mini|hochkant=1.3|Kenneth Gamble (links) und Leon Huff (rechts) mit Percy Sutton (1995) Kenneth Gamble (* 14. Oktober 1943, Philadelphia, Pennsylvania) und Leon A. Huff (* 8. April 1942, Camden, New Jersey) sind ein Team Songwriter und Musikproduzenten, die zusammen 15 Gold-Singles und 22 Gold-Alben produziert haben. Sie waren Pioniere des Philadelphia Soul und das feste Kreativ-Team für Philadelphia International Records. Am 10. März 2008 wurde das Team in die Rock and Roll Hall of Fame in der Kategorie Non-performers aufgenommen. Gamble war von 1967 bis 1980 mit der R&B-Sängerin Dee Dee Sharp verheiratet.Dee Dee Sharp Gamble-Huff.
Geschichte Anfänge Die Jugend in Philadelphia formte Gambles späteres Leben: Er nahm sich selbst mit verschiedenen Aufnahmegeräten auf und arbeitete als Assistent der DJs bei den Morgenshows des Senders WDAS, außerdem führte er einen Kassettenladen und sang mit den The Romeos. 1964, vor seiner Zeit als „Gamble & Huff“, war er im Team mit „Gamble & Ross“ unterwegs. Gamble wurde von Jerry Ross entdeckt und gemanagt, als Gamble gerade einmal 17 Jahre alt war. Die beiden arbeiteten viele Jahre zusammen. Zum ersten Mal arbeitete Gamble mit Leon Huff (Keyboards) zusammen, als sie eine Aufnahme für Candy & The Kisses machten. Ross nahm 1963 Gamble bei Columbia Records als Solokünstler unter Vertrag und veröffentlichte „You Don’t Know What You Got Until You Lose It“. Gamble & Ross & Huff arbeiteten dann an dem Hit „I'm Gonna Make You Love Me“ zusammen, der ursprünglich von Jay & The Techniques eingespielt wurde, einer weiteren Truppe von Jerry Ross. Später wurde er von Dee Dee Warwick und Diana Ross & The Supremes sowie den Temptations gecovert.Kenny Gamble: Gamble-Ross. Spectro Pop, 4. März 2015.
1967 produzierte das Team seinen ersten Top-5-Hit: „Expressway to Your Heart“ für die Band The Soul Survivors.Kenny Gamble: In: The Year in Music. 4. März 2015. Im Frühjahr 1968 produzierten sie für ihr eigenes Gamble Records-Label den Top-10-Hit Cowboys to Girls für die Band The Intruders aus Philadelphia. In der Folge arbeiteten sie mit den Künstlern Archie Bell & the Drells, Wilson Pickett, Aretha Franklin, Dusty Springfield und The Sweet Inspirations von Atlantic Records, sowie mit Jerry Butler und Dee Dee Warwick von Mercury zusammen und schufen viele Hits.Gamble & Huff: Songwriters Hall of Fame, 4. März 2015.
Philadelphia International mini|Single Me & Mrs. Jones von Billy Paul Mit den zahlreichen erfolgreichen Aufnahmen als Empfehlungen gründeten Gamble und Huff 1971 das Label Philadelphia International Records als Konkurrenz zu Berry Gordy und Motown. Ursprünglich traten sie an Atlantic Records heran, die jedoch keinen Vertrag eingingen, weil ihnen die Forderungen zu teuer erschienen. CBS Records, damals unter der Leitung von Clive Davis, unterstützte das Unternehmen und vertrieb die Platten von Philadelphia International. Unterstützt und begünstigt durch die In-House-Arrangeure Thom Bell, Bobby Martin,soultracks.com Bobby Martin obituaryBobby Martin Diskografie bei Discogs. und Norman Harris veröffentlichte Philadelphia International viele der beliebtesten Soul-Musik-Hits der 1970er, unter anderem „If You Don’t Know Me by Now“ von Harold Melvin and the Blue Notes, „Back Stabbers“, „For the Love of Money“ und „Love Train“ von den O’Jays, sowie den Grammygewinner „Me and Mrs. Jones“ von Billy Paul. Laut einem Interview auf BBC Radio Four am 28. Juni 2006 wurden Gamble und Huff inspiriert, den Song „Me and Mrs. Jones“ zu schreiben, nachdem sie einen Bekannten in einem Café gesehen hatten, der offensichtlich in eine Affäre verwickelt war.
