänomen einer imaginierten jüdischen Identität und den Mechanismen der deutschen Erinnerungskultur und greift den Begriff des Wilkomirski-Syndroms auf. In der Inszenierung verkörpert Moritz Kienemann einen Ich-Erzähler und zugleich dessen Freund Daniel, einen nicht-jüdischen Schauspieler, der sich auf das „Rollenfach Jude“ festlegt. Der Abend kombiniert das Solo mit eingespielten Audio-Interviews und erinnert an reale Fälle wie Marie Sophie Hingst und Fabian Wolff ein. Bildlich zugespitzt wird dies in einer Szene am Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee, die an Brandts Kniefall erinnert. Im Programmheft beschreibt Brusilovsky zudem seine Erfahrungen als israelischer Student an der HfS „Ernst Busch“ und stellt historische Assimilationsbiografien – etwa Max Reinhardt und Alexander Granach – in den Zusammenhang seiner Arbeit; zuvor hatte er bereits Oskar Panizzas Der operirte Jud’ inszeniert.
Brusilovsky unterrichtete an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, der Theaterakademie Hamburg, dem Mozarteum, dem Bard College Berlin und an der Lithuanian Academy for Music and Theatre. Er veröffentlichte Texte in der Berliner Zeitung und schreibt eine Kolumne in Theater der Zeit.
Theater 2015: Woran man einen Juden erkennen kann 2017: Orchiektomie rechts. Eine Soloperformance 2018: Der Tod des Iwan Iljitsch. Nach einer Novelle von Leo Tolstoi 2020: Gehörlosen-Hörspiel 2022: Nicht Sehen 2022: Arche Nova 2023: Mitläufer (in Zusammenarbeit mit Lotta Beckers) 2025: QUEERinthia 2026: Fake Jews
Audio Adolf Eichmann: Ein Hörprozess – Ein Prozess schreibt Rundfunkgeschichte, 57 Minuten, NDR 2. Februar 2022, Begleitartikel Regisseur Brusilovsky über "Adolf Eichmann: Ein Hörprozess", NDR 1. Februar 2022. Hörspiel des Monats November 2022 Faust (hab’ ich nie gelesen), 74.33 Minuten, Deutschlandfunk 17. Dezember 2022, Audio-Version, sowie auf der Website des SWR Wer weiß, wer kennt. Das Amt für Verwandtensuche, 47 Minuten, ARD Audiothek 4. Mai 2025.
Auszeichnungen 2017 Deutscher Hörspielpreis der ARD für Broken German. 2018 Hörspiel des Monats Mai für We Love Israel. 2021 Hörspiel des Monats August für Die Arbeit an der Rolle. 2021 Deutscher Hörspielpreis der ARD, zusammen mit Ofer Waldman, für Adolf Eichmann: Ein HörprozessHauptpreis für Noam Brusilovsky und Ofer Waldman, sr.de, abgerufen am 14. November 2021. 2022 Hörspielpreis der Kriegsblinden zusammen mit Lucia Lucas für Die Arbeit an der Rolle 2022 Nestroy-Theaterpreis – Auszeichnung mit dem Spezialpreis für Nicht sehen am Stadttheater Klagenfurt 2022 Hörspiel des Monats November für Faust (hab’ ich nie gelesen) 2024 Prix Italia für Exzess (Eine Techno-Oper)
Weblinks Website von Noam Brusilovsky Deutschlandfunk Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person vom 30. September 2018 Videomitschnitt von Woran man einen Juden erkennen kann, Körber Studio Junge Regie 2015
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Hörspielregisseur Kategorie:Nestroypreisträger Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1989 Kategorie:Mann Kategorie:Deutscher Kategorie:Israelischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Schriftsteller (Berlin)