Seefeld ist eine Gemeinde im westlichen Landkreis Starnberg in Oberbayern.

Geographie Das Dorf Seefeld liegt am nördlichen Ufer des Pilsensees und etwa 14 Kilometer westlich der Kreisstadt Starnberg.

Gemeindegliederung Es gibt zehn Gemeindeteile; in Klammern ist der jeweilige Siedlungstyp angegeben:

Es gibt die Gemarkungen Drößling, Hechendorf am Pilsensee, Meiling, Oberalting-Seefeld und Unering.

Geschichte Bis zur Gemeindefusion Seefeld fand seine Bedeutung als Sitz der Grafen von Toerring. Am 8. Juli 1952 wurde der Name der Gemeinde Oberalting amtlich in Oberalting-Seefeld geändert.

In ihrer heutigen Form existiert die Gemeinde seit dem 1. Januar 1978. Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurden die Gemeinden Oberalting-Seefeld, Hechendorf am Pilsensee und Meiling zur neuen Gemeinde Seefeld zusammengelegt. Zuvor wurden bereits die Gemeinden Drößling und Unering am 1. Juli 1972 nach Oberalting-Seefeld eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 5969 auf 7434 um 1465 Einwohner bzw. um 24,5 %.

Jahr Einwohner 1961 2928 1970 3897 1987 5820 1991 6332 1995 6470 2005 7102 2010 7039 2015 7333 2020 7468 2022 7694 2023 7768

Politik Bürgermeister mini|Altes Rathaus der Gemeinde Seefeld Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2020 Klaus Kögel (CSU). Sein Vorgänger war Wolfram Gum (CSU), der das Amt seit 1990 innehatte.

Gemeinderat

+ Sitzverteilung im Gemeinderat: Jahr CSU SPD Grüne + BI FDP BVS FWG gesamt Wahlbeteiligg. 2020 4 2 5 1 3 5 20 67,2 % 2014 7 3 2 2 2 4 20 58,3 % 2008 7 2 2 2 3 4 20 66,3 % 2002 7 3 0 2 4 4 20 64,2 %

BI = Bürgerinitiative Eichenallee (Bei der Wahl 2020 traten die Grünen zusammen mit der Bürgerinitiative Eichenallee in einer gemeinsamen Liste an.)BVS = Bürgerverein SeefeldFWG = Freie Wählergemeinschaft Seefeld

Im Jahr 2008 traten zwei CSU-Mitglieder aus Unzufriedenheit mit der CSU-Staatsregierung (u. a. wegen der Erweiterung von Betriebsgenehmigungen für den Sonderflugplatz Oberpfaffenhofen) aus der CSU aus, bildeten jedoch eine Fraktionsgemeinschaft mit ihren ehemaligen Parteifreunden., abgerufen am 15. Juni 2014.

Gemeindesteuern Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2021 18.095.500 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen 8.700.000 Euro.

Wappen

Gemeindepartnerschaften Mit Gossensaß in Südtirol besteht eine Gemeindepartnerschaft.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Jahr 2022 erzielte Seefeld Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 11,15 Millionen Euro. Mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 320 % zählt die Gemeinde zu den steuerlich attraktiven Standorten Deutschlands. Seefeld ist etwa steuerlich deutlich günstiger als die Landeshauptstadt München (Gewerbesteuerhebesatz 490 %).

Es gab 2021 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 26, im produzierenden Gewerbe 2149, im Bereich Handel und Verkehr 275, im Bereich Unternehmensdienstleister 401 und im Bereich öffentliche und private Dienstleister 513 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2926. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Im Jahr 2020 bestanden zudem 28 landwirtschaftliche Betriebe. Im Jahr 2020 gab es eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 1345 ha, darunter waren 811 ha Ackerfläche und 534 ha Dauergrünfläche. Die größten Unternehmen in Seefeld sind die Firmen Solventum (Spin-off von 3M) und die TQ-Group.

Verkehr Seit 1903 verläuft die Bahnstrecke Pasing–Herrsching durch Hechendorf. Der Bahnhof Seefeld-Hechendorf ist seit 1972 eine Station der S-Bahn München, er wird durch die Linie S8 von Herrsching zum Flughafen München bedient.

Linie Linienverlauf

ÖPNV Seefeld wird durch mehrere Regionalbuslinien des Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) nach Fürstenfeldbruck, Weßling, Andechs, Herrsching und Starnberg angebunden.Münchner Verkehrs- und Tarifverbund: Verkehrslinienplan Landkreis Starnberg (PDF; 1,5 MB) auf mvv-muenchen.de, Dezember 2018, abgerufen am 1. Februar 2019.

Linie Linienverlauf Verkehrsunternehmen Seefeld-Hechendorf – Inning – Grafrath – Buchenau – Fürstenfeldbruck, Schöngeisinger Straße Amperbus GmbH GP Inning/Wörthsee – Steinebach – Weßling – ESPE/3M – Steinebach Geldhauser Ortsverkehr Seefeld-Hechendorf Geldhauser Andechs, Kloster – Seefeld-Hechendorf – Steinebach – Walchstadt Geldhauser Herrsching – Frieding – Oberalting – Starnberg Nord Geldhauser

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bedeutendstes Bauwerk im Hauptort ist das Gräflich Toerring’sche Schloss, das 1302 erstmals als Feste Schloßberg erwähnt wurde und im 18. Jahrhundert seine heutige barocke Form erhielt. Im Gemeindeteil Unering befindet sich die katholische Filialkirche St. Martin, ein Zentralbau des Rokoko, erbaut um 1732 von Johann Michael Fischer.

Die Kirche St. Peter und Paul liegt im Gemeindeteil Oberalting, direkt am Marienplatz. Es handelt sich um ein barockisiertes spätgotisches Gebäude mit einer Geschichte, die rund 1200 Jahre zurückreicht. Die erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Michael im Ortsteil Hechendorf ist ein Chorturmanlage und wurde 1772 barockisiert.

Persönlichkeiten Placidus Scharl (1731–1814), Mönch des Klosters Andechs, Professor an der Benediktineruniversität Salzburg und Dramaturg, geboren in Seefeld. Julius Anton Beck (1852–1920), Schriftsteller, starb am 15. März 1920 in Seefeld/Hechendorf. Franz Joseph Esser (1891–1964), Maler, Aquarellist, Karikaturist, Zeichner und Grafiker, starb am 18. Juni 1964 in Seefeld. Gabriele Cobet (1934–2009), Schmuckkünstlerin, Metall- und Email-Gestalterin, in Seefeld geboren. Gert Heidenreich (* 1944), Schriftsteller, lebt seit 1993 in Seefeld. Karl Heinz Metz (* 1946), Historiker und Hochschullehrer, in Seefeld geboren. Wolfgang Krebs (* 1966), Kabarettist, in Seefeld geboren. Johannes Steck (* 1966), Schauspieler, lebt und arbeitet in Seefeld.

Weblinks

Gemeinde Seefeld

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Starnberg Kategorie:Gemeindegründung 1978