Gamble und Huffs Philadelphia-Soul-Sound entwickelte sich von einfacheren Arrangements der späten 1960er in einen Stil mit üppigen Saiteninstrumenten, pochenden Basslines und drängenden Hi-Hat-Rhythmen, die bald zu einem prägenden Charakteristikum des neuen Musikstils werden sollten, der als Disco bezeichnet werden sollte. 1975 hatte Philadelphia International mit dem „Philadelphia Soul“, den sie mitgestaltet hatten, größtenteils Motown und den „Motown Sound“ in der Beliebtheit abgelöst und Gamble und Huff waren die führenden Produzenten für Soul.
Fast alle der Philadelphia-International-Aufnahmen entstand durch die Arbeit der fest angestellten Studiomusiker MFSB (Mother Father Sister Brother). MFSB veröffentlichten aber auch selbst einige erfolgreiche Instrumental-Alben und Singles, die vom Gamble-und-Huff-Team geschrieben worden waren und arrangiert von Bobby Martin, unter anderem der Nummer-1-Hit von 1974 „TSOP (The Sound of Philadelphia)“, der später zur Titelmelodie der amerikanischen Fernsehsendung Soul Train werden sollte.
Politischer Aktivismus Im Laufe der 1970er produzierten Gamble und Huff Musik, die auch politische und soziale Themen der African-American-Community aufgriff. Viele ihrer Songs beschrieben Themen des Black Pride und nahmen den Kampf der Black-Power-Bewegung für Macht und Selbstbestimmung auf. Repräsentative Beispiele sind Billy Pauls „Am I Black Enough for You?“ (1972), „Give the People the Power They Want“ von den O’Jays (1975) und das Star-gespickte „Let’s Clean Up the Ghetto“ (1977), das auch als Titelsong für ein Album Verwendung fand, auf dem Philadelphia Internationals weiteren politischen und sozialen Einstellungen dargestellt wurden. James B. Stewart schrieb über das Album und die Initiative:
Das Albumcover zeigte herausgehoben Gambles Botschaft:
Auf der Rückseite des Albums war auch zu lesen, dass alle Gewinne aus dieser LP innerhalb von fünf Jahren an eine Hilfsorganisation gespendet würden.
Gambles „Clean Up The Ghetto“-Projekt, das Jugendliche aus sozialschwachen Stadtvierteln anwarb um vernachlässigte Gebäude zu Reinigen und zu reparieren, begann in Philadelphia und weitete sich aus nach Los Angeles (Kalifornien), Atlanta (Georgia) und Chicago (Illinois) und es gab ähnliche Veranstaltungen im ganzen Land. Gamble engagierte sich auch für die T. J. Martell Foundation und das AMC Cancer Research Center and Hospital. Er war Mitglied im „Board of Directors“ der Philadelphia Music Foundation, die sich für Künstler, Songwriter und Produzenten aus Philadelphia einsetzt. Er gründete die Organisation Universal Companies, die ein Restaurant, einen Buchladen, eine Moschee, soziale Wohnungen und mehrere Schulen betreibt. Diese Gebäude, die hauptsächlich durch vor Ort angeheuerte Arbeiter errichtet wurden, dienten zur Wiederbelebung der Stadtviertel. 2003 unterstützte Gamble and Universal Companies zusammen mit anderen ein $100 Mio. teures Bau- und Renovierungsprogramm für 400 Häuser in Süd-Philadelphia.
Späte Jahre 1975 wurde Philadelphia International in einen Payolaskandal verwickelt; Gamble musste Strafe bezahlen, während Huff ungestraft davonkam. Ende der 1970er begann allerdings die Popularität des Philadelphia Soul zu verblassen. Disco war aus der Mode gekommen, R&B entwickelte sich wieder hin zur Ballade und Rockmusik war in die Amerikanischen Charts zurückgekehrt. Trotzdem hatte das Label seinen Anteil an den Erfolgen der späten 1970er. Darunter waren Hits wie „Enjoy Yourself“ der The Jacksons in 1976, and „Ain’t No Stoppin’ Us Now“ (McFadden and Whitehead, 1979). Ein Song, „My Mood“ wurde 1980 im Abspann der Freitagnacht-Nachrichten von WRC verwendet und nach 2008 benutzte WRC die Musik.
1982 erlitt Philadelphia Internationals größter Star, Teddy Pendergrass, einen Autounfall, woraufhin er von der Hüfte Abwärts gelähmt war. Dadurch wurde die Zukunft des Labels unsicher. Philadelphia International löste den Vertrag mit CBS und ging einen neuen Deal mit EMI ein. Obwohl die Hits nun ausblieben, schrieben und produzierten Gamble und Huff weiterhin für die Künstler des Labels.
