Die Kirche Notre-Dame in Antigny, einer französischen Gemeinde im Département Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine, wurde in der Zeit der Romanik errichtet. mini|Notre-Dame Antigny, Grundriss
Äußere Erscheinung Umgebung Die Kirche wird allseitig von Ortsstraßen umgeben, die nur vor der Westfassade (getrennt durch einen halbrunden Vorplatz) und auf der Nordseite (getrennt durch eine Rasenfläche) etwas Abstand halten. Das Niveau des angrenzenden Geländes setzt vor der Fassade etwa in Höhe der Portalschwelle an und fällt dann auf beiden Längsseiten der Kirche um etwa zwei Meter bis zu ihrer Ostseite ab. Gegenüber der Fassade befindet sich der Dorfplatz: eine von Laubbäumen umgebene rechteckige Rasenfläche. Er steht seit 1884 unter Denkmalschutz. Der Platz ist Teil der ehemaligen Nekropole. An seinem östlichen Ende, nahe der Kirche, befindet sich die Totenlaterne.
Abmessungen Über die Abmessungen der Kirche geben die Quellen keine Auskunft, auch die Vorlage zur Grundrisszeichnung weist keinen Maßstab auf, nach dem man die Abmessungen hätte abgreifen können.
Fassade mini|Kirche Notre-Dame Die Frontfassade lässt sich in ein Rechteck und ein darüber stehendes, hochragendes Giebeldreieck mit etwa 60 Grad Neigung, aufteilen, dabei entspricht die Höhe des Rechtecks in etwa jener des Giebeldreiecks. Die Giebelwand überragt die dahinter befindlichen Dachflächen nur geringfügig, die Ortgänge werden von leicht auskragenden Steinplatten abgedeckt. Die Abdeckungen enden an den Traufen auf kurzen waagerechten Gesimsstücken mit abgeschrägter Unterkante. Den Aufriss der Fassade der ursprünglichen romanischen Kirche muss man sich allerdings etwas anders vorstellen. Wegen der damals wesentlich geringeren Neigung des Satteldachs, war auch die Neigung der Ortgänge entsprechend geringer und ihre Firsthöhe deutlich niedriger.
Das rundbogige dreistufige Archivoltenhauptportal wird aus den schlichten, untereinander abgestuften Keilsteinen der Bögen und einfachen, ebenso abgestuften seitlichen Laibungsrücksprüngen gebildet. Die Bögen stehen jeweils auf schlichten Kämpferplatten. Der äußere Bogen wird von einem einfachen Kragprofil überfangen und steht auf etwas breiteren Wandpfeilern, die von der Fassadenwand hervorspringen. Oberhalb des Portals und oberflächenbündig mit den Wandpfeilern springt der ganze Wandabschnitt zwischen den äußeren Kanten der Pfeiler hervor und überragt den äußeren Bogen geringfügig. Unmittelbar über den äußeren Bogensteinen ist ein schlankes Rundbogenfenster ausgespart, das von einem glatten Keilsteinbogen und einfachen kantigen Laibungen eingefasst wird. Sein Bogen wird von einem schmalen Kragprofil überdeckt, das an seinen Enden ein in die Waagerechte übergeht. Auf dem Giebelfirst steht ein steinernes Tatzenkreuz.
Auf der rechten Seite des Hauptportals befindet sich eine steinerne Sitzbank, die „Stein der Toten“ genannt wurde, weil man auf ihr bei Bestattungen den Sarg des Verstorbenen abstellte, bevor er zur Grabstätte getragen wurde. Der knapp zwei Meter lange Monolith ist unterseitig leicht ausgerundet. Er liegt auf vier kurzen, wiederverwendeten eleganten gotischen Säulchen. Auf der linken Portalseite ist ein massiver Steinblock platziert. Er hat die Form eines Pyramidenstumpfes mit quadratischer Grundfläche, dessen Seiten vertikal leicht ausgerundet sind. Die Oberseite wird von einer quadratischen Aussparung eingenommen. Den Quellen zufolge könnte der Stein als Sockel für ein monumentales Kreuz gedient haben.
Hauptdach und Glockenturm mini|Glockenturm von Südwest Hinter der Fassade schließt das mit etwa 60 Grad steil geneigte Satteldach an. Es verfügt über einen rechteckigen Grundriss und überdeckt Schiff und Chor der Kirche. Es ist mit roten schindelförmigen Dachziegeln gedeckt, die im Tal der Gartempe schon seit langem weit verbreitet waren. Auf der Nordseite kragt die Traufe großzügig aus und lässt das Regenwasser frei abtropfen.
