mini|Kapelle in Eggelhof mini|Ansicht von Westen Die Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes kurz Marienkapelle oder Eggelhofkirche im Weiler Eggelhof, einem Ortsteil der Gemeinde Langweid am Lech im Landkreis Augsburg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, ist ein geschütztes Baudenkmal. Die Eggelhofkirche ist ein überregional bedeutendes KulturgutPfarrbrief für Achsheim und Gablingen, Juli 2019 und bildet mit dem historischen Gutshaus und den zugehörigen Wirtschaftsgebäuden ein weithin sichtbares Denkmalensemble.
Lage Die von einer Kirchhofmauer umgebende Kapelle liegt leicht erhöht, innerhalb des Weilers Eggelhof, östlich des Gutshofes am Rand des Schmuttertals.
Geschichte Die Eggelhofkirche ist eine der ältesten christlichen Stätten der Region und war die Mutterkirche für die umliegenden Pfarreien Langweid, Feigenhofen und Achsheim.Pfarrbrief für Achsheim und Gablingen, Juli 2019 Ihr Marien-Patrozinium markiert die früheste Phase der regionalen Kirchenweihen.Walter Pötzl: Kirchengeschichte und Volksfrömmigkeit. Band 5. Landratsamt Augsburg, 1994, S. 14. Bei Ausgrabungen im Boden der Eggelhofkirche konnten drei Vorgängerbauten nachgewiesen werden. Um 800 entstand an dieser Stelle eine karolingische Holzkapelle. Sie wurde über einem älteren alamannischen Gräberfeld erbaut und diente als Eigenkirche für den Herrenhof des edelfreien Alamannen Ekilo.Walter Pötzl: Kirchengeschichte und Volksfrömmigkeit. Band 5. Landratsamt Augsburg, 1994, S. 30. Eine Nachfolgebau wird auf das 9. bis 10. Jahrhundert datiert. Im 12. Jahrhundert erbaute der Hohe Adel den Eggelhof und daneben eine dritte romanische Saalkirche mit eingezogenem Rechteckchor aus Tuffsteinquadern. Die bei den Renovierungsarbeiten von 1968 bis 1971 im Mauerwerk entdeckten römischen Spolien – darunter Steine und Dachziegel – belegen, dass für den dritten Kirchenbau eine antike Ruine als Steinbruch genutzt wurde. Ein solches nahegelegenes römisches Landhaus oder Heiligtum lässt sich archäologisch jedoch nicht direkt nachweisen. Das romanische Langhaus blieb bis 1765 erhalten.Walter Pötzl: Kirchengeschichte und Volksfrömmigkeit. Band 5. Landratsamt Augsburg, 1994, S. 34.
1356 fiel durch eine Schenkung des Augsburger Patriziers Johann Luitfried der Eggelhof samt der Kapelle an das Domkapitel Augsburg. Möglicherweise im späten Mittelalter verlor die Eggelhofkirche ihren Status als Pfarrkirche und wurde zu einer untergeordneten Filialkirche.Walter Pötzl: Kirchengeschichte und Volksfrömmigkeit. Band 5. Landratsamt Augsburg, 1994, S. 71. Als im späten Mittelalter hinzugekommene Patrozinien nennt Pötzl für den Eggelhof den heiligen Sebastian und die Vierzehn Nothelfer.Walter Pötzl: Kirchengeschichte und Volksfrömmigkeit. Band 5. Landratsamt Augsburg, 1994, S. 74. Das sich zur Wallfahrtsstätte entwickelnde Gotteshaus, wurde ein Benefizium gestiftet, das sich das Domstift aneignete. Der vorhandene Altarraum wurde 1488 durch einen spätgotischen Chor ersetzt und 1492 geweiht. Das romanische Langhaus blieb zunächst erhalten. 1621 erhielt die Kapelle ein neues Dach. Seit dem 16. Jahrhundert diente der Eggelhof als Sitz eines domkapitelischen Amtes. 1621 erfolgte ein Umbau durch den domkapitelischen Werkmeister Jakob Aschberger. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kapelle beschädigt. Der Wiederaufbau begann kurze Zeit später. 1765 errichtete der Baumeister Joseph Meitinger ein neues Langhaus mit kleinem Turm an der Südseite. 1968 erfolgte eine Restaurierung. Gegenwärtig wird der Außen- und Innenbereich mit einer Spende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz renoviert.
Architektur Der Saalbau mit Stichkappentonne und eingezogenem, fünfseitig geschlossenem Chor besitzt an der Südseite einen Turm mit Zeltdach. Der spätgotische Chor ist mit Resten des Netzgewölbes auf halbhohen Runddiensten versehen. Das Langhaus besitzt drei Fensterachsen. An der Südseite ist die zweigeschossige Sakristei angebaut, über der sich der Turm erhebt.
Ausstattung Die 1765 entstandenen Fresken stammen von Johann Baptist Enderle. Der Hochaltar aus dem Jahr 1692 besitzt eine Schnitzgruppe des Marientodes aus der Zeit um 1480/90 und im Aufbau eine Pietà, die um 1510/20 datiert wird.
Siehe auch Gut Eggelhof
Literatur Christa Schaller: Achsheim, Eggelhof über eintausend Jahre kirchliches Leben, 2002. Georg Dehio (Bearbeiter: Bruno Bushart, Georg Paula): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Bayern III – Schwaben. 2. Auflage, Deutscher Kunstverlag, München 1989, ISBN 3-422-03116-2, S. 1297.
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Einzelnachweise
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