1990 endlich wurde das Werk von Gamble und Huff durch einen Grammy Award for Best R&B Song für Simply Reds Cover des Hits „If You Don’t Know Me by Now“ der Blue Notes von 1972 anerkannt. 1999 erhielten Gamble und Huff den Grammy Trustees Award und wurden damit in eine Kategorie mit Größen wie Frank Sinatra, The Beatles und Walt Disney gestellt. In ihrer Karriere haben sie mehr als 3.000 Songs geschaffen.
Kenneth Gamble lebt noch immer (2017) in South Philadelphia und engagiert sich in seiner Gemeinde. Das Royal Theater und die umgebenden Gebäude gehören Gamble.
Am 19. September 2005 wurden Gamble und Huff in die Dance Music Hall of Fame für ihre herausragenden Erfolge als Produzenten aufgenommen. Die Feierlichkeiten fanden in New York City statt. 2008 waren Gamble und Huff die ersten, die den neu geschaffenen „Ahmet Ertegün Award“ der Rock and Roll Hall of Fame erhielten. Der Preis ersetzt die ehemalige Kategorie des „non-performer“ inductee.rockhall.com. Am 20. Mai 2009 wurden Gamble und Huff als „BMI Icons“ geehrt beim 57. BMI Pop Awards. Zusammen hat das Duo erstaunliche 86 BMI Pop und R&B Awards eingeheimst.Gamble & Huff Named BMI Icons at 57th Annual Pop Awards. bmi.com 2010-09-22.
Im Mai 2010 erhielten Kenneth Gamble und Leon Huff jeweils einen Ehrendoktor für Musik vom Berklee College of Music. Die Feier wurde in der Agganis Arena der Boston University abgehalten, wo das Duo eine Antrittsrede hielt.
Am 16. März 2012 veröffentlichte der Philadelphia Inquirer eine Todesanzeige für Ruby Gamble, die 96-jährige Mutter von Gamble, in der er ihren Einfluss als ausschlaggebend für seinen Erfolg bezeichnet.
Im April 2014 wurden Gamble und Huff durch eine Dokumentation von TV One geehrt durch die 22. jährliche Show „The Trumpet Awards“. Joe, Carl Thomas, Lyfe Jennings, SWV, & Billy Paul spielten aus diesem Anlass verschiedene Songs. SWV spielte If Only You Knew, einen der größten Hits des Duos.
In den Medien Gamble und Huff wurden in der Fernsehdokumentation Profiles of African-American Success dargestellt.
Diskografie
Studioalben JahrAlbumKünstler1968The Ice Man Cometh (non-PIR album)Jerry Butler1970A Brand New Me (non-PIR album)Dusty Springfield1970Wilson Pickett In Philadelphia (non-PIR album)Wilson Pickett1971Gonna Take a Miracle (non-PIR album)Laura Nyro and Labelle1972I Miss YouHarold Melvin and the Blue NotesDrowning in the Sea of Love (non-PIR album)Joe SimonBack StabbersThe O’Jays360 Degrees Of Billy PaulBilly Paul1973Ship AhoyThe O’JaysLove Is the MessageMFSBThe Sound Of Philadelphia '73Various ArtistsBlack & BlueHarold Melvin and the Blue Notes1975Dance Your Troubles AwayArchie Bell & the DrellsWake Up EverybodyHarold Melvin and the Blue NotesTo Be TrueHarold Melvin and the Blue NotesUniversal LoveMFSBPhiladelphia FreedomMFSBSurvivalThe O’JaysFamily ReunionThe O’Jays1976We Got the RhythmPeople’s ChoiceMessage in the MusicThe O’JaysAll Things in TimeLou RawlsThe JacksonsThe Jacksons1977Goin' PlacesThe JacksonsTravelin' at the Speed of ThoughtThe O’JaysTeddy PendergrassTeddy PendergrassUnmistakably LouLou RawlsWhen You Hear Lou, You’ve Heard It AllLou Rawls1978So Full of LoveThe O’JaysLife Is a Song Worth SingingTeddy Pendergrass1979Identify YourselfThe O’JaysTeddyTeddy PendergrassLet Me Be Good to YouLou RawlsLive! Coast to CoastTeddy Pendergrass1980The Year 2000The O’JaysTPTeddy PendergrassSit Down and Talk to MeLou Rawls1981Get as Much Love as You CanThe Jones GirlsThe Spirit’s in ItPatti LaBelle1983I’m in Love AgainPatti LaBelle1984Keep It CominThe Jones Girls
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