mini|Carl Ferdinand Knickmeyer (1853–1927) mit Ehefrau Johanna und den fünf Kindern, Ölgemälde von Otto Rauth, 1905, Historisches Museum Hannover

Knickmeyer’s Restaurant,Reinhold Hoemann (Red.): Gruppe Hannover, in ders.: Die Gartenkunst. Zeitschrift für Gartenkunst und verwandte Gebiete, hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst, 14. Jahrgang, Kommissionsverlag der Königlichen Universitätsdruckerei H. Stürtz AG Würzburg, 1912, S. 8; auch Restaurant Knickmeyer genannt, war ein vom späten 19. Jahrhundert bis in den Zweiten Weltkrieg im Zentrum der Stadt Hannover gelegenes Restaurant mit Weinkeller. Das gastronomische Unternehmen war ein bekannter Treffpunkt und Stammlokal des späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und des Dichters Gottfried Benn.Joachim Dyck: Der Zeitzeuge: Gottfried Benn 1929–1949. Wallstein, Göttingen 2006, ISBN 978-3-8353-0024-8, S. 174; Marguerite Valerie Schlüter (Hrsg.), Gottfried Benn: Briefe, Bd. 5: Briefe an Elinor Büller. 1930–1955, Klett-Cotta, Stuttgart 1992, ISBN 978-3-608-95355-8, passim; Vorschau über Google-Bücher Standort war der Theaterplatz 14, später Rathenauplatz 14Karl Baedeker: Deutschland in einem Bande. Kurzes Reisehandbuch, 3. Auflage, Baedeker, Leipzig 1925, S. 148; in der heutigen RathenaustraßeHelmut Zimmermann: Rathenaustraße, in ders.: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 202 im hannoverschen Stadtteil Mitte.Der Theaterplatz in Hannover wurde 1922 in Rathenauplatz umbenannt. Von 1933 bis 1945 hieß er Adolf-Hitler-Platz, danach wieder Rathenausplatz. 1962 wurde der Dreiecksplatz aufgeteilt: Die Katheten heißen Rathenaustraße, der Platzteil vor der Oper Opernplatz, die den Opernplatz begrenzenden Straßen heißen in Verlängerung der gleichnamigen historischen Straßen Ständehaus- bzw. Windmühlenstraße. Siehe Friedrich Lindau: Hannover: Wiederaufbau und Zerstörung; die Stadt im Umgang mit ihrer bauhistorischen Identität. Schlüter, Hannover 2000, ISBN 3-87706-607-0, S. 88

Geschichte und Beschreibung mini|Knickmeyer's Restaurant in Hannover, Inhaber Joh. Kuhlmann, um 1898

Bereits aus der Zeit um 1875 findet sich eine Fotografie im Besitz des Historischen Museums Hannover, die die „Ecke Luisenstraße/Rathenaustraße“ im Stadtbild Hannovers zeigt.Franz Rudolf Zankl: Ecke Luisenstraße/Rathenaustraße. Fotografie um 1875, kommentierte Situationsbeschreibung in: Hannover Archiv, Blatt S 150 „Die geräumigen Lokale von Knickmeyer“ finden dann 1880 in dem Werk von R. Hartmann zur Geschichte Hannovers Erwähnung,R. Hartmann: Geschichte der Residenzstadt Hannover von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Kniep, Hannover 1880, S. 841; ein englischsprachiger Norddeutschland-Reiseführer von Karl Baedeker aus dem Jahr 1886 nennt „Knickmeyer, Theaterst. 14“ in der Rubrik Restaurants.Karl Baedeker: Northern Germany: Handbook for Travellers. Baedeker, Leipzig [u. a.] 1886, S. 123

Der Architekt Johannes Franziskus Klomp fertigte in der ersten Hälfte der 1890er Jahre Entwürfe für das mehrstöckig angelegte, mit bunter Wandmalerei und Holzvertäfelung eingerichtete Restaurant mit Weinkeller.

Laut dem Adressbuch Hannover von 1905 wohnte „Knickmeyer, Karl, D. phil.“ noch am Theaterplatz 14.Adreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden von 1905, Seite 882 in den Digitalen Sammlungen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek Im Jahr 1908 errichtete der Architekt Wilhelm Mackensen für Knickmeyer in der Tiedgestraße 11 ein noch heute teilweise erhaltenes Wohnhaus.Reinhard Glaß: Mackensen, Wilhelm in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 23. Oktober 2017

Die hannoverschen Alten Herren des Weinheimer Verbands Alter Corpsstudenten trafen sich ab 1896 regelmäßig bei Knickmeyer's, ebenso wie die des Kösener Verbands Alter Corpsstudenten, die ihre Treffen „Spinnstube“ nannten. Eine Zeitlang war ein Klubzimmer für wechselnde Treffen vorhanden, das 1928 wieder eingerichtet wurde.Herbert Kater: WVAC und VACC (Spinnstube) Hannover, in: Einst und jetzt, Bd. 37, 1992, S. 285–291;

1913 wurde in Knickmeyers Restaurant der Niedersächsische Landesverein für Familienkunde gegründet.Kristian Teetz: auf der Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 11. August 2011, zuletzt abgerufen am 23. Oktober 2017

Gottfried Benn traf sich in Knickmeyer’s Restaurant zum Stammtisch mit Offizieren der Wehrersatz-Inspektion. Sein Resümee eines langen Abends im Knickmeyer: Ich schlief miserabel, nicht vom Suff, sondern von dem furchtbaren Tabaksqualm, der immer in dem Lokal herrscht, schwere Migräne u. kein Pyramidon da. Elend.Marguerite Valerie Schlüter (Hrsg.): Gottfried Benn. Briefe Bd. 4., Briefe an Tilly Wedekind 1930–1955. Klett-Cotta, Stuttgart 1986, ISBN 978-3-608-95320-6, S. 75;

Den völkisch gesinnten „braunen Pfarrern“ um den früh der NSDAP beigetretenen evangelischen Theologen Paul Jacobshagen diente die Gastwirtschaft nahe dem Opernhaus als regelmäßiger Treffpunkt, später war sie auch Versammlungsort der Deutschen Christen.Detlef Schmiechen-Ackermann: Kooperation und Abgrenzung. Bürgerliche Gruppen, evangelische Kirchengemeinden und katholisches Sozialmilieu in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Hannover ( = Niedersachsen 1933–1945 Bd. 9), Hahn, Hannover 1999, ISBN 978-3-7752-5819-7, S. 140;

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Einzelnachweise

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