Über dem ersten Chorjoch ragt ein Glockenturm mit annähernd quadratischem Grundriss, der gotische Stilelemente aufweist. An dessen Nord- und Südseite befindet sich eine spitzbogige Klangarkade mit Klanglamellen. Ihre senkrechten äußeren Laibungen sind um 45 Grad abgeschrägt und in der Bogenrundung einfach abgestuft. Die Bank der Klangarkade steht auf einem Wandvorsprung, der die ganze Turmbreite einnimmt und oberseitig abgeschrägt ist. Am unteren Ende des Vorsprungs ragt die Spitze eines Bogens mit seinen glatten Bogensteinen aus der Dachfläche heraus. Sie wird von einem ausladenden Kragprofil überfangen, das dann knapp über der Dacheindeckung waagerecht bis zur Ecke und von dort steil aufwärts bis zum Dachfirst geführt wird. Die Bögen unterhalb der Dachfläche übertragen die Turmlast auf die vier Pfeiler im Innern des Chors.
Auf den west- und südlichen Turmseiten sind wegen des dort endenden Satteldachfirstes nur noch ganz kleine Schallluken angebracht. Die Anordnung und die Bögen entsprechen allerdings grundsätzlich jener der großen Luken. Die Turmwände werden oberseitig mit einem weit ausladenden Traufgesims abgeschlossen. mini|links|100px|Koptisches Kreuz Auf dem Turm erhebt sich ein steinerner Helm in Form einer steilwandigen achtkantigen Pyramide, von denen vier ihrer Wände auf den vier Turmwänden stehen. Die übrigen vier Helmwände grenzen vier dreieckige Teile der Turmoberseiten ab, die mit flach geneigten Dächern aus Steinplatten abgedeckt sind, welche bis auf das Traufgesims hinunterreichen. Die Helmwände sind ebenfalls mit solchen Steinplatten abgedeckt. Seine Grate sind mit gotischen Krabben geschmückt. Die Spitze des Turmhelms krönt ein modifiziertes Tatzenkreuz, das einem Koptischen Kreuz ähnelt (siehe Abbildung) und auf einer kreisrunden Scheibe steht. Auf jeder der vier Turmseiten ist in der Helmwand eine steinerne Dachgaube mit einer rechteckigen Schallluke und einem Satteldach angebracht. Das Giebelfeld der Gaube ist mit Ornamenten geschmückt, die an gotisches Maßwerk erinnern. Die Ortgänge der Gaube tragen gotische Krabben. Über den Turmecken ragen kleine quadratische Pfeiler hervor, die diagonal ausgerichtet sind und die eine Art Kreuzblume tragen. Auf den Turmecken und seitlich der Gauben sind über dem Traufgesims steinerne Wasserspeier in Form von maskierten Skulpturen angebracht. Durch ihre Münder wird das Regenwasser, das den Helm hinunterläuft, ausgespien.
Südliche Anbauten mini|Ansicht von Südosten mini|Narthex von Westen Die Südseite ist in ihrer gesamten Länge von Anbauten mit abgeschleppter Überdachung flankiert. Das Dach weist hier eine geringere Neigung von nur noch etwa 30 Grad auf. An deren Traufe tropft das Regenwasser ohne Rinne frei ab. Der westliche Teil der Anbauten wird von einer offenen Narthex, die auch Vorhalle oder „Ballett“ genannt wird, eingenommen. Sie macht etwa zwei Drittel der Schifflänge aus. Ein direkter Zugang führt in das Schiff. Der Raum der Narthex ist bis unter die Überdachung geöffnet. Das Schleppdach wird von fünf dreieckigen Holzbindern, die einerseits im Mauerwerk der Südwand des Schiffs und andererseits auf einer Fußpfette aufliegen, getragen. Letztere liegt auf vier steinernen, schlanken, etwa einen Meter hohen Stützen mit rechteckigem Querschnitt auf, deren Köpfe mit Kämpferplatten verbreitert sind. Die Pfeiler stehen auf einer hohen gemauerten Brüstungswand. Am Ostende der Vorhalle, gegenüber dem Südportal, reicht die Wand bis unter die Fußpfette. In ihr ist eine türgroße Öffnung ausgespart, die mit einem schlanken Stichbogen überdeckt ist und deren Laibungskanten mit schlichten Profilen verziert sind. Die Tür kann man aber als solche nicht mehr benutzen, weil ihre Schwelle fast zwei Meter über dem äußeren Niveau liegt. Vermutlich hat sich die Höhenlage des anschließenden Geländes in der Vergangenheit verändert. Eiserne Angeln deuten darauf hin, dass die Öffnung mit einem Türblatt verschlossen werden konnte. Auf der Außenseite des Türsturzes ist ein steinernes, schlichtes Wappenschild angebracht. Auf beiden inneren Längsseiten der Vorhalle sind steinerne Sitzbänke installiert.
In Fortsetzung des Narthex – unter demselben Schleppdach – schließen zwei Kapellen an. Die östliche Kapelle, die „Sainte-Catherine“, ist geringfügig kürzer, als der Chor lang ist. Die zweite Kapelle ist lediglich halb so lang. Ihre Südwände gehen zwar oberflächenbündig ineinander über, wurden aber zu unterschiedlicher Zeit erbaut. Darauf deuten die benachbarten beiden Fenster in verschiedener Form, Größe und Höhenlage hin. Das größere Fenster der Katharinenkapelle weist einen Stichbogen auf und wird von dreifachen Rundstäben eingefasst. Das kleinere Fenster der kleinen Kapelle ist schlanker, besitzt rechtwinklige Laibungskanten, wird von einem Rundbogen überdeckt und ist deutlich höher angesetzt. Über die Bedeutung des kleinen Anbaus an der Südwand der Kapelle Sainte-Catherine geben die Quellen keine Auskunft. Es wird von einem flach geneigten Pultdach überdeckt welches kurz unter der Traufe an die Kapelle anschließt. In der östlichen Seitenwand gibt es ein winziges fast quadratisches Fensterchen.
Auf der gesamten Länge der Südwand der Kirche ist offensichtlich nachträglich an der Basis eine steil abgeböschte Verstärkung aus grauen bis anthrazitfarbenen Basaltsteinen vorgemauert worden. Die waagerechte Oberkante der Vormauerung liegt etwa auf Höhe der Sitzbänke des Narthex und ihre Unterkante folgt dem gleichmäßigen Gefälle der Straße. Bei gleicher Böschungsneigung wird der Böschungsfuß vom West- bis zum Ostende immer breiter, ebenso wie die Böschungshöhe, die mit gut einem Meter beginnt und etwas über zwei Meter endet. Der erwähnte kleine Anbau wird von einer Art halben Pyramidenstumpf unterfangen. Zusammen mit der nicht mehr benutzbaren Tür im Narthex, deutet diese Verstärkung darauf hin, dass das Gelände einmal höher an die Südwand anschloss. Vermutlich wurde es beim Bau der Straße entlang der Südseite der Kirche abgetragen, was die Böschungsmauer notwendig machte.
Ostwand Die östliche Giebelwand des Chors, in Breite des Schiffs, besitzt einen der Fassade vergleichbaren Umriss, jedoch ist der untere rechteckige Bereich um etwa zwei Meter höher. Die bis auf die tiefere Straßenhöhe hinabreichende Chorwand lässt erkennen, dass die Straße schon immer auf dieser Höhe anschloss. Die Abdeckung und Neigung der Ortgänge entspricht jener der Fassade. Die ursprünglich am oberen Ende freien Kopfseiten der Giebelwand werden von je einem kleinen Satteldach übergedeckt. Die kräftigen Strebepfeiler an den Giebelseiten reichen bis knapp unter die Traufen des Chors und sind etwa zwei Meter darunter auf die doppelte Tiefe abgestuft. Ihre Oberseiten sind um 45 Grad abgeschrägt und mit flachen Ziegeln abgedeckt. Zentral in der Giebelwand ist ein erstaunlich großes spitzbogiges Fenster ausgespart, dessen Gewände schlicht profiliert sind. Der Spitzbogen wird von einem Kragprofil überfangen. Die Fensterbank liegt in gut drei Metern Höhe über dem Boden und der Bogenscheitel ein gutes Stück über der Traufhöhe. Das Fenster ist mit gotischem Maßwerk im Flamboyant-Stil geschmückt. Direkt unter der Fensterbank wird die Wand zwischen den einzelnen Strebepfeilern etwas dicker und der Vorsprung ist mit abgeschrägten und auskragenden Platten abgedeckt.
In der Verlängerung der Giebelwand des Chors steht die Giebelwand der Kapelle Sainte-Catherine. Die Neigung des Pultdachortgangs ist deutlich flacher als die anschließende Dacheindeckung. Dadurch endet der Ortgang ein gutes Stück über der Traufe der südlichen Außenwand.
Nordwand mini|250px|Ansicht von Norden